Schleswig : Infoabend für Stalking-Opfer – begleitet von Polizeibeamten

Beraten Stalking-Opfer: Heidi Thiel und Sabine Bogner (v.li.).
Beraten Stalking-Opfer: Heidi Thiel und Sabine Bogner (v.li.).

Verfolgt, aufgelauert: Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Kibis plant für den 21. Mai eine Info-Veranstaltung für Stalking-Opfer.

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08. Mai 2015, 14:00 Uhr

Wie ein „Gefängnis im eigenen Zuhause“ – so empfinden Menschen ihre Lebenssituation, wenn sie von jemandem verfolgt oder gestalkt werden. „Überwiegend Frauen zählen zu den Opfern“, sagt Heidi Thiel, Diplom-Pädagogin im Frauenzentrum und Beraterin für Betroffene, die von Gewalt bedroht sind. Mehr als 300 Frauen pro Jahr suchen dort ihre Hilfe.

Die Dunkelziffer für Stalking-Fälle sei hoch, sagt sie. So weist die Kriminalstatistik im vergangenen Jahr allein 600 Fälle in Schleswig-Holstein auf. Um Frauen zu ermutigen, die sich gegen Psychoterror zur Wehr setzen wollen, aus Angst, Scham und Schuldgefühlen bisher geschwiegen haben, veranstalten das Frauenzentrum und die Selbsthilfe-Kontaktstelle Kibis am Donnerstag, 21. Mai, um 19 Uhr einen Informationsabend. Daran will sich auch die Polizei beteiligen. Sowohl Kripobeamte als auch Schutzpolizisten begleiten die Veranstaltung.

„Ich hoffe, dass diejenigen, die in Not sind, an diesem Abend zu uns kommen, damit wir ihnen weiterhelfen können“, betont Kibis-Leiterin Sabine Bogner. „Nicht mit mir!“ – so lautet der Titel der Veranstaltung zum Thema Stalking (der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet auflauern, anschleichen, heranpirschen). Stalking kann Betroffene in Angst und Schrecken versetzen, sagt Heidi Thiel. Denn SMS-Botschaften, Telefonanrufe auch zur Nachtzeit, das Auflauern vor der Wohnung, unerwünschte Geschenke oder gar üble Nachrede seien einige Beispiele für den Psychoterror. Der könne zur sozialen Isolation für die Betroffenen führen.

Für Frauen sei es wichtig, gleich zu Beginn Beratungshilfe zu suchen, um frühzeitig etwas gegen die Gewaltspirale zu unternehmen. Das sei besonders dann schwierig, wenn es sich bei dem Täter um einen Bekannten oder einen abgewiesenen Freund handele. Stalking ist seit 2007 ein Straftatbestand, und verurteilte Täter müssen mit bis zu drei Jahren Haft rechnen.

Um Stalking und dessen Auswirkungen sowie über individuelle und rechtliche Möglichkeiten, das Recht auf eine geschützte Privatsphäre zu sichern, geht es also am 21. Mai. Veranstaltungsort: Mehrgenerationenhaus Tilo, Lollfuß 48.

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