In Zukunft mehr "Kropp für alle"

Planung für die  Zukunft: Bürgermeister Reinhard Müller koordiniert die Zukunftsplanung für die Gemeinde Kropp. Foto: lorenzen
Planung für die Zukunft: Bürgermeister Reinhard Müller koordiniert die Zukunftsplanung für die Gemeinde Kropp. Foto: lorenzen

Arbeitsgruppen beleuchten Veränderungen durch "älter werdende Gemeinde" / Stärkere Einbeziehung von Senioren und Menschen mit Behinderungen

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28. Mai 2011, 10:54 Uhr

Kropp | Wie wird die Gemeinde Kropp im Jahr 2030 aussehen? Diese Frage beschäftigt die Kommunalpolitiker der Gemeinde nicht erst seit gestern. Arbeitsgruppen haben 2008 begonnen, die Themen zu beleuchten, um für den Ort und damit auch für die Region Kropp-Stapelholm die Zukunft zu gestalten. Mitwirken können dabei auch interessierte Bürger - zum Beispiel, indem sie sich an den Diskussionen über ihre Vereine und Verbände oder an Einwohnerfragestunden der öffentlichen Sitzungen beteiligen. Auf einer Regionalkonferenz am kommenden Montag im Kropper Forum werden die Ergebnisse vorgestellt und es besteht die Gelegenheit zur Diskussion (siehe Artikel "Regionalkonferenz" auf dieser Seite).

Im Rückblick auf die letzten Jahre hat die Gemeinde insgesamt eine positive Entwicklung genommen. Ihre Position als Unterzentrum - seit dem 1. Januar 1986 und damit 25 Jahre - konnte ausgebaut werden. Die Bevölkerung wuchs - wenn auch nur ein wenig (1,79 Prozent in zehn Jahren). Wichtiger aber ist, dass die Zahl der Beschäftigten am Wohnort stieg - von 1685 auf 1806 (2007/2010) - und noch bedeutsamer: Die Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort Kropp nahm von 2040 auf 2201 zu. Das bedeutet, Kropp hat eine positive Pendler-Bilanz. 395 Arbeitnehmer fahren nach Kropp, um hier ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Alle Dörfer des Amtes Kropp-Stapelholm haben jeweils eine negative Pendler-Bilanz. Das heißt auch, es handelt sich mehr oder weniger um sogenannte Schlafdörfer: Die erwerbstätigen Einwohner leben dort, gehen aber tagsüber andernorts ihrer Arbeit nach.

Der demografische Wandel ist Ausgangspunkt für alle weiteren Planungen: Die Menschen werden älter, und ihr Anteil in der Bevölkerung wird zunehmen.

Nachdem Kropp 2002 vom Kreis Schleswig-Flensburg als kinder-, jugend- und familienfreundliche Gemeinde ausgezeichnet wurde, steht jetzt die Erweiterung des Spektrums an. "Kropp für alle", nennt Bürgermeister Reinhard Müller den neuen Slogan, der sowohl die Senioren, als auch die Menschen mit Behinderungen stärker einbezieht.

Während das Durchschnittsalter der rund 6 450 Kropper zurzeit bei 41,7 Jahren liegt, prognostiziert der Demographie-Bericht der Bertelsmann-Stiftung für 2025 eine Steigerung auf 48,6 Jahre, während der Anteil der unter 18-Jährigen von 20,1 auf 15,4 Prozent sinkt. Danach steigt der Anteil der 65- bis 79-Jährigen von 20 auf 27,4 Prozent. 80 Jahre und älter sind sogar 9,3 Prozent, statt bisher 3,9 Prozent. In 15 Jahren werden laut Statistik nicht die Anfang Vierziger, sondern die Anfang Fünfziger die Mehrzahl der Kropper stellen.

"Haben wir mit Blick auf die Zukunft genügend altengerechte Wohnungen?", nennt der Bürgermeister eine der Fragestellungen der Zukunftsplanung. Verschiedene Wohnformen wie das Mehrgenerationenhaus seien noch nicht als Möglichkeit "angekommen". Vermehrt nachgefragt würden Single-Wohnungen. "In Vorbereitung ist ein Platz der Generationen", so Müller. Dieser Spiel- und Bewegungsplatz für alle Altersgruppen soll beim Haus Siloah des Diakoniewerks entstehen. In diesem kirchlichen Unternehmen, das in Kropp einen eigenen Ortsteil bildet, leben und arbeiten mehr als 700 Männer und Frauen. Ein zukünftiges Ziel sei es insbesondere auch, die Bewohner der Einrichtung sowohl räumlich als auch menschlich mehr in die Gemeinschaft einzubeziehen.

Bis zum 13. September dieses Jahres werden die Arbeitsgruppen, welche die Felder Arbeitsplätze und Infrastruktur, Umwelt und Planung, Soziales und Sport sowie Schule und Kultur beackert haben, ihre Prioritätenliste für die Zukunft der Gemeinde aufgestellt haben. Dann wird der Kropper Hauptausschuss öffentlich beraten, bevor die Gemeindevertretung darüber beschließt.

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