In Riesenschritten zur neuen Klinik

Nach jedem Vers eine kleine Stärkung:  Polier Roland Bensch und  Oliver Remmert (re.). Daneben die Redner   auf dem hohen Gerüst  des Rohbaus.
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Nach jedem Vers eine kleine Stärkung: Polier Roland Bensch und Oliver Remmert (re.). Daneben die Redner auf dem hohen Gerüst des Rohbaus.

Richtfest auf Schleswigs größter Baustelle an der St. Jürgener Straße / Fertigstellung schon Anfang 2016 / Projekt für 80 Millionen Euro

Harding_Hannes3247.jpg von
11. Juli 2014, 17:53 Uhr

Der Termin steht fest: Anfang 2016 können Ärzte, Pfleger und natürlich die Patienten in das neue 400-Betten-Krankenhaus an der St. Jürgener Straße einziehen. Wie ein weiterer Etappensieg wurde gestern das Richtfest für den Klinik-Neubau gefeiert. Aus allen Reden klang noch einmal fast ungläubiges Erstaunen durch, dass man es überhaupt geschafft hatte, nach einem Jahrzehnt zäher Verhandlungen mit Geldgebern und Politikern sowie auch nach einigen Rückschlägen nun vor diesem gigantischen Rohbau zu stehen. Ein Projekt, für das das Land 50 Millionen Euro bereitstellt und der Helios-Konzern selbst weitere 30 Millionen aus Eigenmitteln dazu gibt.

In welchen Dimensionen auf Schleswigs größter Baustelle an der St. Jürgener Straße gebaut wird, zeigen einige Zahlen: Bisher hat der Rohbau 23 500 Kubikmeter Beton und 3245 Tonnen Stahl verschlungen. Er weist 32 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche auf, was einer Größenordnung von etwa 200 Einfamilienhäusern entspricht. Und er verfügt, wie der Architekt gezählt hat, über genau 668 Fenster. Das imposante Klinikgebilde teilt sich auf in drei quaderförmig angelegte Einzelblöcke, die durch verglaste Flure miteinander verbunden werden.

„Wer baut, glaubt an die Zukunft“, sagte Florian Friedel, Geschäftsführer des Schleswiger Helios-Klinikums, und interpretierte das Sprichwort weiter: „Und wir glauben hier so sehr an die Zukunft, dass wir insgesamt rund 120 Millionen Euro in die Hand nehmen, um den Krankenhaus-Standort Schleswig samt Psychiatrie und Fachpflege ausbauen und modernisieren zu können.“ Keine selbstverständliche Investition, sagte Friedel, wenn man bedenke, dass allein in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland etwa 200 Krankenhäuser aufgegeben hätten.

Auch in Schleswig-Holstein habe es Stimmen gegeben, die das Schleswiger Martin-Luther-Krankenhaus und dessen Erneuerung für überflüssig hielten. Deshalb sei es ein Glücksfall gewesen, dass unter den Mitstreitern der verstorbene Damp-Vorstandsvorsitzende Torben Freund sowie die frühere Klinik-Geschäftsführerin Marlies Gliemann engagiert das Projekt voran getrieben hätten. Ein glücklicher Umstand sei auch, dass die Helios-Gruppe nach ihrer Übernahme der Damp Holding ebenfalls „an das Potential des Krankenhaus-Standortes Schleswig glaubte und entsprechend investiert hat“.

Während der Bauphase des Krankenhauses sei er mehrfach auf den rasanten Baufortschritt angesprochen worden. Friedel: „Besonders gefreut hat mich, dass Fachleute die Baustelle zu den am besten organisierten Baustellen, die sie je gesehen haben, zählen.“ Dies sei neben dem Architekten Michael Keitel auch der konzerneigenen Bau- und Projektsteuerung zu verdanken, ebenso dem Bauleiter Rüdiger Beau und Projektleiter Florian Stolz. „Ganz außergewöhnlich gut funktioniert auch die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Behörden, vom Sozialministerium in Kiel bis hin zu den zuständigen Stellen beim Kreis und bei der Stadt“, betonte Friedel. Landrat Wolfgang Buschmann, der Mühe hatte, seine im Wind flatternden Redemanuskripte auf die richtige Reihe zu bringen, überbrachte die Glückwünsche des Kreises. Mit Problemen ganz anderer Art hatte Stephan Dose als Schleswigs amtierender Bürgermeister zu kämpfen: Höhenangst plage ihn, bekannte er, als er vom hohen Gerüst des Rohbaus zu den Richtfest-Gästen sprach. Unabhängig davon freue er sich sehr über den Bau. „Dass Schleswig ein neues Krankenhaus bekommt, ist wohl die wichtigste Entscheidung für Schleswig und für die Region.“ Die neue Klinik biete allen eine moderne medizinische Versorgung von höchster Qualität, und der Neubau sichere zudem 2000 Arbeitsplätze. An die Klinikmitarbeiter gerichtet, erklärte Dose: „Ich habe hohen Respekt vor Ihrer schwierigen Arbeit. Sie haben möglichst gute Arbeitsbedingungen verdient.“

Das Richtfest war für alle da. Am Abend waren Klinikmitarbeiter sowie Nachbarn des neuen Krankenhauses zu einer großen Grillfete mit Live-Musik eingeladen.

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