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Diakoniewerk feiert Richtfest : In Kropp entsteht eine Oase

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf dem Gelände des Diakoniewerks wird für 32 psychisch kranke Bewohner ein neues Wohnheim gebaut.

70  000 Kilogramm Stahl, 700 Kubikmeter Beton, 10,4 Kilometer elektrische Leitungen und 6800 Fliesen wurden bisher im neuen Wohnheim auf dem Gelände der Stiftung Kropper Diakoniewerk an der Gertrud-Koch-Straße verbaut. Beim nun stattgefundenen Richtfest mit nachträglicher Grundsteinlegung wurden die Baufortschritte an dem rund 3,5 Millionen Euro teuren Neubau deutlich. Er soll das in die Jahre gekommene Haus „Zoar I“ ersetzen.

Seit einem halben Jahr wird auf dem Gelände gebaut; inzwischen hat das Wohnheim zwei Stockwerke und eine rote Klinkerfassade. Nach der für das kommende Frühjahr geplanten Fertigstellung sollen dort 32 Bewohner mit psychischen und seelischen Beeinträchtigungen wie etwa Psychosen ein neues Zuhause finden. Damit bietet der Neubau zehn Plätze mehr als das Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Haus „Zoar I“, in dem derzeit 22 Frauen wohnen. Es gehört zu den ältesten und größten Gebäuden auf dem Gelände.

Trotz Modernisierungsmaßnahmen „ist es nicht mehr zeitgemäß“, sagte Piet Lassen, Geschäftsführer der gemeinnützigen St. Ansgar GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stiftung Diakoniewerk Kropp. Besonders die dortigen Doppelzimmer seien eine Belastung für die Patienten, die schon genug mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hätten. Daher böten die Einzelzimmer mit eigener Nasszelle im Neubau „den Bewohnern mehr Privatsphäre“, erklärte er.

Es gibt eine weitere Neuerung: Das Wohnheim erhält nicht den Namen seines Vorgängers, sondern „die Kollegen haben einen neuen gesucht“, sagte Jörn Engler, Theologischer Vorstand der Stiftung Diakoniewerk. Die Wahl sei schließlich auf „Elim“ gefallen, verkündete der Pastor bei einer kleinen Andacht im Foyer des Neubaus. Im Alten Testament ist „Elim“ eine Oase mit zwölf Wasserquellen und 70 Palmen. Entsprechend soll das Haus Ruhe und Schutz zur Neuorientierung bieten und „ein Ort zum Leben, Helfen, Heilen und Trösten sein“, schloss Jörn Engler.

Die 22 Bewohnerinnen werden im Frühjahr in ihre neue Unterkunft umziehen. Die zehn zusätzlichen Plätze sind derzeit noch nicht vergeben. Bedenken, diese zu füllen, hat Piet Lassen nicht: „Der Bedarf ist da.“

Das Haus „Elim“ werde ein geschlossenes Heim sein, so der Geschäftsführer weiter – „aber die Menschen werden nicht weggesperrt, sondern lassen sich freiwillig einschließen“. Das therapeutische Angebot soll unter anderem einen Fitnessraum, einen Raum der Stille sowie kleinere handwerkliche Arbeitsräume umfassen, etwa für die Herstellung von Kerzen. Ziel ist es, die Menschen auf eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorzubereiten. Eigens dafür wird im ersten Stock eine Wohngruppe mit acht Plätzen entstehen, deren Bewohner ein relativ selbstständiges Leben führen und dabei ambulant betreut werden. Im Erdgeschoss sind zwei Gruppen mit je zwölf Bewohnern geplant, „die noch flexibel unterteilt werden können“, erklärte Sven Roßmann, Personalvorstand im Diakoniewerk.

Vor dem Richtspruch durch Bernd Hagge hatte Roßmann eine „Zeitkapsel“ mit Tageszeitung, Euro-Münzen und Informationen über die Diakonie in einem Loch im Mauerwerk verschwinden lassen.

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