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Weihnachtsmärchen : In der Werkstatt fliegen die Fetzen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gelungene Premiere für „Pettersson und Findus“ als liebevoll und detailreich inszeniertes Weihnachtsmärchen im Landestheater.

Das neue weihnachtliche Kinderstück des Landestheaters, „Pettersson und Findus“ nach Sven Nordqvist, feierte gestern im Slesvighus eine Premiere mit Hindernissen. Pünktlich um 10 Uhr fehlten die jungen Zuschauer. Die Anreise der Grundschüler aus Oeversee hatte sich verzögert, so dass das Stück eine gute Viertelstunde später anfing als geplant.

Doch das Warten hatte sich gelohnt. Das von Markus Kopf inszenierte Stück begeisterte nicht nur mit einer intensiven Geschichte um die Freundschaft, sondern auch mit tollen schauspielerischen Leistungen und dem ebenso liebevoll wie detailreich gestalteten Bühnenbild von Andrea Eisensee. Sobald das Licht erloschen war, wurde es schlagartig still in dem großen Saal – alle Kinderaugen schauten gebannt auf den Vorhang, der eine schwedische Winterlandschaft zeigte. Zunächst gehörte die Bühne nicht den namensgebenden Protagonisten, sondern den Nachbarn des alten Pettersson. Da wäre einmal die von Sophie Schmidt liebevoll-resolut verkörperte Beda Andersson und zum anderen der Bauer Gustavsson mitsamt Hund, denen Matthias Caspari Leben einhauchte. Das Trio begleitete das Stück fortan mit den passenden Kommentaren und sorgte gleich für den ersten Lacher – noch bevor der Vorhang beiseite geschoben wurde.

Sodann eröffnete sich der Blick in eine völlig neue und faszinierende Welt: In die detailliert dargestellte Werkstatt des schrulligen und von Johannes Paul Kindler liebenswert dargestellten Pettersson. Diese Rolle schien dem Schauspieler wie auf den Leib geschneidert, er wirkte unheimlich authentisch. Gleiches galt auch für Elisabeth Köstner, die dem frechen Kater Findus Beine machte – indem sie sich geschmeidig und elegant bewegte wie ein Stubentiger und ebenso zu miauen wusste. Nicht minder beeindruckend waren ihre Kletterkünste, mit denen sie die Bühne unsicher machte.

Allerdings war auch der liebste und bald schon sprechende Kater nicht vor dem einen oder anderen emotionalen Ausbruch gefeit. Anlass dafür bot männliche Konkurrenz in Form des italienischen Hahns Caruso, aus dem Matthias Caspari in seiner Doppelrolle einen wahrlich eitlen Gockel machte. Nicht nur herausgeputzt mit rotem Kamm und Glitzer-Federn, sondern auch mit dem Ego eines echten italienischen Machos in Federkleid. Und wo zwei großes Egos von Hahn und Kater aufeinander treffen, da fliegen entweder die Fetzen oder da klirren wie in diesem Falle sämtliche Fenster: Es kommt zum Showdown der Sänger. Als Findus dem Hahn sagen will, er solle Suppe aus sich kochen, kommt aus dem Publikum: „Der ist doch bestimmt lecker!“

Bis zum Zweiten Weihnachtstag können Kinder ab vier Jahren herausfinden, wer als Sieger aus dem Wettsingen hervor geht und welche weiteren Abenteuer der alte Pettersson mit seinem sprechenden Kater Findus erleben wird.


 

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