Anzeige: Waterkant Immobilien : Immobilien-Unternehmerin Sybille Schmid-Sindram: „Ich bin so, wie ich bin“

Investorin und Bauherrin: Sybille Schmid-Sindram

Investorin und Bauherrin: Sybille Schmid-Sindram

„Meine kleine Stadt“ nennt Schmid-Sindram ihr neues Wohnviertel an den Schleswiger Königswiesen. Im Interview spricht sie über das Projekt, Risikobereitschaft und darüber, warum sie noch lange nicht an Ruhestand denkt.

Alf Clasen von
28. Oktober 2019, 00:01 Uhr

Schleswig | Frau Schmid-Sindram, der „Stadtpark Königswiesen“ ist fertiggestellt. Was ist das für ein Gefühl, wenn man ein solch großes Projekt vollendet hat?

Ich bin stolz darauf – auf meine kleine Stadt. Als ich damals das Grundstück gekauft habe, war mir schon klar: Da will ich selbst etwas bauen. Ich bin Schleswigerin, auch wenn das viele gar nicht wissen. Ich hänge an Schleswig, sonst hätte ich dieses Projekt nicht gemacht.

Also ist es für Sie ein echtes Liebhaber-Projekt?

Ja, das ist es wirklich. Es hat mich an meine Kindheit erinnert, als ich auf die Bugenhagenschule ging. Ich konnte sehr gut zeichnen und habe für das Vogelschießen ein riesiges Plakat gemalt – mit dem Dom drauf. Auf dem Plakat stand: „Mein schönes Schleswig“. Das wurde zu den Festen immer aufgehängt.

Großstädtische Architektur in der Kleinstadt: Viel Glas prägt die insgesamt sieben Gebäude des neuen Wohnviertels an den Königswiesen. Sie tragen die Handschrift des Architekten Paul Sindram, dem Sohn der Investorin Sybille Schmid-Sindram. Der Komplex umfasst 120 Mietwohnungen, von denen bereits mehr als die Hälfte vergeben sind, sowie ein „Ärztehaus“ mit 1000 Quadratmetern Nutzfläche.
Labrenz

Großstädtische Architektur in der Kleinstadt: Viel Glas prägt die insgesamt sieben Gebäude des neuen Wohnviertels an den Königswiesen. Sie tragen die Handschrift des Architekten Paul Sindram, dem Sohn der Investorin Sybille Schmid-Sindram. Der Komplex umfasst 120 Mietwohnungen, von denen bereits mehr als die Hälfte vergeben sind, sowie ein „Ärztehaus“ mit 1000 Quadratmetern Nutzfläche.

Die Baukosten haben sich irgendwann verdoppelt. Ich bin während der ganzen Bauzeit bestimmt dreimal zur Bank gelaufen, um Geld nachzuschießen. Sybille Schmid-Sindram
 

Drei Jahre hat der Bau des gesamten Komplexes gedauert. Wie viele Nerven hat Sie das gekostet?

Beim Baubeginn waren die Nerven noch stark (lacht). Aber dann ging es los. Es gab schon einigen Ärger, ich musste im Laufe der Zeit drei Ingenieure entlassen. Und die Baukosten haben sich irgendwann verdoppelt. Zum Glück habe ich mit Herrn Möller von der VR Bank einen guten Banker an meiner Seite. Ich bin während der ganzen Bauzeit bestimmt dreimal zur Bank gelaufen, um Geld nachzuschießen. Ich arbeite gut mit der Bank und mit dem lieben Gott zusammen – was soll da noch passieren? (lacht)

Sie scheinen tatsächlich sehr gläubig zu sein. Bei der Grundsteinlegung haben Sie einen Rosenkranz mit der Zeitkapsel einmauern lassen.

Ja, ich bin sehr gläubig. Sonst hätte ich nie diese Stärke erlangen können. Dass ich beim Richtfest gesagt habe, dass Gott meine Mieter beschützen möge, war mir sehr wichtig.

Die neuen Wohnungen im Strandweg 1 und 3
Labrenz

Die neuen Wohnungen im Strandweg 1 und 3

 

Und wie teuer ist das Ganze am Ende nun geworden?

Fast 60 Millionen Euro. Ich habe auch Eigenkapital reingesteckt. Mein finanzielles Fundament sind die Mieteinnahmen, die ich vor allem in Kiel, aber auch in Crivitz (Mecklenburg-Vorpommern; Anm. d. Red.) und hier in Schleswig mit dem „Luzifer“, dem „Netto-Markt“ an der Königstraße und den Wohnungen am Südhang habe.

Ist der Stadtpark Ihr bislang größtes Projekt?

Nein. Das Projekt am Kieler Germaniahafen ist größer. Und es wäre noch größer geworden, wenn ich dort weitergebaut hätte.

Haben Sie aber nicht...

Nein, weil der Oberbürgermeister Kämpfer so frech war. Als ich vor einigen Jahren bei ihm war und erklärte, dass ich jetzt die andere Seite bebauen möchte, sagte er zu mir: „Ach, Sie wollen sich doch nur ein Denkmal setzen.“ Das hat mich fürchterlich gekränkt. Ich möchte mal eines klarstellen: Es geht mir nicht um ein Denkmal für mich! Ich bin immer ein hohes Risiko eingegangen und habe alle meine Projekte über Kredite finanziert. Und ich habe mit dem Hochhauscenter doch erst Leben reingebracht an die Hörn. Diese Erfahrung mit dem Oberbürgermeister war auch ein Grund, warum ich das Projekt in Schleswig angefangen habe. Sonst hätte ich das wahrscheinlich erst später gemacht.

Für Schleswig ist es eine völlig neue Art der Bebauung. Ist das eigentlich Ihr Stil oder mehr der Stil Ihres Sohnes Paul?

Das ist Pauls Stil. Ich finde ihn aber sehr gut, vor allem, dass die Baukörper alle verschieden sind. Jede Wohnung ist anders. Das macht ja erst die kleine Stadt aus.

Inzwischen voll belegt ist das Ärztehaus (Foto unten), in dem im Erdgeschoss als Letztes die Bäckerei Günther eingezogen ist. Besonders markant an diesem Gebäude ist der gläserne Fahrstuhl zur Königstraße hin.
Labrenz

Inzwischen voll belegt ist das Ärztehaus (Foto unten), in dem im Erdgeschoss als Letztes die Bäckerei Günther eingezogen ist. Besonders markant an diesem Gebäude ist der gläserne Fahrstuhl zur Königstraße hin.

 

Es gibt auch einige Schleswiger, die diesen Stil nicht mögen und das auch öffentlich äußern. Ärgert Sie das?

Nein. Das ist reiner Neid. Diese kleine Stadt muss man einfach schön finden. Und es gibt viele Leute, die mich angerufen und mir gesagt haben, wie toll diese Häuser für Schleswig sind. Und diese Bestätigung bekomme ich auch von meinen Mietern.

Haben Sie häufiger mit Neid zu tun?

Ja. Das war schon so, als ich noch jung war. Nur weil ich mal eine bunte Hose anhatte oder etwas lebendiger als andere war. Ich bin nun mal so, wie ich bin. Und dazu stehe ich.

Wäre das Projekt an den Königswiesen nicht leichter zu refinanzieren gewesen, wenn Sie zumindest einen Teil der Wohnungen verkaufen würden?

Dann hätte ich weniger abzutragen, das ist richtig. Aber, und das können Sie ruhig schreiben: Ich kriege nur 38 Euro Rente. Da setze ich lieber auf mein Betongold.

Die neuen Wohnungen: „An den Königswiesen“.
Labrenz

Die neuen Wohnungen: „An den Königswiesen“.

 

Sie sind jetzt 75 – ein Alter, in dem andere längst ihre Rente beziehen und ihren Ruhestand genießen. Wie lange wollen Sie eigentlich noch arbeiten?

Mein Vater war Malermeister. Er hat mit 94 noch gearbeitet. Ich könnte auch nie einfach so aufhören und werde arbeiten, solange ich es kann. Ich brauche das, hatte die letzten zehn Jahre nicht mal Zeit für Urlaub. Wissen Sie, ich habe immer den direkten Kontakt zu den Leuten, treffe mich zum Beispiel mit den Mietern, wenn sie Sorgen haben. Ich habe auch keine Berater, entscheide alles alleine. Das ist mein Vorteil. Allerdings habe ich den Kopf auch immer voll.

Sie müssen eine sehr disziplinierte Frau sein, um das alles zu schaffen...

Das bin ich auch. Mein Tag beginnt immer mit fünf Tassen schwarzem Kaffee mit Zitrone, mit Sauna und Frühsport. Und ich achte auf die richtige Ernährung. Ein bisschen Champagner gehört auch dazu (lacht).

Welches Projekt planen Sie als nächstes?

Ich würde gerne noch etwas in Schleswig bauen.

Verraten Sie uns auch, was?

Das kann ich noch nicht sagen.

Sie handeln nicht nur mit Immobilien, sondern auch mit Strom – zumindest bislang. Jetzt haben Sie Ihre Firma „Bonus Strom“ verkauft...

Ja, ich habe „Bonus Strom“ verkauft. Die Kunden wechseln zum 1. November an eine Tochter der Stadtwerke Krefeld. Mir wurde die Arbeit zu viel. Ich war fast jeden Tag bei „Bonus Strom“ und habe mich um alles gekümmert.

Frau Schmid-Sindram, viele Leute fragen sich, was eigentlich ihr Ex-Mann Gerhard Schmid macht. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

Ja. Es geht ihm gut. In der Vergangenheit hatte er drei große Lokale mitten in Hamburg und verschiedene andere Pläne. Aber darüber müssten Sie schon selbst mit ihm sprechen.

Glamouröse Zeiten: Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid war um die Jahrtausendwende herum der Shootingstar am Neuen Markt. Eine Zeitlang zählte er als Milliardär zu den reichsten Deutschen. Im Jahr 2000 heiratete er Sybille Schmid-Sindram. Das Paar ist inzwischen geschieden. Foto: dpa
Glamouröse Zeiten: Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid war um die Jahrtausendwende herum der Shootingstar am Neuen Markt. Eine Zeitlang zählte er als Milliardär zu den reichsten Deutschen. Im Jahr 2000 heiratete er Sybille Schmid-Sindram. Das Paar ist inzwischen geschieden. Foto: dpa
 

Gerhard Schmid war zur Jahrtausendwende als Chef von Mobilcom ein Star am Neuen Markt. Sie haben an seiner Seite turbulente Zeiten miterlebt...

Ich war 18 Jahre mit Gerhard zusammen, habe alle Höhen und Tiefen miterlebt. Ich habe die ganzen Jahre zu ihm gehalten. Erst, als er in Schleswig ganz klein anfing, und später, als er dann an die Börse ging. Das war eine aufregende Zeit. Ich war an allen Börsen: Frankfurt, London, New York... Das ist eine total andere Welt. Aber das war ja nur ein kurzes Vergnügen.

Investorin Sybille Schmid-Sindram in einer der Wohnküchen.
Das Interieur – zum Beispiel für die Wohnküchen – hat Sybille Schmid-Sindram (75) weitestgehend persönlich ausgesucht.

Sie sind gelernte Plakatmalerin und Dekorateurin – und heute eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Woher stammt Ihr Unternehmergeist?

Was mir als Unternehmerin viel gegeben hat, das war die Zeit mit meinem ersten Mann Siegfried. Über ihn bin ich zum Thema Bauen gekommen. Zusammen haben wir viele Projekte realisiert, viele Blocks gebaut.

Und diese Geschäftstüchtigkeit ist geblieben...

Ja. Dabei hat Gerhard, als ich das Projekt in Kiel wagte, zu mir gesagt: „Du wirst nie Erfolg haben.“ Ich hatte aber Erfolg! Ich habe es mir verdient, ganz allein. Ich bin Unternehmerin – und Kämpferin.

Waterkant Immobilien: Erfolg am Kieler Germaniahafen

Schmidbau nennt der Volksmund das Hochhauscenter am Germaniahafen an der Kieler Hörn. Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid hatte im Jahr 2000 mit dem Bau begonnen. Nachdem ihm das Geld ausgegangen war, erhielt seine damalige Frau Sybille Schmid-Sindram mit ihrer Waterkant Immobilienfond GmbH im Jahr 2005 bei einer Zwangsversteigerung den Zuschlag für den Rohbau – für 13 Millionen Euro. Sie vollendete den Gebäudekomplex, in dem Wohnungen und Büros untergebracht sind, darunter zwei große Callcenter. Das Hochhauscenter bildete das Fundament für weitere geschäftliche Aktivitäten von Sybille Schmid-Sindram. Die Firma Waterkant mit Sitz in Lürschau hat nunmehr auch die Wohnungen und Geschäftsräume des „Stadtparks Königswiesen“ in ihrem Bestand. Darüber hinaus verwaltet das Unternehmen noch weitere Wohnungen und Gewerbeflächen in Schleswig sowie in Crivitz (Mecklenburg-Vorpommern).

Das Hochhauscenter am Kieler Germaniahafen
Waterkant Immobilien

Das Hochhauscenter am Kieler Germaniahafen

Kontakt Waterkant Immobilien

Liebe Mietinteressenten, bitte wenden Sie sich an den kaufmännischen Leiter Sascha Sindram:

Waterkant Immobilienfond GmbH & Co.KG
Dorfstraße 10
24850 Lürschau

Telefon: 04621 / 30 2222
E-Mail: info@waterkant-immobilienfond.de
Web: www.waterkant-immobilienfond.de
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