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Jagel/Kropp : „Immelmänner“ nennen sich ab heute Taktisches Luftwaffengeschwader

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Umbenennung geht mit neuen Aufgaben des Geschwaders einher.

von
erstellt am 01.Okt.2013 | 14:00 Uhr

Das Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ ist nach fast 20 Jahren Geschichte. Zumindest der Name. Denn mit dem heutigen Tag verschwindet er in der Mottenkiste. Ab sofort heißt der in Jagel und Kropp beheimatete Verband offiziell Taktisches Luftwaffengeschwader (kurz: TakLwG) 51 „Immelmann“.

„Die Umbenennung ist eine Folge der Neuausrichtung der Streitkräfte. In erster Linie ist es ein formaler Akt“, erklärt Oberstleutnant Josef Ehrenreich, als Vertreter des in Afghanistan weilenden Kommodores Hans-Jürgen Knittlmeier, mit Blick auf die jüngste Bundeswehrreform. Man habe bereits seit gut einem Jahr gewusst, dass die Namensänderung anstehe.

Tatsächlich, so betont Ehrenreich, mache die Umbenennung Sinn. Denn seit 1. April haben die „Immelmänner“ eine neue Aufgabe hinzubekommen, die über die bisherige – weiterhin im Mittelpunkt stehende – Luftaufklärung deutlich hinaus geht: die Bekämpfung von bodengebundener Luftverteidigung. In diesem Zusammenhang wurden große Teile des inzwischen aufgelösten Jagdbombergeschwaders 32 (JaboG) aus dem bayerischen Lechfeld nach Jagel/Kropp verlegt, inklusive 20 ECR-Tornados. Zudem ist das Geschwader bereits seit 2005 auch für Seekriegsführung aus der Luft zuständig. Der alte Name hat den Aufgaben der „Immelmänner“, die am 1. Januar 1994 das ehemals in Jagel beheimatete Marinefliegergeschwader 1 abgelöst haben, insgesamt also nicht mehr Rechnung getragen. Entsprechend sagt Ehrenreich, dass es mit der Umbenennung „mal an der Zeit war – auch mit Blick auf die Nato-Partner“, denn die hätten stets Probleme mit den spezifischen Unterteilungen der deutschen Luftwaffe gehabt.

Mit dem heutigen Datum sind nun sämtliche fliegende Kampfverbände der deutschen Luftwaffe in Taktische Luftwaffengeschwader umbenannt worden. Die alten Geschwader-Ziffern, in Jagel/Kropp also die 51, bleiben jeweils erhalten. Gleiches gilt für die Traditionsnamen. Auch wenn die, so erklärt Ehrenreich, zwischenzeitlich auf dem Prüfstand standen. „Aber da wurde schnell klar, dass die Verbände an diesen Namen festhalten wollen, auch wir.“

Dennoch bedeutet die Namensänderung einen enormen organisatorischen Aufwand. So müssen unter anderem sämtliche Stempel und Briefköpfe ausgetauscht beziehungsweise angepasst werden. Außerdem muss jeder Soldat einen überarbeiteten Arbeitsvertrag unterschreiben. „Aber intern bleibt alles beim Alten. Es gibt keine Umstrukturierungen beim Personal“, sagt Ehrenreich und nimmt Skeptikern den Wind aus den Segeln, die hinter der Umbenennung des Geschwaders weitreichendere Pläne der Bundeswehr vermuten könnten.

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