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Heiraten in Schleswig : Im Stadtmuseum das Jawort geben

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Standesamt erweitert mit dem Roten Salon im Günderothschen Hof die Reihe von besonderen Trauorten in Schleswig.

von
erstellt am 27.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Es war jahrelang ein echter Hingucker in der Touristinfo. Jetzt aber ist das schmucke Biedermeier-Sofa aus dem Plessenhof umgezogen – und zwar in einen anderen Schleswiger Adelssitz: den Günderothschen Hof. Dort, im heutigen Stadtmuseum, ist das Sitzmöbel künftig weit mehr als ein bloßer Dekorationsgegenstand. Auf ihm sollen künftig Brautpaare Platz nehmen. Denn im Stadtmuseum können sie sich ab diesem Jahr das Jawort geben.

Neben dem Trauzimmer im Rathaus, dem Gotischen Saal im Graukloster, dem Remter des St.-Johannis-Klosters und dem Plöner Saal auf Schloss Gottorf bietet das Standesamt Paaren somit einen weiteren besonderen Ort an, um sich trauen zu lassen. „Wir sprechen ja immer wieder davon, dass wir die Perlen Schleswigs noch mehr in den Mittelpunkt rücken wollen. Dies ist ein weiterer Beitrag dazu und eine echte Attraktion“, sagte Bürgermeister Arthur Christiansen gestern bei der offiziellen Präsentation des Trauzimmers.

Das wurde im sogenannten Roten Salon eingerichtet. In einer Ecke steht dort nun besagtes Biedermeier-Sofa, davor weitere Antiquitäten, die aus dem Magazin des Stadtmuseums kommen. An der Wand hängen historische Bilder und Karten mit Schleswig-Motiven. „Hier sollten Brautpaare ein besonderes städtisches Ambiente vorfinden. Ich finde, das ist sehr gut gelungen“, fasste Christiansen zusammen. Zudem sei damit die erste Möglichkeit geschaffen worden, im Friedrichsberg zu heiraten.

Für Stefanie Klasen (29) und Ronny Arndt (41) war letzteres Argument zwar nicht ausschlaggebend. Dennoch sagten sie – als erstes Paar überhaupt – sofort Ja, als sie im Vorgespräch für ihre Hochzeit im Standesamt von der Möglichkeit erfuhren, sich im Stadtmuseum trauen zu lassen. Am 16. September ist es soweit. „Wir hatten gleich ein richtig gutes Gefühl. Und spätestens als wir das Foto mit der großen schönen Freitreppe gesehen haben, war die Sache für uns klar“, erzählte Stefanie Klasen. Denn darauf könne man bequem die komplette Hochzeitsgesellschaft ablichten lassen. Auch Carola Hofbauer-Raup, Leiterin des Standesamtes, sieht in den vielen Fotomotiven – sowohl innen als auch außen – große Vorteile, die für eine Hochzeit im 1634 errichteten Günderothschen Hof sprechen. „Die Leute wollen für diesen ganz besonderen Tag auch eine ganz besondere Umgebung. Gerade dann, wenn man nicht auch noch kirchlich heiratet. Das sieht man daran, dass auch unsere anderen Trauorte sehr gefragt sind.“

Dass das neue Hochzeits-Angebot „definitiv nicht“ im Zusammenhang mit der Diskussion um die Zukunft des Stadtmuseums stehen könnte (die CDU-Ratsfraktion hatten bei den Haushaltsberatungen für dieses Jahr gefordert, die Stelle von Museumsleiter Holger Rüdel vorerst nicht wieder zu besetzen), betonten derweil sowohl Christiansen als auch Rüdel selbst. Vielmehr sei schon vor Jahren erstmals die Idee aufgekommen, in den vergangenen Monaten habe man schließlich die Einrichtung des Trauzimmers konkret geplant. „Da ist Aktionismus fehl am Platze. Eine solche Geschichte muss lange und gut vorbereitet werden“, erklärte der Bürgermeister. Unter anderem musste der Rote Salon nicht nur für den neuen Zweck eingerichtet, sondern auch offiziell umgewidmet werden.

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