Im Schatten alter Eichen

Der Name der historischen Kirche  geht auf einen Bremer Bischof  zurück. Foto: video-kopter.de
Der Name der historischen Kirche geht auf einen Bremer Bischof zurück. Foto: video-kopter.de

Sechste Folge: St. Wilhadi zu Ulsnis zeichnet sich durch eine der ältesten Holzskulpturen Angelns aus

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26. Juli 2013, 03:59 Uhr

Ulsnis | Dem heiligen Wilhadus, ab 778 Bischof von Bremen, wurde sie 1338 gewidmet: die Kirche in Ulsnis, eines der größten romanischen Bauwerke der Region. Die heutige Form der Saalkirche stammt aus einem Umbau des Jahres 1796. Die Mauern bestehen aus unterschiedlichen Materialen - Ziegeln, Feld- und Tuffsteinen -, denn die Wände wurden in verschiedenen Jahrhunderten errichtet.

Außen wird das Gotteshaus von Eichenbäumen umsäumt. Wie auch bei anderen Kirchen in Angeln steht der Glockenturm aus dem Jahr 1583 als Holzkonstruktion frei vom eigentlichen Bau. 1869 bekam die Kirche den neugotischen Dachreiter.

Das Portal im südlichen Vorhaus geht auf das Jahr 1150 zurück. Pastor Burkhard Mentz weist besonders auf die Reliefquader hin: "Darauf sind Löwen zu sehen", sagt er. Über der Tür thront Christus mit Kain und Abel als Opfernden. Ein Drache kriecht auf dem untersten Quader der linken inneren Wand hoch.

Die flache Balkendecke im Inneren der Kirche hat 1980 eine lebendige Farbgebung nach Ausmalungsspuren des 18. Jahrhunderts erhalten. An der Südwand des Kirchenschiffs hängt ein Kruzifix, eine der ältesten Holzskulpturen Angelns aus dem 13. Jahrhundert.

Der eindrucksvolle Altar ist im klassizistischen Stil gestaltet. Das Altarbild wird von Doppelpilastern - in den Mauerverbund eingearbeitete Teilpfeiler - umrahmt. In die Altarschranke ist eine ausklappbare Holzschale als winzige Taufe eingebaut. Neben dem Altar fällt auch die Orgel von 1785 mit ihrem spätbarocken Erscheinungsbild auf. Aus dem frühen 16. Jahrhundert sind das Triumphkreuz und die lebensgroße Reiterplastik des heiligen Georg erhalten. Diese befindet sich im Chorraum, erklärt Mentz. Dem Reiterstandbild liegt die Märtyrergeschichte des römischen Ritters Georg zugrunde.

An der 1671 frühbarocken gestalteten Kanzel befinden sich Brüstungsgemälde von Moses, Aron, David und Johannes dem Täufer. Diese sind jedoch kaum noch erkennbar. Das Taufbecken aus Granit stammt aus dem 13. Jahrhundert; es ist mit vier Köpfen verziert.

An der Treppe zur Empore zeigt die Wand um das romanische Nordportal Reste einer Malerei von 1673 zum Stammbaum der dänischen Könige in Verbindung mit Bibelszenen.

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