zur Navigation springen

Die Dienstwagen der Behördenchefs : Im Luxus-Auto durch das Kreisgebiet

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Landrat und Kreispräsident sind in der Oberklasse unterwegs – denn die Hersteller bieten günstige Konditionen an.

von
erstellt am 29.Apr.2016 | 07:38 Uhr

Oft reiht sich Termin an Termin: Wolfgang Buschmann und Ulrich Brüggemeier sind viel unterwegs im Kreisgebiet. Auf satte 50  000 bis 60  000 Kilometer im Jahr bringt es der Landrat, der Kreispräsident immerhin auf 30  000 bis 40  000 Kilometer. Wenigstens brauchen beide bei ihren Fahrten nicht auf Komfort zu verzichten. Sowohl Landrat Buschmann als auch Kreispräsident Brüggemeier haben einen 262 PS starken Audi A  8 3.0 TDI Quattro („clean diesel“) samt Chauffeur zur Verfügung. Mit diesen Oberklasse-Limousinen stechen sie in Sachen Dienstwagen unter den Behördenchefs und Würdenträgern in Schleswig hervor, wie eine SN-Umfrage ergab.

Bürgermeister Arthur Christiansen etwa fährt eine Nummer kleiner: einen Audi A6 3.0 TDI S tronic. Immerhin kann aber auch der Rathaus-Chef auf einen Fahrer zurückgreifen. Meistens steuert Christiansen den Wagen jedoch selbst.

In der gleichen Liga ist der Schleswiger Bischof Gothart Magaard unterwegs. Er wird mit einem 5er BMW durch den Sprengel kutschiert, der von der dänischen Grenze bis an den Lübecker Stadtrand und das Hamburger Umland reicht. Zirka 60  000 Kilometer ist Magaard im Jahr dienstlich unterwegs. Seine Kanzlei weist darauf hin, dass der Kirche der Umweltgedanke besonders wichtig sei. So sei der 2-Liter-Turbo-Diesel der kleinste Motor, der zum Leasing-Zeitpunkt auf dem Markt war, heißt es. Der Verbrauch liege bei fünf bis sieben Litern pro 100 Kilometer, und auch in puncto CO2-Ausstoß (114 g/km) schneide das Auto gut ab.

Grundsätzlich gilt, dass Audi und BMW in der Dienstwagen-Flotte den Konkurrenten Mercedes ausgestochen haben. So hat zum Beispiel auch Oberlandesgerichtspräsidentin Uta Fölster einen 5er BMW vor der Tür stehen – der von einem Chauffeur gelenkt wird. Oberverwaltungsgerichtspräsidentin Maren Thomsen und Verwaltungsgerichtspräsident Hartwig Martensen greifen auf einen A  5 beziehungsweise einen A  6 von Audi zurück – beides sind allerdings Poolfahrzeuge, die auch von anderen Mitarbeitern genutzt werden können.

Einen Wagen der gehobenen Mittelklasse fährt auch Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs, der einen BMW X  5 steuert. Ebenfalls auf einen SUV setzt Nospa-Vorstand Enno Körtke – sein Dienstwagen ist ein Audi Q  5 3.0 TDI.

Ganz verschwunden aus den Fuhrparks ist Mercedes allerdings nicht. So wird Oberst Michael Krah, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 in Jagel, ein Kombi der C-Klasse gestellt.

Die Hersteller bieten den Kommunen und öffentlichen Betrieben die Dienstwagen zu besonders günstigen Leasingkonditionen an. „Wir bekommen die A  8 für ’n Appel und ’n Ei“, sagt Kreispräsident Brüggemeier. „Dafür kriegen Sie normalerweise keinen A  4, wie ich ihn privat fahre.“ Vertragliche Einzelheiten dürfe er jedoch nicht nennen. Audi tauscht die A  8, die sonst in der Grundausstattung mit einem Neupreis von rund 75  000 Euro in der Liste stehen, für die beiden Spitzenrepräsentanten des klammen Kreises jährlich aus.

Brüggemeier ist froh, seine Touren als Mitfahrer absolvieren zu können. „Ich nutze die Zeit dann zum Arbeiten und nehme mir immer schon die Unterlagen für die nächsten zwei, drei Tage mit“, sagt der Kreispräsident. Selbst am Steuer sitze er allenfalls bei kürzeren Strecken oder wenn sein Fahrer verhindert sei. Privat nutze er den Dienstwagen jedoch nicht. Dass Beobachter da manchmal anderer Meinung sind, hat einen kuriosen Grund. Während der Dienstwagen des Kreispräsidenten das Kennzeichen „SL-FL 2001“ trägt, lautet das Nummernschild seines privaten Autos „SL-FL 201“. Da könne es schon mal zu Verwechslungen kommen, sagt Brüggemeier schmunzelnd. „Zumal manch einer Schwierigkeiten hat, einen A  8 von einem A  4 zu unterscheiden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen