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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 14:13 Uhr

Schleswig : Im FKKZ bleibt das Licht an

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Überraschendes Ende im Streit um die Stromkosten im Kulturzentrum auf der Freiheit: Kurz vor dem Gerichtstermin lenkt Team Vivendi ein

von
erstellt am 12.Mär.2016 | 14:00 Uhr

Sie hatten sich warm angezogen für die Gerichtsverhandlung: Der FKKZ-Vorsitzende Arne Olaf Jöhnk, sein Freiwilligendienstleistender Hannes Jetter und Rechtsanwalt Holger Ley. Gestern Vormittag ab 10 Uhr sollte sich entscheiden, ob dem freien Kulturzentrum auf der Freiheit wieder der Strom abgestellt werden darf oder nicht.

Aber dazu kam es nicht. 45 Minuten vor dem Beginn kam die Nachricht aus dem Amtsgericht: Der Termin ist abgesagt. Noch am Morgen hatte Team Vivendi seinen Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung zurückgezogen.

Wie berichtet, hatte Team Vivendi als Eigentümer der früheren Kasernenblocks auf der Freiheit dem FKKZ Ende Januar den Strom abgestellt. Vorübergehend gingen dadurch auch in der benachbarten Bootswerft von Bastian Hauck die Lichter aus, weil das Unternehmen am selben Kabel hängt. Es war der vorläufige Höhepunkt eines seit Monaten schwelenden Streits um die Nebenkosten. Es geht um mehrere Tausend Euro.

Mitte Februar hatte das FKKZ bereits vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, die Team-Vivendi-Chef Volker Schlüschen zwang, den Strom wieder einzuschalten. Sein Sprecher Michael Radtke bestätigte gestern auf SN-Nachfrage lediglich, dass man den Widerspruch gegen diese Entscheidung nun zurückgenommen habe. Mehr mochte er dazu nicht sagen. Jöhnk vermutet: „Der letzte Schriftsatz unseres Anwalts war wohl so überzeugend, dass die Gegenseite eingesehen hat, dass sie keine Chance hat.“

Obwohl der Strom wieder fließt, bleibt die Zukunft des FKKZ ungewiss. Dutzende Bands haben in dem Gebäude-Ensemble ihre Probenräume. Es gibt Künstler-Ateliers, Werkstätten, ein Café und einen großen Raum für Konzerte. Der Nutzungsvertrag mit Team Vivendi läuft im August aus und wird nach derzeitigem Stand nicht verlängert. Jöhnk ist inzwischen aber zuversichtlicher als noch vor einigen Wochen, dass das Projekt FKKZ, das in den vergangenen zehn Jahren dank einer Anschubfinanzierung aus dem Bundesfamilienministerium entstanden ist, trotzdem überleben wird. Unter anderem befindet sich der Verein in Gesprächen mit der Stadt Schleswig über einen Umzug in den alten Bauhof am Holmer Noorweg, den die Stadt seit acht Jahren nicht mehr benötigt.

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