Im Einsatz für vier Kreise

Schicht beendet: Stephan Burmeister und Thomas Ficht (hinten, v.l.) übergeben an Timon Rachau und Timo Pauls. Sie treten die Nachtschicht an.
Schicht beendet: Stephan Burmeister und Thomas Ficht (hinten, v.l.) übergeben an Timon Rachau und Timo Pauls. Sie treten die Nachtschicht an.

Stapeler Rettungswache feiert ihr 20-jähriges Bestehen / 1000 Einsätze werden pro Jahr gefahren

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16. Juli 2019, 17:29 Uhr

Stapel | 20 Jahre lang hat die Rettungswache in Stapel den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit vermittelt – und das über die Grenzen des Kreises Schleswig-Flensburg hinaus. Auch die Bürger in den Randgemeinden der benachbarten Kreise Dithmarschen, Nordfriesland und Rendsburg-Eckernförde konnten sich sicher fühlen. Und das wurde am Jubiläumstag gefeiert.

Voll des Lobes über die ausgezeichnete Zusammenarbeit der Rettungswache mit der Gemeinde und der im angrenzenden Gebäude untergebrachten Freiwilligen Feuerwehr Stapel waren der Bürgermeister Rainer Rahn und sein Wehrführer Michael Krzewinsky. „In den 20 Jahren sind aus Kollegen Freunde geworden,“ sagte der Wehrführer und überreichte ebenso wie der Bürgermeister ein Geschenk. DRK-Geschäftsführer Kai Schmidt hob die Partnerschaft des DRK als Dienstleister hervor: „Mit der Rettungswache, dem DRK-Kindergarten und letztlich auch den im Ehrenamt tätigen Mitgliedern der in den Ortsteilen Süder- und Norderstapel beheimateten Ortsvereine ist der DRK-Kreisverband in der Gemeinde Stapel besonders gut vertreten und auf breiter Basis aufgestellt.“

Nach der Gesetzesänderung im Jahr 1998 mit Einführung der Zwölf-Minuten-Hilfsfrist mussten im Kreis Schleswig-Flensburg weitere Rettungswachen gebaut werden. Die Gemeinde Stapel – damals noch Norderstapel – baute zusammen mit der geplanten Feuerwehrwache zusätzlich auch eine Rettungswache. Dank guter Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Schleswig-Flensburg, dem DRK-Kreisverband und der Gemeinde wurde das Projekt zügig umgesetzt. Am 5. Juli 1999 war Einweihung. Mit dem Zeitumfang „Sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag“ steht dort seitdem ein Rettungstransportwagen (RTW) mit zwei Rettungssanitätern für Einsätze bereit. Gut 1000 Einsätze werden pro Jahr gefahren.

Stapels geografische Lage in der südwestlichen Ausdehnung des Kreises Schleswig-Flensburg zieht eine besondere Bedeutung nach sich. „Im Bereich der Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde haben wir überlappend ein großes Einsatzgebiet“, erklären die Rettungssanitäter Timo Pauls und Timon Rachau im Bereitschaftsraum der Rettungswache zu Anfang ihrer Nachtschicht. Ihre Kollegen Stephan Burmeister und Timon Rachau von der Tagschicht schaffen Klarheit: „Wir fahren bis Pahlen und Delve im Südwesten über Ramstedt und Oldersbek im Nordwesten sowie Dörpstedt und Hollingstedt im Nordosten. Südöstlich im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind es die Orte Christiansholm und Friedrichsholm, die von uns noch angefahren werden.“Bei anderorts im Einsatz befindlichen RTW geht die Fahrt in andere Einsatzgebiete auch schon einmal weiter. In etwa 40 Prozent der Fälle kommt aufgrund der Schwere des Falles der Notarzt hinzu. „Aufgrund langer Anfahrtswege sind es sehr oft auch die fliegenden Notärzte, die aus Gründen der Zeitersparnis von der Leitstelle dazu gerufen werden“, berichten die Sanitäter weiter.

Alle haben schon Schwerstverletzte und Tote im Einsatz erlebt. Das sei belastend und jeder werde damit auf seine Art fertig. Die abnehmende Akzeptanz und Aggressivität gegenüber den Rettungssanitätern stößt den Einsatzkräften sauer auf. Bedrohungen, aggressives Verhalten am Einsatzort bis hin zu Sachbeschädigungen am Fahrzeug haben alle schon erlebt. Gleichzeitig sind die erfahrenen Männer sich sicher: „Jeden kann es zu jeder Zeit treffen und dann sind wir auch für die da, die uns mit Ablehnung und Aggression gegenübertreten.“

Nicht nur die Rettungswache, sondern auch Stephan Burmeister und Thomas Ficht feiern ein Jubiläum. Beide sind die Dienstältesten der zehn Rettungssanitäter in der Wache und bereits seit der Eröffnung dabei.

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