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Überraschung an Silvester : Idstedter verabschieden ihren Postboten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Einwohner danken Heinz Sakautzki mit Geschenken und geschmücktem Dienstfahrzeug für 26 Jahre treue Dienste.

Überraschung an seinem letzten Arbeitstag: Als Postbote Heinz Sakautzki an Silvester seinen  528 Haushalte umfassenden Zustellbezirk  Idstedt erreichte, wurde er ins Feuerwehrhaus umgeleitet. Dort schmückten Einwohner seinen Dienstwagen, damit alle Idstedter sehen konnten: Ihr Heinz brachte nach 26 Jahren zum letzten Mal die Post.

Einige holten sie sich schon hier ab, verabschiedeten ihren Postboten herzlich, und für Heinz Sakautzki gab es bereits die ersten Geschenkpäckchen. Am Ende seiner Tour durchs Dorf hatte er nahezu so viele Pakete für sich, wie er zuvor ausgeteilt hatte. Dafür machte er sogar Überstunden; denn am Ende der regulären Arbeitszeit „entführte“ ihn Bürgermeister Edgar Petersen ins Schützenheim. Dort erwarteten ihn viele seiner Kunden und seine Kollegen der benachbarten Bezirke. Wieder gab es Umarmungen und Geschenke für den scheidenden Postzusteller.

Dieser wies auf die Freude hin, die ihm seine Arbeit immer bereitet habe, „auch wenn ich euch mal nicht so gute Post, wie Rechnungen gebracht habe“. Selbst schwere Pakete habe er ohne Murren geschleppt – bis auf eines mit 35 Kilogramm Bio-Katzensand. „Das hat mir seinerzeit einen Leistenbruch eingebracht. Aber dem Empfänger bin ich natürlich nicht böse gewesen“, erinnerte er sich.

„Komm mal auf’n Kaffee vorbei“, hörte man viele Idstedter sagen, zu denen Sakautzki in all den Jahren eine persönliche Bindung aufgebaut hat. Der Geehrte betonte seinerseits, wie wichtig ihm die menschlichen Beziehungen in seinem Beruf immer gewesen seien. Er habe sich bei den Idstedtern immer wohl gefühlt; deshalb „werde ich trotz meines Ruhestandes vielleicht mehr in Idstedt unterwegs sein als in meinem Wohnort Treia“, sagte er. Er wolle die Kontakte nicht abbrechen lassen. Über Opel-Club und Schießen sei er ohnehin mit dem Dorf verbunden. Bürgermeister Edgar Petersen lud ihn zur offiziellen Verabschiedung der Gemeinde zur Gemeindevertretersitzung am 20. Januar ein. Das Treffen am Silvestertag sei nämlich allein für die Einwohner organisiert worden. Und die erschienen mit allen Vereinsvorsitzenden. In deren Namen überreichte Kulturkreis-Chef Holger Behmer eine Dankesurkunde sowie einen Einkaufsgutschein.

Gerührt von so viel Wertschätzung setzte der Postbote nach Feierabend die unterbrochene Zustellung fort – jetzt auf dem Beifahrersitz. Sein Nachfolger Henning Stüber fungierte als Chauffeur. Er werde den Rekord von Heinz Sakautzki wohl nicht brechen und keine 26 Jahre in Idstedt durchhalten, weil die Post sich neu organisiere. Er wolle zwar gern seine Kunden persönlich kennen; doch eines sei sicher: So wie mit Heinz Sakautzki werde es nicht wieder.

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