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Erinnerung an die Schlacht von 1850 : Idstedt-Halle hängt am seidenen Faden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Stiftung gibt Studie zur Zukunftsfähigkeit des Museums in Auftrag. Zur Finanzierung muss ein Grundstück verkauft werden.

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 07:58 Uhr

Um das Idstedt-Museum ist es nicht gut bestellt. Seit Jahren gehen die Besucherzahlen zurück, jetzt steht auch die Pächterwohnung leer, so dass die Gedächtnishalle aufgrund mangelnder Betreuung geschlossen werden musste. Ob es überhaupt eine Zukunft für das kleine Museum, das an die Schlacht von Idstedt im Jahr 1850 und das erste Kapitel der Schleswig-Holsteinischen Erhebung erinnert, geben kann, soll nun ein Gutachten klären. Darauf verständigte sich der Stiftungsrat in seiner jüngsten Sitzung im Kreishaus.

Um die Studie – Kosten zwischen 20  000 und 30  000 Euro – zu finanzieren, warfen die Mitglieder den kompletten Haushaltsentwurf, der ihnen von Geschäftsführer Herbert Jensen vorgelegt worden war, über den Haufen. Außerdem muss die Stiftung ein Grundstück, das direkt an die Gedächtnishalle angrenzt, an die Gemeinde Idstedt abtreten. Deren Gemeindevertretung hat einem Kauf allerdings noch nicht zugestimmt. Dies soll im Mai geschehen.

Gleichwohl sei signalisiert worden, dass sowohl die Gemeinde als auch das Amt Südangeln bereit seien, sich für die Gedächtnishalle verstärkt einzubringen, sagte Landrat Wolfgang Buschmann in seiner Funktion als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes. Bis zu 50 Prozent der Kosten für die Studie sind nach Angaben Buschmanns förderfähig. Einen entsprechenden Antrag wolle man über die Aktivregion Schlei-Ostsee einwerben. Buschmann machte deutlich, dass dieses Vorgehen alternativlos sei, wolle man überhaupt die Chance bekommen, das Museum zu retten. „Gelingt das nicht, reden wir über die Abwicklung!“

Wie ernst die Lage ist, verdeutlichte Geschäftsführer Jensen anhand der Besucherzahlen der vergangenen Jahre. Waren 2005 noch über 1600 Besucher gezählt worden, so waren es im vergangenen Jahr gerade einmal 521. „Das sind sehr ernüchternde Zahlen“, sagte er vor den Mitgliedern – überwiegend Vertreter von Umlandgemeinden, der Stadt Schleswig sowie Kreispräsident Ulrich Brüggemeier. Auch die Teilnahme an dem Projekt „Kultur-Stundenplan“ der Stadt Schleswig habe die Situation nicht verbessert. Die Resonanz sei „gleich Null“ gewesen. Ebenfalls alarmieren: Einer Schätzung des Servicebetriebes des Kreises zu Folge würde eine den Betrieb sichernde Sanierung der Immobilie fast 170  000 Euro kosten – bei einem Etatvolumen der Stiftung von nur rund 20  000 Euro und einer auf nur noch rund 7000 Euro geschrumpften Rücklage.

Seit Anfang des Jahres das Pächter-Ehepaar Matschulat, das die Gedächtnishalle fast 47 Jahre lang betreut hatte, aus der Schlichtwohnung am Museum ausgezogen ist (wir berichteten), ist dieses geschlossen. Aber geschlossen, darin war sich der Stiftungsvorstand einig, nützt das kleine Museum niemandem. Deshalb soll neben der nun angeschobenen Konzeptarbeit auch der Betrieb wieder aufgenommen werden – allerdings auf Sparflamme. Ab 1. Mai soll die Gedächtnishalle zumindest von Donnerstag bis Sonntag geöffnet werden. Die Betreuung ist allerdings noch nicht geklärt. „Wir denken über eine geringfügige Beschäftigung nach“, sagte der Landrat. Um gleichzeitig aus der ehemaligen Pächterwohnung Einnahmen erwirtschaften zu können, wird erwogen, diese vorübergehend für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitzustellen.

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