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Sportmode „Swedish Fall“ : Idee aus Schleswig: Das Geschäft mit den Cheerleadern

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Drei ehemalige Domschüler haben mit weiteren Studenten eine Firma für spezielle Sportbekleidung gegründet.

von
erstellt am 23.Mai.2017 | 07:00 Uhr

Elmshorn/Schleswig | Zum Sport in Amerika gehören Cheerleader dazu wie das Popcorn zum Kino. Aber auch hierzulande erfreut sich das Cheerleading einer wachsenden Beliebtheit. Die Schleswiger Zwillinge Lara und Silja Stallbaum (22) etwa sind begeistert von dieser Sportart, die Elemente des Turnens, der Akrobatik und des Tanzens vereint. „Dabei wussten wir anfangs auch nicht, was uns erwartet, als wir dem Cheerleading-Team der Nordakademie beitraten“, sagt Lara Stallbaum, die wie ihre Schwester BWL an der Elmshorner Hochschule studiert. „Das ist mehr, als an der Seitenlinie zu stehen und Puschel zu schwenken.“ Stattdessen sei es für Frauen die gefährlichste Sportart der Welt. Lara und Silja Stallbaum zählten zu den sogenannten Flyern, die von den Teammitgliedern mehrere Meter hoch in die Luft geschleudert und wieder aufgefangen werden.

Mittlerweile fehlt den Zwillingen die Zeit für den trainingsintensiven Sport – stattdessen haben sie das Cheerleading für sich als Geschäftsmodell entdeckt. Gemeinsam mit vier weiteren Studenten haben die ehemaligen Domschülerinnen die Firma Swedish Fall gegründet. Über einen Online-Shop vertreibt das Unternehmen seit Anfang des Jahres Trainingsbekleidung und Accessoires speziell für Cheerleaderinnen.

„Der amerikanische Stil der 80er-Jahre ist ziemlich kitschig und entspricht nicht mehr dem, was jungen Cheerleadern gefällt“, sagt der ebenfalls aus Schleswig stammende Jonas Detlefsen (22), einer der drei Geschäftsführer von Swedish Fall. „Wir setzen auf zeitgemäßes skandinavisches Design“, erklärt der Freund von Lara Stallbaum, der an der Nordakademie Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Nicht von ungefähr ist auch der Firmenname skandinavisch geprägt, wobei „Swedish Fall“ vom Ursprung her die Bezeichnung für eine bekannte Stand-Pyramide im Cheerleading ist.

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„Die Marge in der Textilbranche ist relativ gut“, erklärt Detlefsen, warum er und seine Mitstreiter das Abenteuer der Selbstständigkeit gewagt haben. 30 Prozent der Anschubfinanzierung erfolge über EU-Fördermittel. Zudem habe man Geld über stille Gesellschafter hereingeholt. „Und von unseren Dozenten erfahren wir auch viel Unterstützung“, berichtet Detlefsen.

Egal ob Leggins, Shorts oder Tops – produziert wird die Sportbekleidung in Polen, der Versand erfolgt über einen Logistikpartner in Nürnberg. Ein Alleinstellungsmerkmal von Swedish Fall, so Detlefsen, seien spezielle Applikationen an der Seite der Trainingshosen. „Das sorgt für mehr Grip und erleichtert den Jungs, die Mädels hochzuwerfen.“

Mit den bisherigen Verkaufszahlen sind die Jungunternehmer zufrieden – ohne Details zu verraten. „Wir sind keines der klassischen App-Startups. Wir streben von Anfang an Rentabilität an“, sagt Jonas Detlefsen. Und dazu präsentieren die Elmshorner Studenten ihre bislang reine Frauen-Kollektion auf großen Cheerleading-Veranstaltungen an einem selbst gebauten Messestand. „Am vergangenen Wochenende waren wir in Hamburg bei der Deutschen Meisterschaft. Da hatten wir richtig guten Zulauf“, erzählt Lara Stallbaum. Ende dieser Woche vertritt Kollege Stefan Albers das Unternehmen bei der schwedischen Meisterschaft. Und sogar in Amerika war man unlängst präsent – bei der Weltmeisterschaft in Florida warb der erste fest angestellte Mitarbeiter Mitja Wittersheim für die Swedish-Fall-Outfits. „In den USA gibt es einen Milliarden-Markt für Cheerleading-Produkte“, sagt Jonas Detlefsen und skizziert die weiteren Pläne seiner Firma: „Mittelfristig werden wir auch nach Amerika gehen.“

 

Keine Frage, die jungen Unternehmer verfolgen ihre Geschäftsidee mit großem Enthusiasmus. „Es bringt richtig Spaß, auch weil wir uns so verbunden mit diesem Sport fühlen“, sagt Lara Stallbaum. „Wir haben unser Hobby zum Geschäft gemacht.“

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