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Existenzgründer : „Ich wollte mein eigener Herr sein“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Wirtschaftsakademie der IHK hilft beim Sprung in die Selbstständigkeit. Lesen Sie drei erfolgreiche Beispiele.

Nur noch um die 21 000 Förderungen für Existenzgründer wurden für 2012 (351 000 in 2004) von der Bundesagentur für Arbeit bewilligt. Hat die Nachfrage nachgelassen? Oder gibt es keinen Bedarf mehr? Letzteres bestimmt nicht. Bettina Zander ist dafür ein gutes Beispiel. Seit dem 1. Juni betreibt die 46-Jährige ihr Geschäft am Schleswiger Kornmarkt. In „Zander’s Genusswelt“ findet sich Feinkost für die Sinne wie ausgefallene Teesorten, exotische Gewürze oder erlesene Schokolade. Gelernt hat Zander zunächst Floristin. Bevor sie sich ihren Traum von einem eigenen Laden erfüllen konnte, arbeitete sie zuletzt in der „Back-Factory“ im Schichtdienst. „Endlich kann ich meine Fähigkeiten dort einsetzen, wo sie geschätzt werden. Die Zeit am Kunden, die Entschleunigung und die Nachhaltigkeit der Produkte sind mir wichtig“, sagt Zander.

Doch zuvor besuchte sie, wie auch andere Jungunternehmer, ein Existenzgründerseminar bei der IHK-Wirtschaftsakademie. Hier erlernte sie das Handwerkszeug, das ein jeder Neugründer benötigt, um ein kleines Unternehmen zu etablieren. Im Gründungszentrum „Leuchtturm Nord“ steht den Teilnehmer/innen während der gesamten Vorbereitungszeit ein persönlicher Coach bei der Erstellung eines Businessplanes zur Seite. Im Seminar selber geht es um die Themen wie Gründungskonzept, Marketing, Steuern, Buchführung, Finanzen, Recht und Risikoabsicherung. „Leuchtturm Nord“ wird vom Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und ist für Gründer aus der Arbeitslosigkeit, die Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II sind, kostenfrei.

Auch Sandra Seibert ist eine Absolventin des Schleswiger Gründungszentrums. Jahrelang hatte die 29-Jährige in einer Hamburger Werbeagentur Vollzeit plus Überstunden bis in die Nacht hinein gearbeitet – und dafür nur den halben Lohn kassiert. Dann kam der Burn-Out, Seibert kündigte und zog erst einmal zu ihrem Freund nach Kappeln. Dort entstand die Idee für einen Online-Shop. Daraufhin meldete sich Seibert zum Existenzgründerseminar in Schleswig an, um sich die notwendigen wirtschaftlichen Grundlagen anzueignen. Im Anschluss daran gründete sie ihren Shop, in dem sie jetzt Folien, Auto- und Wandtatoos, bedruckte Tassen und andere Geschenkartikel verkauft.

Und noch ein drittes Beispiel für eine erfolgreiche Existenzgründung, aber vor einem ganz anderen Hintergrund. Direkt an der A7, Abfahrt Schleswig-Jagel, befindet sich die Firma „Caravan Technik“ von Simon Mahl. Der 34-Jährige ist seit April dieses Jahres selbstständig. Der gelernte Tischler hat schon bei einigen Firmen der Caravan-Branche als Modellbauer gearbeitet, bis er die Idee hatte, sich als Dienstleister in diesem Gewerbe selbstständig zu machen. Mit fairen Preisen und guter Beratung hofft Mahl, sich von den Mitbewerbern abzuheben. „Ich wollte endlich mein eigener Herr sein und meinen eigenen Kundenstamm bedienen“, erzählt Mahl.




 

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erstellt am 26.Sep.2013 | 18:00 Uhr

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