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Nach Cyber-Angriff : „Ich gehe davon aus, dass wir nicht betroffen sind“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach Hacker-Attacken auf das Netzwerk der Bundestagsverwaltung gilt im Berliner Abgeordneten-Büro von Sabine Sütterlin-Waack (CDU) höchste Vorsicht.

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erstellt am 19.Jun.2015 | 07:09 Uhr

Im Abgeordnetenbüro von Sabine Sütterlin-Waack (CDU) in Berlin sind die Mitarbeiter sensibilisiert. Nachdem im Mai Hacker das Computernetzwerk des Deutschen Bundestags angezapft und offenbar große Datenmengen abgesogen haben (wir berichteten), ist besondere Vorsicht geboten. Drei Standrechner und zwei Laptops sowie ein Tablet-PC und ein Handy der Abgeordneten sind potenziell gefährdet, aber bislang offenbar von direkten Attacken verschont geblieben. „Wir sind von der Bundestagsverwaltung nicht benachrichtigt worden, insofern gehe ich davon aus, dass wir von diesem Cyber-Angriff nicht betroffen sind“, sagt die Abgeordnete aus Lürschau.

Das heißt nicht, dass in ihrem Abgeordnetenbüro in den vergangenen Wochen nicht auch merkwürdige E-Mails eingegangen wären. Drei elektronische Benachrichtigungen, dass die Laptops heruntergefahren würden, waren schnell als verdächtig identifiziert und gelöscht worden. Das galt auch für jene Mail, die mit dem Absender „Angela Merkel“ bei ihr – wie bei vielen ihrer Fraktionskollegen – eingegangen war. Schon beim ersten Hinsehen sei die merkwürdig gewesen, sagt Sütterlin-Waack. Sie habe die Mail sofort gelöscht, sagt sie. „Sonst hätte ich mich natürlich sehr darüber gefreut, wenn mir die Kanzlerin schreibt.“ Aber in diesem Fall schrillten die Alarmglocken. „Jetzt schauen wir noch genauer hin.“

Auch deshalb, weil sie, wie sie sagt, gerade selbst Opfer von Hackern geworden sei. Sie hatte einen Sattel online ersteigert, auf ein polnisches Konto bezahlt, dann aber nie die Ware erhalten. Als sie den vermeintlichen Verkäufer zur Rede stellte, habe dieser glaubhaft versichert, weder einen Sattel angeboten noch Geld bekommen zu haben. Offensichtlich war dessen Account von Kriminellen genutzt worden und Sütterlin-Waack in die Falle getappt.

Die Bundestags-Hacker hatten Anfang Mai sogenannte Trojaner in das Netzwerk der Parlamentsverwaltung eingeschleust und sich Zugang zu Administrator-Passwörtern verschafft. Wie Spiegel-Online gestern berichtete, sollen dabei auch große Mengen vertrauliche E-Mails von Abgeordneten erbeutet worden sein. Im ihrem Fall hätten die Eindringlinge keinen Zugriff auf die wesentlichen vertraulichen Inhalte bekommen, mit denen sie befasst sei, erklärt Sütterlin-Waack, die unter anderem stellvertretendes Mitglied des Edathy-Untersuchungsausschusses ist. „Die vertraulichen Daten laufen nur über ein besonders gesichertes Laufwerk“, sagt die Abgeordnete. „Und die ganz geheimen Sachen wie Ermittlungsakten gibt’s nur in der Geheimschutzstelle der Bundestagsverwaltung.“ Wer dort Akten einsehen möchte, hat online keinen Zugang, sondern muss im 5. Stock der Berliner Schadowstraße 6 vorstellig werden.

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