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Mobilität auf dem Lande : Hürup: „Mitfahrbank“ statt Bushaltestelle

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit ihrer Idee will die Initiative „BobenOp“ die Mobilität für Menschen ohne eigenes Auto in Hürup verbessern.

Ein neues Projekt des Vereins „BobenOp – Klima- und Energiewende soll den Bürgern in Hürup“ auf originelle Art mehr Mobilität verschaffen: Die „Mitfahrbank“. Wer nach Flensburg, Rüllschau, Husby, Satrup oder Freienwill mitgenommen werden will, kann sich an der „Mitfahrbank“ an der Hauptstraße gegenüber dem Edeka Einkaufsmarkt in Hürup einfinden und dort ein entsprechendes Richtungsschild ausklappen. Dann heißt es warten, ob jemand vorbeikommt, der bereit ist, den Fahrgast in die gewünschte Richtung mitzunehmen.

Der Busverkehr ist in einigen Dörfern in SH derartig schlecht, dass die Einwohner ohne Auto aufgeschmissen sind. Besonders für ältere Menschen bedeutet das: Umziehen oder langes Warten.

Der Platz für die Mitfahrbank an der Hauptstraße wurde gewählt, weil er zentral, kurz vor der Kreuzung der Kreisstraße 90 zwischen Hürup und Weseby, liegt. Denkbar sei, dass zusätzlich Mitfahrgelegenheiten über soziale Medien, wie etwa die Facebook-Gruppe „Hüruper“ verabredet werden können, sagen die Initiatoren.

Die „Mitfahrbank“ ist ein alternatives Mobilitätskonzept, das sowohl der mangelhaften Busanbindung in den Dörfern, als auch dem demografischen Wandel Rechnung tragen und dadurch die Attraktivität für das Leben auf dem Land erhalten könnte. „Es steigert das soziale, bürgerliche Miteinander und leistet dabei einen Beitrag zum lokalen Klimaschutz“, meinten Vertreter von „BobenOp“, der sich eine gute Beteiligung der Hüruper Bürger erhofft, auch wenn das manchmal einen kleinen Umweg zur Folge haben könnte. „Wenn die anderen Dörfer ähnliche Projekte realisieren, könnte ein ganzes Mitfahr-Netz entstehen.“ Dieses Ziel wäre für alle, die nicht mehr – beziehungsweise noch nicht – selbst mit dem Auto fahren können oder wollen, eine Möglichkeit, die eigene Mobilität zu verbessern und gleichzeitig soziale Kontakte zu knüpfen. Unterhaltsame Gespräche, ein wenig Spaß und das Ganze bei geringem Aufwand könnte auch für die Fahrer eine gute Motivation sein, an dieser Initiative teilzunehmen.

Weitere Aktivitäten des Vereins „BobenOp“ im Amt Hürup sind auf der Homepage www.bobenop.de nachzulesen. Für das ehrgeizige Engagement des Vereins, in Hürup ein kommunales Nahwärmekonzept mit verschiedenen regenerativen Energiequellen, wie Solarthermie oder Pyrolyse (Biomasse-Vergasung), zu entwickeln, zeichnete die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin die Gemeinde im März als „Energie-Kommune des Monats“ aus.

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