zur Navigation springen

Gregoritsch in Schleswig : HSV-Profi zu Gast bei seinen Fans

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Fußball-Profi Michael Gregoritsch fachsimpelt mit den Mitgliedern des Schleswiger Unterstützer-Clubs „HSV-Schlei“.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2016 | 12:42 Uhr

„2:0“ lautete der Tipp von Michael Gregoritsch für das letzte Saisonspiel des Hamburger SV gegen den FC Augsburg am nächsten Wochenende. „Zweimal ich“, ergänzte der Offensivspieler vom HSV und zeigte mit einem Lachen, dass er das nicht ganz so ernst meinte. Schließlich war seine Leistung bei der Niederlage am Sonnabend gegen Wolfsburg eher schwach. „Nee, keine Ahnung – es wäre schön in den Urlaub zu gehen mit ’nem Sieg“, schob der 22-jährige Österreicher hinterher, der gestern den Fanclub HSV Schlei in Schleswig besuchte. Hier gelang dem sympathischen Fußballer das, was ihm auf dem Rasen derzeit schwer fällt: Er überzeugte auf ganzer Linie, so dass ihm die hiesigen Fans in der „Einzelkritik“ bestimmt ohne zu zögern die Note „Eins“ geben würden.

Zweimal jährlich organisiert der HSV Treffen von Spielern und Fans. Diesmal hatten sich 80 Fanclubs beworben – der „HSV Schlei“ zählte zu den 20 Clubs, die Glück hatten. Dabei gibt es ihn erst seit dem 25. August 2015. „Einen Monat vorher habe ich meinen Vertrag unterschrieben“, erzählte Gregoritsch, während er Autogramme schrieb und Poster der HSV-Mannschaft verteilte, auf dem alle Spieler unterschrieben hatten.

Die Mitglieder des Fanclubs, dessen Vorsitzender Hans-Walter Simonsen ist, hatten alles dafür getan, dass sich der Hamburger Gast im Café der „Heimat“ auf der Freiheit sofort heimisch fühlte. So hatten sie eine Ecke frei geräumt und mit Wimpeln, Fanschals und Fahnen ganz in den Vereinsfarben blau, schwarz und weiß geschmückt. Zudem trugen die 14 Clubmitglieder selbst entworfene Fan-Trikots. Vorne zeigte es eine Hummel als Symbol für die Hansestadt. Auf dem Rücken trugen alle die Nummer zwölf – die Unterstützung durch die Fans ist wie ein zwölfter Mann auf dem Platz.

In entspannter Atmosphäre stellte sich Michael Gregoritsch den Fragen der Fans, mit denen er sofort per du war. So erläuterte er, dass er sich für den HSV entschieden habe, weil ihm eine Perspektive geboten worden sei. „Es ist eine Ehre, hierhin zu kommen“, meinte der 22-Jährige und beschrieb die Kulisse beim Heimspiel: „Wenn 57  000 Leute schreien, hat das schon eine Qualität.“ Von den Rängen aus oder vor dem Fernseher würden einige Spielszenen allerdings leichter und „ganz anders“ aussehen als auf dem Feld, versuchte er zu erklären, warum vermeintlich gute Torchancen vergeben werden. Auf die Frage, warum die Mannschaft oft nur eine Halbzeit lang gut spiele, hatte der junge Österreicher keine Antwort: „Wenn wir das wüssten, würden wir es abstellen.“ Dann würde man in der Tabelle – der Hamburger SV steht auf Rang zwölf und wird auch in der nächsten Saison in der ersten Bundesliga spielen – besser dastehen. „Wir versuchen, daran zu arbeiten“. Beim Fachsimpeln waren sich Fußballprofi und Fans daher einig: Die Leistung muss konstanter werden.

Während mancher Fan Verständnis zeigte und meinte, die Mannschaft müsse sich noch finden, entgegnete Michael Gregoritsch selbstkritisch: „Das sollte am Ende der Saison eigentlich der Fall sein.“ Und während sich auf dem Feld alle Spieler gut verstehen sollten, müsse man sich abseits davon frei die Meinung sagen können. „Da fliegen auch mal die Fetzen“, gab er zu. Bei aller Selbstkritik, eines tue er nicht: „Ich lese keine Zeitung.“ Es könne sein, dass man darin zerlegt werde. Der eine könne das ab, der andere nicht. „Ich will gar nicht wissen, ob ich es kann oder nicht“, so der Fußballer.

Der Fanclub, der noch Räume sucht, in denen die Mitglieder HSV-Spiele gucken können, trifft sich einmal im Monat. Wer Lust hat, zum nächsten Treffen am Freitag, 27. Mai, um 18 Uhr zu kommen, kann sich bei Hans-Walter Simonsen melden unter Tel. 0157/58731873. Die Clubgründung hatte Harro Greupner angeregt – obwohl er gar kein Fan war. Doch Thomas Böge, den er bei den Schleswiger Werkstätten ambulant betreut, „ist ein HSV-Fan durch und durch. Er hat mich dann zum DFB-Pokal-Spiel gegen Bayern mit ins Stadion geschleppt. Ich fand das so klasse, dass ich gesagt habe, sie sollen einen Fanclub gründen“. Jetzt ist er selbst Mitglied.

„Klasse“, „sehr schön“ und „ein Erlebnis“ sei auch der Besuch von Michael Gregoritsch gewesen, meinten die Fans Erika Reese und Uwe Wegner. „Gestern haben wir ihn noch im Fernsehen gesehen, heute hier in Schleswig“, sagten sie und strahlten über das ganze Gesicht. Sie ließen sich nicht lange bitten, als Michael Gregoritsch fragte: „Wollen wir noch ein paar Fotos machen?“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen