zur Navigation springen

Cléber Reis zu gast auf der Geest : HSV-Profi besucht „Rauten-Düwels“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Brasilianischer Innenverteidiger zeigt sich beim Fanclub in Jübek gesprächsfreudig.

Besser hätte für den HSV-Fanclub „Rauten-Düwels“ aus Jübek das Wochenende nicht laufen können. Erst bezwang ihr Verein den Tabellenzweiten Borussia Dortmund mit einem 3:1-Sieg im Freitagsspiel, dann besuchte sie am Sonnabend auch noch der brasilianische Innenverteidiger des HSV, Cléber Reis, in ihrem Vereinsheim in Jübek. Begeistert begrüßten Kai Buchholz, Gonne Jensen und Klaus Köhler aus dem Vorstand des HSV-Fanclubs sowie viele der insgesamt 200 Mitglieder schon draußen den Gast und führten ihn schnell in die warme, bis auf den letzten Platz gefüllte Vereinsstube.

Dort dauerte es nicht lange, bis das Eis zwischen den Fans und dem 24-Jährigen, der mit seiner Frau und seinem fünfjährigen Sohn in Hamburg lebt, gebrochen war. Der sympathische Brasilianer beantwortete mehr als eine Stunde lang die Fragen der „Rauten-Düwels“. Souverän von Klaus Köhler moderiert und durch die Übersetzungen durch Edson Büttner, der als Freund und persönlicher Dolmetscher Cléber Reis auch beim täglichen Training zur Seite steht, entwickelte sich der Nachmittag zu einem Gespräch „auf Augenhöhe“. Die Fragen des Publikums waren von einem gewaltigen Insider-Wissen und fachlicher Kompetenz der Vollblut-Fußballfans gekennzeichnet. Dementsprechend auskunftsbereit zeigte sich der HSV-Spieler.

Schritt für Schritt solle es nun für den HSV nach vorn gehen. In der laufenden Saison bedeute dies eine Platzierung mit Abstand zu den Abstiegsplätzen, in der kommenden Saison würde Trainer Bruno Labbadia die Ziele höher hängen, denn „alle Mannschaftsteile arbeiten jetzt viel mehr miteinander. Die Abwehr steht nicht mehr allein. Die Vorderleute und Mitspieler wollen jeden Ball von uns haben, man kommt sich entgegen und der Stürmer ganz vorn wird auch wieder zum ersten Verteidiger“, beschrieb Cléber das neue Spiel des HSV.

Vor allen sei das Vertrauen des Trainers in die Spieler groß. Vor einem Wiederholen von katastrophalen Abwehrfehlern aus der letzten Saison müsse niemand mehr Angst haben, überzeugte der Profi, der im August 2014 vom SC Corinthians Sao Paulo nach Hamburg gewechselt war. Sogar über die Verletzung von Emir Spahic im Freitagsspiel gab Cleber Auskunft: „Es könnte ein Bänderriss sein, das ist aber noch nicht zu 100 Prozent sicher.“ Dass beim verletzungsbedingten Ausfall seines Rivalen um einen Stammplatz in der Innenverteidigung sein Platz in der Startaufstellung sicher sein könnte, wies er zurück. „Der Trainer stellt immer den Trainingsbesten auf. Da will und muss ich mich täglich beweisen.“

Natürlich wollten die „Rauten-Düwels“ auch wissen, wie es um das Privatleben ihrer Lieblingsspieler steht. „Ja, es gibt Freundschaften unter uns und wir reden nach dem Training noch miteinander“, sagte Cléber , „wir gehen essen oder feiern auch mal eine Party zusammen“. Nach dem Sieg gegen Dortmund hätten sich die Spieler in der Kabine „wie kleine Kinder“ gefreut und laute Musik gehört. Nach so einem Sieg lasse es sich leicht zum nächsten Spiel auflaufen, anders als nach der bitteren Niederlage gegen Hannover vor zwei Wochen.

Die schrecklichen Ereignisse beim Länderspiel Frankreich gegen Deutschland hätten alle tief getroffen, berichtete Cléber. „Ich trauere mit den Familien in Paris. Das, was jetzt passiert, ist psychischer Terror“, übersetzte Edson die Worte seines Freundes. Er fühle sich aber in Deutschland sicher, erklärte Cléber. Seine Gesprächspartner sahen es ähnlich, waren sie doch auch geschlossen zum Freitagsspiel des HSV angereist. Man wolle sich nicht einschüchtern lassen, habe aber Verständnis. „ Die Sicherheitsvorkehrungen am Stadion waren riesig, ich kam zehn Minuten, andere sogar 30 Minuten zu spät zum Anstoß“, berichtete Peti Petersen, der aktiv im Fanclub mitwirkt und dessen Fan-Garage legendär ist.

Nur bei der Frage nach seinen Plänen nach Vertragsablauf 2018 beim HSV ließ Cléber sich alle Optionen offen: „Ich bin ein sehr gläubiger Mensch und denke, das liegt in Gottes Hand.“



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen