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Schleswiger Nachrichten

15. Dezember 2017 | 13:47 Uhr

Hommage an ein Schlageridol

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Michael Theede huldigt Udo Jürgens im Glücksburger Schloss mit unvergessenen Melodien und Anekdoten

Der 21. Dezember 2014 war ein schwarzer Tag für den deutschen Schlager: Bei einem Spaziergang in Gottlieben im Schweizer Kanton Thurgau erlitt Udo Jürgens einen Herzinfarkt. „Mitten im Leben“ (so der Titel seines letzten Albums) ereilte den scheinbar unsterblichen 80-Jährigen der Tod. Aber Udo Jürgens lebt weiter: in seinen Liedern und seiner Musik. Dafür sorgt auch Michael Theede.

Der Konzertpianist und Hamburger Professor für Kultur- und Medienmanagement war nach Glücksburg gekommen, um „im schönsten Schloss Deutschlands“ (Theede) die schönsten Songs des Grandseigneurs der deutschen Unterhaltungsmusik zum Besten zu geben. Die begeisterten Zuhörer im ausverkauften Saal des ehrwürdigen Gemäuers konnten gut zwei Stunden lang Jürgens’ unverwüstlichen Melodien aus fünf Jahrzehnten lauschen – von kess bis melancholisch, fetzig bis romantisch, hymnisch bis grüblerisch.

Der 45-jährige gebürtige Flensburger Theede spielte Songs wie „Die Welt braucht Liebe“, „Jetzt oder nie“, „Und immer, immer wieder geht die Sonne auf“ oder „Griechischer Wein“ in vollgriffigen Klavierarrangements mit kräftigem Anschlag, gab dazwischen im angenehmen Plauderton Anekdoten von seinem Idol zum Besten und überraschte das Publikum mit Klavierbearbeitungen sinfonischer Werke, die eher unbekannt sind.

Da beim reinen Klaviervortrag Gesang und Text fehlen, ist die Sache natürlich ein wenig heikel. Eigentlich müsste der Pianist hier und da variieren oder improvisatorisch aktiv werden, was angesichts der Jazzer-Wurzeln des guten alten Udo ja eigentlich auch nahe liegt. Das aber geschieht selten, da es Theede um die möglichst originale Wiedergabe des musikalischen Geschehens geht. Drum greift bei einigen Liedern entsprechend der ansteigenden Strophenzahl eine gewisse repetitive Ermüdung um sich. Der Begeisterung im Schloss tut dies indes keinen Abbruch: Jung gebliebene Damen strahlen selig bei „Ich war noch niemals in New York“, und ein gepflegter älterer Herr mit gesunder Bräune im Gesicht konstatiert erfreut: „Endlich mal was Eingängiges bei den Schlosskonzerten!“ Und fordert mehr. Da lässt sich Theede nicht lange bitten. Zugabe: „If I never sing another song“, „Vielen Dank für die Blumen“ und natürlich „In diesem ehrenwerten Haus“. Womit der Veranstaltungsort denn auch nochmal angemessen gewürdigt ist. 

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