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Vorentscheid des Eurovision Song Contest : Hollingstedt steht hinter Helene

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die 20-Jährige kämpft heute in Köln um ihr Ticket nach Kiew.

Lange hat sie davon geträumt, beim Vorentscheid des Eurovision Song Contest (ESC) auf der Bühne zu stehen. Und heute Abend geht ihr Traum in Erfüllung: Helene Nissen aus Hollingstedt tritt in Köln gegen vier weitere Kandidaten an, um Deutschland im Mai beim ESC in der Ukraine vertreten zu dürfen. Seit dem vergangenen Wochenende ist die 20-Jährige im Rheinland und probt die Lieder, die sie singen wird. Ihre Eltern Holger und Kirsten Nissen und ihr Bruder Kjell machen sich heute Vormittag auf den Weg nach Köln, um sie zu unterstützen. Während die Mutter und der Bruder Helenes Auftritt von den Rängen aus verfolgen, wird Holger Nissen ganz nah bei seiner Tochter sein – „backstage“, hinter der Bühne. „Wir sind alle total aufgeregt und unheimlich stolz“, beschreibt er die Stimmung in der Familie. Zu Helene habe die Familie vor dem Wettbewerb einmal am Tag Kontakt gehabt – sie freue sich und sei ganz cool.

Nicht nur die Eltern und der Bruder werden Helene Nissen ganz fest die Daumen drücken. Auch in ihrer Heimat Hollingstedt fiebern alle dem ESC-Vorentscheid entgegen. „Die Menschen sind begeistert, Helenes Auftritt ist überall ein Gesprächsthema“, erzählt Bürgermeisterin Petra Bülow. Die 20-Jährige, die zum Berufsbildungszentrum (BBZ) in Schleswig geht, sei in der Gemeinde bekannt – nicht zuletzt durch ihre diversen Auftritte. Bei den Einwohnern sei sie sehr beliebt. „Für Helene ist die Teilnahme beim ESC ein großartiger Erfolg und ich wünsche ihr, dass sie weiterkommt und nach Kiew fahren darf“, sagt Bülow.

Das wünscht sich auch Regina Peper. Die 51-Jährige kennt Helene Nissen seit ihrer Geburt, denn sie ist mit der Familie befreundet. „Helene ist ein schüchterner, sensibler und lieber Mensch mit einer Power-Stimme“, erzählt sie. Beeindruckt blickt sie auf die Entwicklung der jungen Frau zurück. „Ihre Eltern und ich haben uns immer gefragt, von wem sie das Talent hat“, sagt sie und lacht. Sie habe sich das Gitarrespielen selbst beigebracht und schreibe eigene Texte. Peper ist davon überzeugt, dass Helene den Vorentscheid gewinnen kann: „Das Potenzial hat sie!“ Sie sei sehr locker, obwohl sie sonst immer sehr aufgeregt sei. Den Wettbewerb wird sich Peper zu Hause mit ihrer Familie und Freunden anschauen – und Helene natürlich die Daumen drücken.

Die Mitschüler der 20-Jährigen werden den Auftritt in der Pausenhalle des Schleswiger BBZ-Neubaus am Eisteich verfolgen. Sie haben ein „Public Viewing“ organisiert, um ihre Klassenkameradin zu unterstützen. „Ich finde es toll, dass Helene beim ESC-Vorentscheid mitmacht“, sagt Bente Nickel. Sie und Bente Puls, Johanna Lauszus, Enie Raja Heide und Malin Christine Gottschalk hoffen, dass heute viele Menschen ins BBZ kommen, um mit ihnen den Wettbewerb zu sehen – und, wenn es gut läuft, Helenes Sieg zu feiern. Sollte sie nicht gewinnen, sei das für Helene aber kein Weltuntergang, sind sich die Schülerinnen aus dem Fachbereich Gesundheit und Soziales sicher: „Sie wird nicht aufhören, sondern macht weiter.“

Dass sie heute Abend beim ESC-Vorentscheid auf der Bühne steht, hätte Tanja Arndt, bei der Helene Nissen drei Jahre lang Gesangsunterricht nahm, nicht gedacht. Deshalb freue sie sich umso mehr. Die Inhaberin der „Rock-Pop-Academy“ in Schleswig erinnert sich noch gut an die Stunden mit ihrer Schülerin: „Sie war ehrgeizig, wollte immer weiter und ist am Ball geblieben.“ Das Talent der 20-Jährigen hat sie schnell erkannt: „Helene hat viel geübt und schnell Fortschritte gemacht.“ Die eher schüchtern wirkende junge Frau ist, so Arndt, auf der Bühne ein anderer Mensch mit einer anderen Ausstrahlung. Sie konzentriere sich dort ganz auf sich selbst und schalte alles sonstige ab. Dass sie das Potenzial für Kiew hat, steht für Arndt außer Frage. Sie findet, dass Helene Nissen in der ersten Runde mit Johnny Cashs „Folsom Prison Blues“, den sie sich selbst aussuchte, eine gute Entscheidung getroffen hat. Deshalb wird sie, wie auch Hollingstedts Bürgermeisterin Petra Bülow, Regina Peper und die Mitschüler des BBZ, heute für ihre ehemalige Gesangsschülerin abstimmen.

Wenn Helene Nissen heute gewinnt, wird sich vieles für sie verändern. Für Familie, Freunde und Mitschüler bleibt sie aber die Alte. Seit feststeht, dass sie beim ESC ins Rennen geht, habe sie sich laut Regina Peper nicht verändert. Im Gegenteil: „Sie ist immer noch das Mädchen von nebenan.“

> „Public Viewing“: Ab 19.30 Uhr, Pausenhalle des Schleswiger BBZ-Neubaus am Eisteich (Geb. E).

Wie läuft der ESC-Vorentscheid ab?

Wer  Deutschland beim ESC in Kiew vertreten wird, entscheiden die Fernseh-Zuschauer. Neu ist in diesem Jahr, dass auch das europäische Publikum bei der deutschen Vorentscheidung mitmachen kann.

Runde 1: Die fünf Kandidaten treten zunächst mit einem Coversong ihrer Wahl auf. Drei Kandidaten wählen die Zuschauer in die zweite Runde.

Runde 2: Die drei Künstler mit den meisten Stimmen singen den ersten für den ESC komponierten Song in verschiedenen Arrangements. Von diesen drei Kandidaten wählen die Zuschauer zwei in die dritte Runde.

Runde 3: Die zwei Künstler singen  den zweiten für den ESC komponierten Song. Dann wählen die Zuschauer aus den jeweils zwei Auftritten beider Künstler in Runde zwei und drei  ihre Lieblingskombination.

Runde 4: Im Finale stehen die beiden Auftritte mit den meisten Stimmen: entweder ein Künstler mit beiden ESC-Songs, beide Künstler mit unterschiedlichen Songs oder beide Künstler mit demselben Song. Nun entscheidet sich, wer mit welchem Song Deutschland beim ESC in Kiew vertritt.

 
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erstellt am 09.Feb.2017 | 06:55 Uhr

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