Schulhaus-Museum : Hollingstedt kommt ins Kino

Ein Blick in den Schulraum im Schulhausmuseum Hollingstedt, aus Sicht von Kameramann Dan Laustsen.
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Ein Blick in den Schulraum im Schulhausmuseum Hollingstedt, aus Sicht von Kameramann Dan Laustsen.

Norwegisch-deutsche Verfilmung des Romans „Das Löwenmädchen“ spielt auch in der Region. Viele Kinder als Komparsen im Einsatz.

shz.de von
20. Juli 2015, 13:04 Uhr

Am Schulhausmuseum in Hollingstedt ging es dieser Tag zu wie in einem Bienenstock. Rund 80 Menschen wuselten um das Gebäude herum. Eine komplette Filmcrew, von den Kameraleuten, Beleuchtern und Tontechnikern über das Aufbaupersonal, die Maske und Garderobieren bis hin zu Bühnenbildnern, hatte das Gebäude in Beschlag genommen für die Verfilmung des Erfolgsromans „Das Löwenmädchen“. Die Straße an der Schule wurde gesperrt, zahlreiche Lkw, teilweise mit Aufliegern, parkten auf dem Sportplatz, an der „Doppeleiche“ und am „Klues“.

Die Filmfirma hatte zuvor in der Grundschule Hollingstedt ein Casting durchgeführt und 38 Kinder vom 2. bis 4. Schuljahr als Komparsen für die Verfilmung des Bestsellers „Das Löwenmädchen“ von Erik Fosnes Hansen ausgesucht. Die ausgewählten Kinder fuhren anschließend nach Neumünster, um passende Kleidung im Stil der Zeit um 1900, in der die Geschichte spielt, auszusuchen und anzupassen. Denn für die Filmaufnahmen mussten sich die Kinder, nicht zuletzt mit Hilfe der „Maske“, in Schüler der Jahrhundertwende verwandeln.

Betreut wurden sie von ihren Lehrerinnen Kirsten Kasmekat und Kathrin Huffmann. Diese sagte: „Wir freuen uns, dass die Kinder mit so viel Eifer und Spaß ihre Rolle als Komparsen wahrnehmen und so direkt am Filmgeschehen auch mit den Schauspielern sind. Dies sind besondere Erlebnisse, von denen sie noch lange reden werden.“

Ernst wurde es, als sie von den Komparsen-Betreuerinnen eingewiesen wurden in ihre Aktionen und die Kamera lief. Dann mussten die Szenen so lange wiederholt werden, bis die norwegische Regisseurin Vibeke Idsøe zufrieden war. Für einzelne Szenen wurden mal mehr, mal weniger Kinder benötigt. Als die Betreuerin rief „Ich brauche mal acht Kinder, die gut und laut lachen können“, gingen sofort alle Hände hoch.

Neben dem „Löwenmädchen“ gespielt von Aurora Lindseth Løkka (als Siebenjährige) und Mathilde Thomine Storm (als 14-Jährige) trat bei Hollingstedter Szenen die Norwegerin Torunn Loedemel Stokkeland als Lehrerin auf. „Ich freue mich, in diesem Film mitspielen zu können. Das Schulhausmuseum in Hollingstedt ist der richtige historische Drehort für diese Schulszenen“, sagte sie. Auch Produzent Reza Bahar von der „Gifted Films West GmbH“ kam an den Drehort. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ablauf der Dreharbeiten.

Die Geschichte „Das Löwenmädchen“ erzählt von Eva Arctander, die in einer kleinen Provinzstadt in Norwegen zur Welt kommt und deren ganzer Körper von feinen blonden Härchen bedeckt ist. Das Kind wächst abgeschottet und versteckt vor der Neugier der Außenwelt heran, erschafft sich ihre eigene Welt, bis sie eines Tages den Mut findet, der Enge ihres Lebens zu entfliehen. Im Film geht es um das Leben des Kindes von 1907 bis 1930. Die Winterszenen wurden in Lillehammer gedreht. Die letzten Wochen drehte das Team bereits in Nordrhein-Westfalen. Nun, am 41. Drehtag, wurden in Hollingstedt Schulszenen aus sechs Schuljahren des „Löwenmädchens“ gedreht. Acht weitere Drehtage folgen noch in Schleswig-Holstein. Bekannte Schauspieler wie den schwedischen Schauspieler Rolf Lassgård (Wallander), Burghart Klaußner und Ken Duken aus Deutschland spielen mit. Die norwegische-deutsche Koproduktion wird im Herbst 2016 in den Kinos anlaufen.

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