MEggerdorf : Hoher Wasserstand durch alte Pumpen

Veraltet und nicht mehr leistungsfähig genug: Dieses Schöpfwerk in „Fünfmühlen“ entwässert im Meggerkoog die Hauptschlagader „Mühlenschlote“
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Veraltet und nicht mehr leistungsfähig genug: Dieses Schöpfwerk in „Fünfmühlen“ entwässert im Meggerkoog die Hauptschlagader „Mühlenschlote“

Die Schöpfwerke im Meggerkoog sollen optimiert werden.

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28. Januar 2018, 08:21 Uhr

Wie sieht die Zukunft der Niederungen an Eider, Treene und Sorge aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung im „Landkrug“ in Meggerdorf. Der Eider-Treene-Verband hatte die Landeigentümer und –bewirtschafter eingeladen, um ein Pilot-Projekt vorzustellen, das die Interessen von Land-und Wasserwirtschaft sowie Naturschutz vereinen soll.

Eckhard Sievers, Sprecher der Arbeitsgruppe Wasserwirtschaft Meggerkoog, verwies auf die Herausforderungen durch das 1000 Hektar große Niederungsgebiet. „Seit 2014 haben wir immer wieder Probleme mit zu viel Wasser“, so Sievers. Ursache des hohen Wasserstandes seien einerseits die maroden Entwässerungspumpen in dem Schöpfwerk in „Fünfmühlen“ und andererseits die allgemeinen Umstände in einem Niederungsgebiet. Veränderungen sollen nur in Einklang mit der Landwirtschaft und dem Umweltschutz erfolgen.

Um dem „Pilotprojekt Meggerkoog“ mehr Gewicht zu geben, hat man die Trägerschaft dem „Eider-Treene-Verband“ übertragen. Geschäftsführer Sven Wollesen skizzierte die Besonderheiten des Meggerkoogs. „Die Hauptschlagadern sind die Mühlenschlote und diese werden von zwei Pumpen mit einer Sekundenleistung von 1 800 Litern entwässert“, erklärte er.

In dem gesamten Verbandsgebiet verfüge man über 48 000 Hektar Niederungsflächen, die von 50 Schöpfwerken entwässert werden. „Unsere Pumpen sind teilweise über 80 Jahre alt und alles Unikate“, räumte der Geschäftsführer ein. Für große Pumpen, die extra in einem Metallgussverfahren hergestellt werden, seien Kosten bis zu 200 000 Euro fällig. Das Schöpfwerk Fünfmühlen pumpt das Wasser aus Meggerdorf 1,30 Meter höher in die Alte Sorge. Dieses Gewässer wird über die Steinschleuse bei Süderstapel wieder 1,40 Meter höher in die Eider gepumpt. „Also ohne intakte Entwässerung geht in vielen Kommunen Stapelholms gar nichts.“

Um Lösungen anbieten zu können, wurde ein Fachunternehmen aus Bützow mit den Voruntersuchungen beauftragt. Dr. Dietmar Mehl stellte die Arbeit vor. „Unser Ziel ist es, den Lebensraum Meggerkoog durch Optimierung des Schöpfwerkbetriebes zu verbessern.“ Seit Dezember 2017 sind die Bützower Spezialisten mit den Untersuchungen beschäftigt. Insgesamt sind 30 Kilometer Gewässer und 100 Brücken und Durchlässe einzubinden, um über das Verhalten von Grund- und Oberflächenwasser Auskünfte zu erhalten. „Dazu benötigen wir das komplette Jahr 2018“, erklärte Mehl. Demnächst werden acht Pegel installiert, um konkrete Ergebnisse zu erhalten.

Eines prognostizierte Mehl schon jetzt: „Um alle Aspekte unter einen Hut zu bringen, sind Kompromisse notwendig.“ So würde beispielsweise ein überdimensioniertes Entwässern die Bodenabsackung beschleunigen. Daher strebe man eine stärkere Differenzierung der jeweiligen Wasserstände in den einzelnen Gräben an. „Dazu brauchen wir die Hilfe der Landeigentümer.“ Ein bedarfsorientiertes und energiesparendes Schöpfwerksystem sei dazu unerlässlich. Allein für die Voruntersuchungen sind Finanzmittel in Höhe von 125 000 Euro vorgesehen.

Landwirt Matthias Sievers äußerte sich hoffnungsvoll: „Ich bin froh, dass wir in Meggerdorf als erste so etwas durchführen.“ Berufskollege Jochen Thiemann ergänzte: „Nicht nur die 1000 Hektar hängen daran, sondern das ganze Dorf.“ Auf den Punkt brachte es Bürgermeister Ralf Lange: „Hier muss etwas getan werden, um unsere Region lebenswert zu erhalten.“

Peter Thomsen

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