Schleswig : Höchstleistungen bei Hitze

Emil und Paul geben Vollgas beim Sprint, egal ob mit oder ohne Schuhe. Fotos: nek
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Emil und Paul geben Vollgas beim Sprint, egal ob mit oder ohne Schuhe. Fotos: nek

Im Rahmen des Ferienspaßes versammeln sich regelmäßig Menschen aller Altersklassen, um das Sportabzeichen zu machen.

shz.de von
05. August 2018, 07:00 Uhr

Der Schweiß läuft – aber nicht nur vor lauter Hitze, sondern vor allem vor Anstrengung. Jetzt gaben erneut zehn Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Alleestadion alles, um sich eines der begehrten Sportabzeichen zu sichern.

„Wir bieten das jedes Jahr als Ferienspaßaktion an“, erzählt Dagmar Tenhagen vom Sportverein für Gesundheit und Rehabilitation Schleswig (SGR). Vereinsmitglieder haben sogar das ganze Jahr über die Möglichkeit, ein Abzeichen zu erwerben. In den Ferien wolle man aber zusammen mit den Schleswiger Werkstätten mit Behinderteen und nicht Behinderten gemeinsam Sport machen, Inklusion eben. „Das läuft super“, freut sich Tenhagen, die auch so im Verein mit behinderten Menschen Sport macht.

Das Sportabzeichen kann jeder erwerben, der mindestens sechs Jahr alt ist. Alle fünf Jahre muss ein Nachweis darüber erbracht werden, dass man schwimmen kann, und aus den vier Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination muss jeweils eine selbstgewählte Aufgabe gemeistert werden. Je nachdem wie gut man ist, gibt es Bronze, Silber oder Gold. Die Anforderungen variieren nach Alter und Geschlecht. Im Kinder- und Jugendbereich sind es noch Schritte von einem Jahr, danach werden die Altersgruppen ab 18 Jahren größer. „Der älteste Teilnehmer ist über 80“, erzählt Tenhagen. Er sei immer noch jedes Jahr dabei und ärgere sich ein bisschen, dass die Anforderungen erhöht wurden und er nur noch Silber schafft.

Jennifer, Anne, Lena und Sarah Schüller machen jedes Jahr Urlaub bei ihren Großeltern in Schleswig. Eigentlich kommen sie aus Aachen. Sie erzählen, dass sie 2010 über ihren Großvater an das Sportabzeichen herangeführt wurden und seitdem jedes Jahr dabei sind. Inzwischen sind alle berufstätig und es ist gar nicht so einfach, den Urlaub zu koordinieren. Aber bis jetzt hat es noch immer geklappt. Sie machen mit, weil es ihnen Spaß macht und um die eigene Leistung einschätzen zu können. Bis jetzt hat es jedes Jahr für ein Abzeichen gereicht.

Für die neunjährige Rima ist es der erste Versuch, ein Sportabzeichen zu erwerben. Sie erzählt aber in einer Trinkpause ganz stolz, dass sie in ihrer Heimat Stuttgart den ersten Platz im Waldlauf erreicht hat und bei den Bundesjugendspielen eine Ehrenurkunde bekommen hat. Da ist ein Sportabzeichen natürlich auch schaffbar.

Emil ist sieben, hat sich aber letztes Jahr schon ein Sportabzeichen in Gold erkämpft. Dieses Jahr sähe es bis jetzt auch ganz gut aus, erzählt er und flitzt zum Start für den Sprint. Daniela Lorenzen und Martin Korth von den Schleswiger Werkstätten tragen stolz ihr T-Shirt von den „Special Olympics“ in Kiel. Auch hier beim Sportabzeichen geben beide alles und freuen sich sichtlich, dabei zu sein.

Wer Lust bekommen hat, sich selber ein Sportabzeichen zu holen, hat am 16. August ein letztes mal diesen Sommer die Chance dazu. Der Termin nächste Woche fällt aus. Mitzubringen sind neben einem Nachweis über die Schwimmfähigkeit vor allem: Kampfgeist, Motivation und gute Laune.

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