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Schleswig : Hochsaison für die mobile Apfelpresse

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Joachim Henes verarbeitet in Schleswig etwa eine Tonne Äpfel pro Stunde. Der Saft wird pasteurisiert und in Beutel abgefüllt.

„Es vergammeln immer noch zu viele Äpfel in Schleswig Holstein“, sagt Joachim Henes aus Brodersby. Der 42-Jährige hat vor zehn Jahren das Konzept der mobilen Obstpresse entwickelt, die – soweit bekannt – nördlich des Kanals immer noch einzigartig ist. Mit der auf einem Pkw-Anhänger montierten Press- und Abfülleinrichtung fuhr er schon damals durch das ganze Land. Seinen Hauptstandort hatte er nahe seinen Obstplantagen in Riesboer, einem Ortsteil von Brodersby. Als einer der ersten füllte Henes den fertigen Saft in Plastikbehälter für das Bag-in-Box-System ab. Das Konzept schlug ein, weil jeder Kunde nur Saft von seinen eigenen Äpfeln bekam – und das ab einer Menge von 50 Kilogramm.

Inzwischen wurde das System weiter entwickelt. Die Firma trägt immer noch den Begriff Riesboer im Namen, hat aber die Presse an den Wochentagen in Schleswig aufgebaut. Dort in einer ehemaligen Bundeswehrhalle an der Zuckerstraße 30 wird in der Saison etwa eine Tonne Äpfel pro Stunde entsaftet. Nur am Wochenende fährt die mobile Presse noch über Land.

Die alte Packpresse wurde durch eine Bandpresse ersetzt, die kontinuierlich arbeitet und die Äpfel fünf Mal presst. Kundschaft sieht man nur noch kurz. Denn auf seinen Saft zu warten, ist nicht mehr sinnvoll. Das System ist effektiver geworden. Unter anderem wurde die Mindestmenge inzwischen auf 100 Kilo erhöht.

Der Kunde füllt seine Äpfel in eine nummerierte Kiste. Diese wird über einen Gabelstapler in die Reinigungsanlage geleert. Die Äpfel werden gewaschen, und anschließend gemahlen. Der kalt gepresste Saft wird durch einen Plattenwärmetauscher pasteurisiert und halbautomatisch in Beutel abgefüllt. Diese werden danach mit dem Namen des Kunden versehen, der sie am nächsten Tag abholen kann. Die Honorierung richtet sich nach der Anzahl der abgefüllten Beutel. Um die Anfahrt für die Kunden zu verkürzen, hat Henes in Nehms (Kreis Segeberg), Aukrug, Rendsburg, Altenholz (alle Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Meyn Sammelstellen eingerichtet, von denen er Kisten abholt. „Dieses System ist effektiver, als vor Ort zu pressen“, erklärt er. Denn in Schleswig habe er die Infrastruktur, die alles einfacher mache. Außerdem habe er vor, das Netz der Sammelstellen auszuweiten, um den Kunden noch näher zu sein.

In diesem Jahr rechnet er mit einer Apfelernte beim Streuobst, die endlich einmal wieder durchschnittlich oder vielleicht sogar leicht darüber ausfallen wird. „Aber alles ist in diesem Jahr drei Wochen später“, stellt er fest. Deshalb würden sie wohl bis Ende November oder sogar bis in den Dezember hinein pressen.

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