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Hitze ließ Wasserverbrauch um bis zu 26 Prozent steigen

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Stadtwerke ziehen nach dem heißen Sommer Bilanz: Versorgung mit dem kühlen Nass jederzeit gesichert

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Selbst als das Thermometer in den vergangenen Wochen mehrfach an der 30-Grad-Marke kratzte, blieb Wasserwerker Marco Wriedt gelassen. An den heißesten Tagen dieses Sommers musste das Wasserwerk am Baumhofsgang in der Spitze 5900 Kubikmeter des nassen Elements in das Schleswiger Leitungsnetz einspeisen. Diese Menge liegt 26 Prozent über dem monatlichen Durchschnittswert von 4900 Kubikmetern. Der Mehrverbrauch ist vor allem auf die intensive Bewässerung von Gärten und Feldern zurückzuführen. Allerdings hätten die Pumpen und Filter noch mehr Wasser bereitstellen können. Die Anlage ist dazu in der Lage, innerhalb von 24 Stunden bis zu 9600 Kubikmeter zu fördern. Wriedt versichert: Die Versorgung der Bürger der Schleistadt mit frischem Trinkwasser sei jederzeit gewährleistet gewesen.

Die maximale Kapazität ist noch niemals zuvor erreicht werden. Nur einmal wurde es knapp. Da liefen die Pumpen einen ganzen Tag an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Am Ende lag die Reserve bei knappen 300 Kubikmetern. Das ist jedoch so lange her, dass weder Wriedt noch Jürgen Augustin, Technik-Chef der Stadtwerke, sich an das Datum erinnern können. Sicher ist nur: Es war zu einer Zeit, als Schleswigs Einwohnerzahl spürbar höher war, es noch die Zuckerfabrik und den Nordfleisch-Schlachthof gab - und Toiletten noch keine Wasserspartasten hatten.

Die Menge des benötigten Frischwassers hat sich zwar verändert, nicht aber seine Qualität. Das Wasser, das die Stadtwerke aus einer Tiefe zwischen 80 und 100 Metern empor fördern, gilt als hygienisch einwandfrei. Dennoch würden es die Schleswiger kaum trinken, wenn es ungefiltert zu ihnen gelänge: Der gelbliche Grundton des Rohwassers wirkt unappetitlich. Dieser ist zurückzuführen auf einen hohen Eisen- und Mangananteil. Herausgefiltert werden diese Stoffe in Kolossen aus Stahl, die mit Kies und Sand gefüllt sind. Zur Sicherheit wird das Wasser alle vier Wochen bakteriologisch untersucht, viermal im Jahr steht eine chemische Untersuchung auf dem Arbeitsplan.

Früher hatte das Wasserwerk fünf Mitarbeiter. Heute kümmert sich Marco Wriedt allein um die technischen Anlagen. Das ist nur mit Hilfe von Computern möglich. Diese wiederum sind mit der Leitwarte der Stadtwerke am Ilensee verbunden. Somit ergibt sich eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung. Aus der Ferne lässt sich kubikmetergenau sogar der Pegel im Wasserturm ablesen. Geht jedoch etwas schief, ist wieder der Mensch gefordert. Reparieren können die Computer ausgefallene Pumpen noch nicht.

Schleswig mit seiner uneinheitlichen Topographie ist für die Techniker der Stadtwerke eine Herausforderung. Denn um die Steigungsstrecken im Leitungsnetz beispielsweise im Friedrichsberg oder in der Neustadt zu überwinden, muss das Wasser mit einem Druck von 6,4 Bar eingespeist werden. Zur weiteren Unterstützung gibt es den Wasserturm sowie zwei Druckerhöhungsanlagen. Erst vor zwei Jahren wurde eine dieser Anlagen im Friedrichsberg gebaut. Augustin: "Seitdem haben wir an der Erikstraße keine Druckprobleme mehr."

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