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Nach Feuer in Süderbrarup : Historische Kate brennt nieder – Rentner obdachlos

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Für die Feuerwehr gab es nichts mehr zu retten: Das Reetdachhaus im Süderbraruper Heidbergweg brennt vollständig nieder. Die Besitzer richten sich notdürftig in einem Schuppen ein.

Süderbrarup | Als die Feuerwehr alarmiert wurde, schlugen die Flammen schon aus dem Dach: Im Süderbraruper Heidbergweg hat ein Großfeuer in der Nacht zum Donnerstag das historisches Reetdachhaus (1878) von Martina Post (53) und ihrem Ehemann Joachim (64) vollständig zerstört. Die beiden sind unverletzt davon gekommen, doch ihr Besitz wurde nahezu vollständig ein Raub der Flammen.

Das Ehepaar wurde mitten in der Nacht gegen 2 Uhr vom Rauchmelder geweckt. „Wir griffen Mantel, Tasche, Socken – und nichts wie raus“, beschreibt die Ehefrau die ersten Augenblicke. „Draußen war der Rauch stellenweise schon so dicht, dass ich nichts sehen und kaum atmen konnte“, fügt der Ehemann hinzu. Und zwei Minuten später habe das gesamte Haus auch schon in Flammen gestanden. Die angerückte Feuerwehr habe ihn dann aufgefordert, im Sinne seiner eigenen Gesundheit das Grundstück zu verlassen und sich im Rettungswagen aufzuhalten. Als die Brandbekämpfer gegen 6.30 Uhr abrückten, stand Familie Post vor einem verkohlten Trümmerhaufen. Selbst Teile eines kleinen Schuppens waren durch die Hitzestrahlung entzündet worden. Lediglich der größere Schuppen blieb ganz.

Familie Post befindet sich in einer prekären Situation, denn die 53-Jährige verträgt keinen Elektrosmog. Deshalb können die beiden nicht in ein Hotel ziehen. Die erste Nacht werden die Rentner deshalb auf einem provisorischen Lager im intakten Schuppen verbringen. Danach wollen sie in einen Wohnwagen umziehen, der – wenn die Versicherungen mitspielen – gekauft oder gemietet werden soll. Wie das Feuer entstanden ist, können sich beide nicht erklären, vermuten als Ursache jedoch Kaminofen oder Schornstein.

Neben der Feuerwehr Süderbrarup waren auch die Wehren von Norderbrarup und Brebel alarmiert worden und innerhalb weniger Minuten am Unglücksort. Wehrführer und Einsatzleiter Uwe Raub: „Das gesamte Haus stand aber schon in Vollbrand.“ Zudem stellte der Brandort die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen: Das Haus steht rund 50 Meter von der Straße entfernt in einem Waldstück, ist rundherum eingewachsen und somit kaum zugänglich. „Mit Fahrzeugen konnten wir gar nicht an das Haus gelangen, daher war auch der Einsatz der Drehleiter nicht möglich“, so Raub.

Die Feuerwehr behalf sich mit einer Rettungsplattform, die eigentlich für die Rettung eingeklemmter Personen aus Lastwagen gedacht ist. „Diese wurde aufgebaut und dann immer weiter um das Haus getragen, um das brennende Reet von oben ablöschen zu können“, erklärt Einsatzleiter Raub. Zur Brandursache und zur Schadenshöhe konnte auch die Polizei noch keine Angaben machen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

> Zeugen, die etwas zur Brandursache sagen können, melden sich bei der Kripo Schleswig unter 04621/84 402.

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