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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 10:15 Uhr

Hilfe für kirchliche Asylhelfer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Journalistin Mareike Brombacher ist neue Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2015 | 18:27 Uhr

„Brücken bauen“ – unter diesem Motto hat Mareike Brombacher kürzlich als neue Flüchtlingsbeauftragte ihre Arbeit im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg aufgenommen. Eine Hauptaufgabe werde es sein, die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter von Flüchtlingen zu unterstützen, sagt sie – eine Aufgabe, für die Vernetzung, Koordination und Kommunikation an oberster Stelle stehe. Deshalb hat sie den Beginn ihrer Amtszeit genutzt, um durch das Kreisgebiet zu reisen – sie war beispielsweise im Flensburger Hostel und bei einem Deutschkurs an St. Nikolai, bei zahlreichen Initiativen auf dem Land, beim Sozialforum in Kappeln, bei Diakoniepastor Thomas Nolte, im Schleswiger Rathaus und bei verschiedenen Kirchengemeinden. Das erste Fazit von Mareike Brombacher: „Ich bin total beeindruckt vom hohen Engagement vieler Haupt- und Ehrenamtlicher, die maßgeblich dazu beitragen, dass Fremde sich hier zuhause fühlen können. Es gibt mehr Menschen, die Zeit investieren und Verantwortung übernehmen als auf den ersten Blick sichtbar ist.“

Für Mareike Brombacher, die in Hamburg und Hessen aufgewachsen ist und in den vergangenen vier Jahren für den Norddeutschen Rundfunk in Kiel gearbeitet hat, ist das Flüchtlingsthema nicht neu. Schon während ihrer Studienzeit in Mainz hat sie sich beispielsweise mit Hausaufgabenhilfe für Migrantenkinder eingesetzt – und nun fügt sich mit der Stelle als Flüchtlingsbeauftragte für die 43-jährige Mutter von drei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren alles zusammen. Sie sagt: „Ich freue mich sehr, für die Kirche als Flüchtlingsbeauftragte arbeiten zu können, denn diese Arbeit ist hoch sinnvoll. Ich möchte dazu beizutragen, dass Menschen hier in unserer Region willkommen geheißen werden.“ Besonders wichtig sei es, dass alle Beteiligten eng und gut zusammenarbeiten - im Sinne der Flüchtlinge. Aber: „Man muss das Rad ja nicht neu erfinden“, sagt Mareike Brombacher, die derzeit ermittelt, wo Flüchtlinge und Begleiter gut versorgt und wo sich Projekte vielleicht weiterentwickeln lassen.

Nach ihrem ersten Arbeits-Monat hat Mareike Brombacher, die sich in ihrer Freizeit neben den Kindern besonders gerne Hund Paule, der Musik, dem Joggen und dem Volleyball-Spiel widmet, erste Projektideen – zum Beispiel Info-Veranstaltungen, die thematisieren, wie Ehrenamtliche mit den oft leidvollen Geschichten der traumatisierten Flüchtlinge umgehen und sich dabei gesund abgrenzen können. Sie sagt: „Nähe und Distanz sind wichtige Themen für die Ehrenamtlichen. Wichtig ist, auch immer im Blick zu haben, dass man ein Begleiter auf Zeit ist.“ Eine weitere Projekt-Idee, die die Schleswiger Pastorin Antje Hanselmann angestoßen hat: ein Kursus „interkulturelle Kommunikation“. „Oft geht erste Verständigung schief, weil Gestik und Mimik in den verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich gedeutet werden. Ein Problem, das vermeidbar ist“, sagt Mareike Brombacher über die Idee.

Ein weiterer Schwerpunkt wird es für sie sein, Kirchengemeinden zu beraten und zu begleiten, die überlegen, ein Kirchen-Asyl einzurichten oder sich mit dem Thema beschäftigen. Und auch eine langfristige Vision hat die Diplom-Pädagogin und Journalistin, die auch als Autorin arbeitet, bereits im Visier. „Fast alle Flüchtlinge, die ich bis jetzt getroffen habe, haben ein Smartphone. Da ist es doch naheliegend, eine App in möglichst vielen Sprachen zu entwickeln, die schnell und unkompliziert wichtige Telefonnummern und Ansprechpartner in der Region für die Flüchtlinge und Helferinnen und Helfern bereit hält. Ein Lotse in der Hosentasche, das wär’s doch.“

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