Schleswig : Hilfe beim Medikamenten-Plan

Im Blister-Raum: Apothekerin Dr. Kristina Burgdorff (l.) und Mitarbeiterin Svenja Nissen-Kruse beim Erstellen und Verpacken eines Medikamente-Wochenplans. Um Fehler zu vermeiden, wird dabei – streng nach Vorschrift – immer zu zweit gearbeitet.
Im Blister-Raum: Apothekerin Dr. Kristina Burgdorff (l.) und Mitarbeiterin Svenja Nissen-Kruse beim Erstellen und Verpacken eines Medikamente-Wochenplans. Um Fehler zu vermeiden, wird dabei – streng nach Vorschrift – immer zu zweit gearbeitet.

Die ABC-Apotheke stellt für ihre Kunden Tablettenrationen zusammen – und zwar unter besonderen hygienischen Bedingungen

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14. September 2018, 18:07 Uhr

Jeder, der einen kranken Menschen betreut, in der Pflege arbeitet oder selbst schwer erkrankt ist, kennt das Problem: Beim Erstellen und Einhalten des wöchentlichen Medikamenten-Plans kann man schnell durcheinander kommen. „Nicht selten muss jemand zehn, zwölf Tabletten am Tag nehmen – und zwar morgens, mittags, abends oder sogar nachts. Da kann man schon mal die Übersicht verlieren“, sagt Dr. Kristina Burgdorff. Eine Lösung dafür bietet die Inhaberin der ABC-Apotheke im Stadtweg jetzt selber an: Denn ab sofort stellen Burgdorff und ihre Kollegen individuelle Medikamenten-Blister (siehe Infokasten) für ihre Kunden zusammen – inklusive Sichtverpackung.

Dafür wurde oberhalb der Apotheke ein neuer sogenannter Blister-Raum eingerichtet. Darin können die Apotheker und Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) unter besonderen hygienischen Bedingungen die Tabletten für ihre Kunden zusammenstellen, hygienisch verpacken (blistern) und mit kurzen Infotexten versehen. „Wir bereiten also für die Patienten die Tages- und Wochenrationen vor. Dabei gilt stets das Vier-Augen-Prinzip. Das heißt, die Arbeiten werden immer zu zweit erledigt“, sagt Burgdorff, deren Apotheke diesen Service als eine von bislang nur wenigen landesweit anbietet.

Dazu gehört aber nicht nur das Rationieren und Verpacken von Tabletten. Auch mögliche Wechselwirkungen von Medikamenten werden von den Pharmazeuten überprüft. „Viele Patienten sind bei mehreren Ärzten, die wiederum unterschiedliche Medikamente aufschreiben. Zum Teil wissen sie aber nicht voneinander. Wenn da etwas nicht zusammenpasst, melden wir es direkt an die Ärzte weiter“, sagt Burgdorff, die lange an der Kieler Uni-Klinik gearbeitet hat und auch dort mit genau diesen Problemen konfrontiert wurde. „Auch deshalb hat man da inzwischen ein eigenes Blister-Labor. Und wir machen das hier jetzt im Kleinen.“

4,90 Euro pro Woche kostet der Rundum-Service für die Patienten, für die in der Apotheke digitale Akten angelegt werden. Ein Angebot, so hofft Burgdorff, das auch für Pflegeheime interessant sein könnte.

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