zur Navigation springen

Schleswig : Hier wird im nächsten Jahr gebuddelt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seekamp und Voßkuhl bekommen einen neuen Straßenbelag und neue Abwasserkanäle. Baubeginn am Berender Redder ist im Februar oder März.

Es ist ein Mammut-Vorhaben, das vor rund zehn Jahren begann. Langsam ist das Ende absehbar: Die Stadtwerke tauschen sämtliche Mischwasserkanäle im Stadtgebiet aus gegen getrennte Rohre für Abwasser und Regenwasser. „Inzwischen haben wir mindestens drei Viertel geschafft“, sagt Jürgen Augustin, der Technische Leiter der Stadtwerke. Gestern traf er sich mit Bauamtsleiterin Manja Havenstein und dem stellvertretenden Bauausschuss-Vorsitzenden Helge Lehmkuhl zum Ortstermin auf der frisch gepflasterten Hermann-Heiberg-Straße. Denn dort, wo die Stadtwerke neue Rohre verlegen, wird in der Regel auch die Oberfläche neu gestaltet. „Wir stimmen uns da eng mit den Stadtwerken ab“, sagt Havenstein. „Es wäre den Bürgern ja auch schwer vermittelbar, wenn wir erst eine Straße erneuern und sie ein Jahr später für die Kanalarbeiten wieder aufgerissen wird.“

Im kommenden Jahr – so haben es Stadtwerke und Bauamt vereinbart, soll es im südlichen Teil des Seekamps am Brautsee weitergehen. Außerdem ist die Voßkuhl dran. Dort besteht dringender Handlungsbedarf. „Da ist die Kanalisation regelrecht zusammengebrochen, ein Auto ist eingesackt, weil die Straße unterspült wurde.“

Das erste große Vorhaben, das Stadtwerke und Bauamt gemeinsam umsetzen, ist der dritte Bauabschnitt im Neubaugebiet am Berender Redder. Die Arbeiten sind bereits ausgeschrieben. Sofern das Wetter mitspielt, geht es im Februar oder März los. Auch die Arbeiten im Seekamp und in der Voßkuhl werden voraussichtlich noch in der ersten Jahreshälfte beginnen. Vorher muss noch die Kommunalaufsicht im Innenministerium den Haushalt genehmigen. Darin sind 154000 Euro für die Voßkuhl vorgesehen und 235  000 Euro für den Seekamp. Im Haushalt stehen außerdem 250  000 Euro für die Erikstraße, aber nach derzeitigem Stand werden die Bauarbeiten dort im nächsten Jahr noch nicht beginnen. „Wir müssen noch einige Fragen hinsichtlich der Hydraulik klären“, sagt Augustin. Dabei geht es um die Frage, wie das Wasser aus den neuen Rohren über die bestehende Kanalisation abfließen kann. Über die neue Trennkanalisation wird das Regenwasser über die zahlreichen Regenrückhaltebecken in die Schlei geleitet. Diese Kanalisation muss immer leistungsfähiger werden. „Unsere Väter haben vor 50 Jahren eine tolle Kanalisation gebaut, aber sie konnten nicht ahnen, mit welchen Wassermengen wir es heute zu tun haben“, sagt Augustin. Zwar falle übers Jahr gesehen heute nicht mehr Regen als damals, doch habe sich das Wetter geändert. „Wir haben heute viel mehr mit Starkregen zu tun.“ Hinzu kommt: Immer mehr Flächen in der Stadt sind bebaut, immer weniger Regen kann einfach ins Erdreich versickern.

Auf der frisch gepflasterten Hermann-Heiberg-Straße: der stellvertretende Bauausschuss-Vorsitzende Helge Lehmkuhl (li.) mit Jürgen Augustin von den Stadtwerken und Bauamtsleiterin Manja Havenstein.
Auf der frisch gepflasterten Hermann-Heiberg-Straße: der stellvertretende Bauausschuss-Vorsitzende Helge Lehmkuhl (li.) mit Jürgen Augustin von den Stadtwerken und Bauamtsleiterin Manja Havenstein.
 

Vor jeder Baumaßnahme stellen sich die verantwortlichen Mitarbeiter von Stadtwerken und Bauamt auf Info-Veranstaltungen den Fragen der Anwohner. Da geht es oft um praktische Fragen der Straßengestaltung, um die Umleitungsregelungen während der Bauarbeiten – aber auch ums Geld. Denn bis zu 75 Prozent der Kosten für den Straßenausbau holt sich die Stadt über Anliegerbeiträge von den Eigentümern der angrenzenden Grundstücke zurück. Da geht es oft um hohe vierstellige oder gar fünfstellige Beträge. Helge Lehmkuhl weist darauf hin, dass diese Beiträge in Schleswig-Holstein gesetzlich vorgeschrieben sind. Er selbst sehe das zwar kritisch, sagt aber auch: „Niemand ist durch diese Regelung gezwungen, Haus und Hof zu verkaufen.“ Das Bauamt sei sehr entgegenkommend, wenn es darum gehe, einen Zahlungsaufschub und Ratenzahlungen zu vereinbaren.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Dez.2016 | 16:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen