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Verspielen in Schleswig : Hier geht’s um die Wurst

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Sonnabends kommen im Kattenhunder Weg die Bingokarten auf den Tisch.

Nicht nur für die älteren Generationen ist es längst Kult: das Verspielen. Das gilt sowohl für Veranstaltungen auf den Dörfern als auch in der Stadt. Zum Beispiel im Sport- und Freizeitheim am Kattenhunder Weg. Hier werden bereits seit vielen Jahren sonnabends ab Punkt 19.30 Uhr 36 Bingorunden gespielt. Und immer ist die Hütte voll. Denn in jeder Runde gibt es drei Preise zu gewinnen. „Da es sich laut Gesetz um ein Fleisch- und Geflügelverspielen handelt, gibt es bei uns natürlich überwiegend nur Fleischpreise zu gewinnen“, erklärt Olaf Dierksen, der zusammen mit seiner ganzen Familie seit Jahren die Veranstaltung ausrichtet. Jede Woche muss er dafür aufs Neue eine Genehmigung bei der Stadt einholen. „Der Gewinn aus dem Verkauf der Bingokarten geht zu 25 Prozent an einen bestimmten Verein. Die restlichen 75 Prozent werden als Preise wieder ausgegeben“, erläutert Dierksen weiter.

Weit über die Hälfte der rund 100 Teilnehmer sind – wie auch an diesem Sonnabend – Stammgäste. Frischlinge werden deshalb sofort erkannt und von Dierksen persönlich an die Hand genommen. Nach der dann folgenden Einweisung in die Regeln fehlt eigentlich nichts mehr zum Hauptgewinn – außer Glück.

„Unsere ersten Gäste kommen oft schon um 18 Uhr. Sie wohnen verteilt in den umliegenden Dörfern und treffen sich hier zum Klönen“, sagt Guido Nett, der die Gastwirtschaft im Sport- und Freizeitheimes betreibt. Um 19.30 Uhr, wenn das Verspielen offiziell beginnt, ist dann aber Schluss mit Klönen. Dann verstummen augenblicklich alle Gespräche. Hoch konzentriert wird gelauscht, ob der „Aufrufer“, der ganz vorne am Mikrofon sitzt, genau die Zahlen zieht, die auf der eigenen Bingokarte stehen.

Gundula Hartwig, Marc und Lars Wandel sowie Torben und Tanja Hansen sind bestens gelaunt, haben aber an diesem Abend definitiv kein Glück im Spiel. „Wir sind normalerweise an den Wochenenden eher auf Musik-Festivals unterwegs,“ erzählt Lars Wandel, „da aber diesmal nichts ansteht, haben wir beschlossen, hier mal wieder einen lustigen Abend zu haben“. Ein Vorsatz, den die Gruppe dann auch in die Tat umsetzt. Häufiger zu Gast ist Regina Andresen aus Satrup. Sie hat – wie viele andere Speiler auch – schon ihren Stammplatz. Bereits vor der Pause hat sie dreimal abgeräumt. „Ich freue mich schon jetzt auf die Vorweihnachtszeit, denn da gibt es richtig schöne Gänse und Enten zu gewinnen“, sagt sie. Aber auch diesmal fährt sie mit viel Fleisch im Gepäck wieder nach Hause.

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