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Auf der Freiheit : Hier entsteht ein neues Wohnviertel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Für die Entwicklung des alten Kasernengeländes an der Schlei hat die Stadt Schleswig einen neuen Partner aus der Privatwirtschaft.

Nachdem im März der Kaufvertrag für den östlichen Teil der Freiheit unterzeichnet worden war, steht nun auch die Struktur der neuen Grundstücksentwicklungsgesellschaft. Die Wohnungsbaugenossenschaft Gewoba Nord steigt mit 49 Prozent ein, die Stadt ist mit den übrigen 51 Prozent beteiligt. „Ich bin froh, dass ein zuverlässiger, finanzstarker und an unseren Planungszielen orientierter Partner mit ins Boot kommt“, sagte Bürgermeister Arthur Christiansen gestern bei einem Pressegespräch im Rathaus. Gewoba-Vorstand Dietmar Jonscher sprach gar von einem „Meilenstein für die Stadtgeschichte“. Ursprünglich war auch die Nord-Ostsee-Sparkasse als Partner im Gespräch gewesen.

Die Ratsversammlung hatte am Montag mit der einstimmigen Verabschiedung des 2. Nachtragshaushalts den Weg frei gemacht für das Vorhaben. Einen Tag später kam dann bereits aus Kiel die Zustimmung der Kommunalaufsicht, die den Deal absegnen musste. Denn immerhin geht es um eine Kaufsumme von 6,7 Millionen Euro, die für das 12,5 Hektar große Areal nördlich, südlich und östlich der „Heimat“ an die bisherige Eigentümerin, die Projektentwicklungsgesellschaft Team Vivendi, fließen. Hinzu kommen weitere knapp 3,5 Millionen Euro, die für die Erschließung zu stemmen sind. Den Kauf eingefädelt hatte eine Tochtergesellschaft der Schleswiger Stadtwerke, die nun in der neuen Grundstücksentwicklungsgesellschaft aufgeht. Diese wird von zwei Geschäftsführern geleitet werden: von Uwe Rathjen, Prokurist der Stadtwerke, sowie von einem von der Gewoba noch zu benennenden Vertreter. Den neunköpfigen Aufsichtsrat wird Bürgermeister Christiansen leiten.

Welche und wie viele Häuser gebaut werden auf dem Gelände in bester Schlei-Lage, das soll erst noch in einem zeitnah von der Politik zu verabschiedenden Rahmenplan entwickelt werden. Es werde sich aber vorwiegend um Wohnbebauung handeln, kündigte Christiansen an. „Und wir planen keine ausschließlich hochpreisige Bebauung.“ Dass direkt an der Wasserlinie ähnlich große Gebäude errichtet werden wie im westlichen Teil der Freiheit, schloss der Bürgermeister zugleich mehr oder weniger aus. Ziel sei es, den notwendigen Bebauungsplan im nächsten Jahr fertigzustellen. Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs sagte, dass bereits einige Investoren angefragt hätten. Gewoba-Chef Jonscher erklärte, dass natürlich auch seine Genossenschaft großes Interesse daran habe, dort Wohnungen zu errichten. Zugleich warnte er vor zu großer Euphorie: „Wir müssen realistisch bleiben. Es wird wohl erst in fünf Jahren soweit sein, dass das erste Haus steht.“

Christiansen wies darauf hin, dass sich nunmehr der Großteil der auf der Freiheit noch zu entwickelnden Flächen in städtischer Hand befinde. Die Stadt hatte zuvor bereits über die Stadtwerke das Varietétheater „Heimat“ für eine Million Euro gekauft. Dort soll ein neues Kulturhaus samt Theatersaal entstehen. Im August erfolge die Ausschreibung für die Planung, kündigte Christiansen an.

Was mit dem Gelände zwischen „Heimat“ und A.P.-Møller-Schule geschieht, ist laut Aussage des Bürgermeisters indes noch unklar. Zwar hatte die Gießener HP  &  P-Gruppe im Juni den Kaufvertrag für die zirka acht Hektar große Fläche unterzeichnet. Doch Christiansen ist vom bisherigen Konzept – außer einer Seniorenresidenz sollen Wohnhäuser gebaut werden – nicht überzeugt. Auch seien die Eigentumsverhältnisse auf dem Areal, wo einst ein Binnenhafen entstehen sollte, nicht abschließend geklärt, deutete er an, ohne ins Detail zu gehen.

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erstellt am 13.Jul.2017 | 08:11 Uhr

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