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Schleswig : Hesterberg: Ein Stück Geschichte verschwindet

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das „Haus G“ auf dem Schleswiger Hesterberg wird abgerissen – und macht Platz für etwas Neues.

Schleswig | Fast unbemerkt von den Blicken der Öffentlichkeit verschwindet seit dieser Woche ein geschichtsträchtiger Teil der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Hesterberg, das kurz vor dem Ersten Weltkrieg errichtete „Haus G“. In ihm waren einst bis zu 130 Kinder untergebracht. Auch eine Baracke unweit des Famila-Marktes, das „Haus H“, soll bald abgerissen werden. Beide Gebäude haben seit Jahren leer gestanden. In ihnen spielten sich noch in den 1960er Jahren traurige Schicksale ab. Frühere Bewohner, die heute um einen finanziellen Ausgleich kämpfen, berichten immer wieder, wie sie in diesen Gebäuden misshandelt wurden.

Die Helios-Kliniken machen nun Platz für einen Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Einen Termin für den Baubeginn gibt es noch nicht“, sagte Helios-Sprecherin Inke Asmussen auf Nachfrage der Schleswiger Nachrichten.

Sobald die neue Klinik steht, will Helios das bisherige Hauptgebäude, den grauen Betonklotz an der Friedrich-Ebert-Straße, aufgeben. Was mit ihm geschieht, ist noch offen. Wahrscheinlich wird auch er abgerissen. Helios könnte die Fläche dann an einen Investor verkaufen. Der Krankenhaus-Betrieb soll dann auf den hinteren Teil des Hesterberg-Geländes konzentriert werden. Die teilweise unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in dem Bereich sollen modernisiert werden.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie: Oben links das „Haus G“, das seit dieser Woche abgerissen wird. Vorne die Zentralgebäude, das in den kommenden Jahren aufgegeben werden soll.
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie: Oben links das „Haus G“, das seit dieser Woche abgerissen wird. Vorne die Zentralgebäude, das in den kommenden Jahren aufgegeben werden soll. Foto: Keil
 

Die Fachklinik, das frühere Landeskrankenhaus und seine Vorgänger sind seit 1872 auf dem Hesterberg beheimatet. Zwischenzeitlich hatte Helios geplant, das Gelände vollständig zu verlassen und die Psychiatrie komplett auf dem Stadtfeld zu konzentrieren. Diese Pläne hatte der Krankenhaus-Konzern aber bereits im vergangenen Jahr verworfen.

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erstellt am 03.Nov.2015 | 12:15 Uhr

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