Ex-Kaufhaus : Hertie-Ruine in Schleswig: Entrümpelung hat begonnen

Der Bauzaun und einige Container sind schon da. In Kürze soll ein neues Plakat darauf hinweisen, was die Stadt mit dem ehemaligen Hertie-Haus vorhat.
Der Bauzaun und einige Container sind schon da. In Kürze soll ein neues Plakat darauf hinweisen, was die Stadt mit dem ehemaligen Hertie-Haus vorhat.

Der Abriss des ehemaligen Kaufhauses startet im Frühling. Experten aus Kiel kommen nächste Woche zu einem Ortstermin.

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02. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Schleswig | Der Bauzaun steht schon ein paar Wochen. Jetzt sind auch noch einige große gelbe Container dazugekommen. Der Abriss des Hertie-Kaufhauses rückt offenbar – für jeden sichtbar – näher. Bis allerdings die ersten Bagger anrollen, wird es noch drei, vier Monate dauern. „Wir rechnen damit, dass es spätestens im Frühling soweit ist“, sagt Bauamtsleiterin Manja Havenstein und fügt an: „Die Sache ist auf einem sehr guten Weg.“

Die Entrümpelung des riesigen Baukomplexes hat bereits begonnen. Noch immer liegen in allen Stockwerken des ehemaligen Kaufhauses unzählige alte Einrichtungsgegenstände, kaputte Möbel und meterhohe Müllberge. Das alles zu entfernen, werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen, sagt Havenstein. Und erst wenn diese Arbeit erledigt ist, könne abgerissen werden. Es hat aber noch einen anderen Grund, warum es noch bis zum Frühjahr dauert, bis es richtig zur Sache geht. „Das hat in erster Linie mit den Kosten für den Rückbau zu tun.“

Die sind laut einem neuen Gutachten eines Abbruch-Planungsbüros deutlich höher als ursprünglich gedacht. Was wiederum unter anderem an den schwierigen Grundwasserverhältnissen auf dem Hanggrundstück liegt (wir berichteten). Deshalb kümmert sich nun die GMSH (Gebäudemanagement Schleswig-Holstein) um den Fall. Denn der Hertie-Abriss wird im Rahmen der Innenstadtsanierung zu zwei Dritteln mit Landesgeldern gefördert.

Als Eigenanteil rechnet die Stadt nun mit einer Summe von 770 000 Euro. Dieser Betrag steht zumindest im Entwurf für den Haushalt 2018. Allerdings setzt er sich nicht allein aus den Kosten für den Abriss von Hertie zusammen. Ebenfalls darin eingerechnet ist der Kauf des maroden Nachbarhauses, in dem zuletzt ein Waschsalon betrieben wurde. Das Gebäude hatten 2014 der Apotheker Hermann Wighardt und die Schleswiger Hautärzte Dr. Martin Behne und Dr. Jens-Michael Jensen erworben, um dort in gemeinsamer Regie ein Ärztehaus zu errichten. Da sich diese Pläne jedoch zerschlugen, kam es nun zum Verkauf des Hauses an die Stadt. Beide Seiten hatten sich bereits vor Wochen geeinigt, am vergangenen Montag hat nun auch der Hauptausschuss Grünes Licht für den Deal gegeben. Wenn dann Montag in einer Woche die Ratsversammlung den Haushalt beschließt und dieser danach von der Kommunalaufsicht genehmigt wird, steht weder dem Kaufvertrag noch dem Abriss etwas im Wege.

Dass das klappt, davon gehen alle Beteiligten aus. Entsprechend weit ist man mit den Vorbereitungen auch in Kiel. „Die GMSH braucht jetzt noch rund sechs Wochen für die baufachliche Prüfung, dann kann ab Mitte Januar die Ausschreibung für die Abrissarbeiten beginnen“, sagt Bauamts-Fachdienstleiter Uwe Harms. Nächste Woche werde es den nächsten Ortstermin geben, um weitere Details zu klären. Fest stehe aber schon jetzt, dass man im östlichen Bereich mit dem Abbruch beginnen werde und sich dann weiter Richtung Moltkestraße vorarbeite.

Ende 2018 oder spätestens Anfang 2019 wisse man dann auch, so Havenstein, welcher Investor welche Pläne für die Nachnutzung des Geländes umsetzen wird. „Es gibt eine ganze Reihe von Interessenten, die sich hier bereits gemeldet haben“, sagt die Bauamtsleiterin. Wer davon am Ende aber den Zuschlag bekommt, das hänge vom Ergebnis einer Ausschreibung ab.

Einig seien sich aber alle interessierten Unternehmen darin, dass es zum Abriss des 1965 erbauten Kaufhauses keine Alternative gibt. „Sie alle wollen neu bauen, ganz klar.“ Das alte Fundament oder ganze Gebäudeteile stehen zu lassen – wie es immer mal wieder in Schleswig gefordert wurde – mache deshalb keinen Sinn. Allerdings werden sich die Schleswiger noch etwas gedulden müssen, bis das westliche Ende der Ladenstraße ein neues Gesicht hat. Vor 2020, glaubt Havenstein, würden dort die Bauarbeiten nicht beginnen.

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