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Schleswig : Hertie-Haus: Zwangsversteigerung - zweiter Versuch

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt will ausstehende Grundsteuern eintreiben. Vermutlich wird die Versteigerung wieder im letzten Moment abgesagt.

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 07:45 Uhr

Die Stunde der Entscheidung rückt näher: Wechselt diesmal das leer stehende Hertie-Haus (ehemals Karstadt) seinen Besitzer? Für den 18. September, das ist Donnerstag kommender Woche, ist die Zwangsversteigerung um 10 Uhr im Saal C des Schleswiger Amtsgerichts anberaumt. Es ist bereits der zweite Termin. Vor zwei Jahren wurde die Versteigerung ganz kurzfristig abgesagt.

So wird es wohl auch diesmal wieder kommen. Den Antrag auf die Versteigerung hat – wie schon 2012 – die Stadt Schleswig gestellt. Sie möchte damit ausstehende Grundsteuern, Straßenreinigungsgebühren und andere Abgaben eintreiben. Dabei geht es um eine fünfstellige Summe, also nur um einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes der Immobilie. Vor zwei Jahren tauchte kurz vor der Versteigerung ein Geldbote auf und zahlte die ausstehenden 80 000 Euro.

Wie gestern aus dem Rathaus zu erfahren war, hat diesmal noch keiner bezahlt. „Das wird aber noch geschehen“, sagt Sebastian Mogos-Lindemann von der Berliner Immobilienfirma CR Investment Management, die damit beauftragt ist, die Hertie-Immobilien in zahlreichen deutschen Städten zu vermarkten. „Die Stadt ist unserer Bitte, von einer Zwangsversteigerung abzusehen, leider nicht nachgekommen“, sagt er. Die Bemühungen, einen Käufer zu finden, würden nun erschwert. „Potenzielle Investoren warten nun natürlich erst den Zwangsversteigerungstermin ab.“

Doch warum begleicht die Immobilienfirma die Steuerschuld dann erst in letzter Sekunde? Anders sei es nicht machbar, beteuert Mogos-Lindemann. Er verweist darauf, dass der holländische Eigentümer insolvent ist. „Der Insolvenzverwalter sagt, es ist kein Geld da, um sich um die Gebäude zu kümmern.“ Die Steuer-Forderungen von Schleswig und anderen Kommunen könnten gegenüber den Forderungen anderer Gläubiger nicht bevorzugt bedient werden.

Von den 32 Hertie-Immobilien in ganz Deutschland, die das CR Investment Management seit knapp zwei Jahren vermarktet, seien 19 inzwischen verkauft, sagt Mogos-Lindemann. Im Frühjahr hatte er sich zuversichtlich gezeigt, das Schleswiger Hertie-Haus noch in diesem Jahr zu verkaufen. „Das hat sich durch die Zwangsversteigerung natürlich verzögert“, sagt er. Jedoch gebe es weiterhin eine ganze Reihe von Interessenten. Er deutet an, dass er es interessant fände, die Immobilie an die Stadt Schleswig zu veräußern. Vor einiger Zeit habe er mit Bürgermeister Arthur Christiansen auch über diese Möglichkeit gesprochen. „Seitdem habe ich nichts mehr gehört.“

 

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