„Sydney-Hobart-Regatta“ : Henning Uck aus Goltoft: Ein Seglertraum hat sich erfüllt

shz_plus
Henning Uck am Steuer der „Lunatix“ bei einer Trainingsfahrt vor der Oper von Sydney.
Henning Uck am Steuer der „Lunatix“ bei einer Trainingsfahrt vor der Oper von Sydney.

Henning Uck hat an der „Sydney-Hobart-Regatta“ teilgenommen und war mit seiner Mannschaft Schnellster seiner Bootsklasse.

Exklusiv für
shz+ Nutzer

shz.de von
16. Januar 2019, 17:11 Uhr

Brodersby-Goltoft | Für den 26-jährigen Henning Uck aus Goltoft (Kreis Schleswig-Flensburg) hat sich zum Jahreswechsel ein Traum erfüllt. Er ist die „Sydney-Hobart-Regatta“ gesegelt. Dieses Rennen zwischen Australien und Tasmanien durch die berüchtigte Meerenge „Bass Strait“ steht bei vielen Seglern auf der Liste von Rennen, die sie gerne einmal gemacht haben möchten. Es startet traditionell am 26. Dezember, wenn in Australien der Boxing Day (zweiter Weihnachtstag) ist.

Der Cruiser-Racer „Lunatix“ mit seiner zehnköpfigen deutschen Mannschaft war das schnellste Schiff seiner Klasse auf der etwa 1000 Kilometer langen Strecke. Nach drei Tagen und sechs Stunden überquerte sie die Ziellinie in Hobart. Uck segelt bereits mit seinem Vater seit er sieben ist. Anfangs war die Schlei noch sein Revier. Denn er wohnt knapp 100 Meter davon entfernt. Später segelte er für verschiedene Segelclubs, nahm in England an der Weltmeisterschaft und in Italien an der Europameisterschaft teil. In diesem Jahr bereitet er sich mit einer Flensburger Crew und der Yacht „Tösen“, einer „Max Fun 35“, auf die Europameisterschaft im Juli in Stockholm vor.

Einziges deutsches Team

Bei diesen Wettbewerben lernte er Arno Böhnert kennen, den Sohn von Friedrich Böhnert, der mit Enno Scheel eine Eignergemeinschaft für die „Lunatix“ gebildet hat. Diese waren im November 2017 gerade dabei, eine Transatlantikregatta vorzubereiten. Und Uck segelte kurzentschlossen als Vorschiffmann mit von Lanzarote nach Grenada.

Während Böhnert die Reise durch den Panamakanal fortsetzte und auf Umwegen nach Sydney fuhr, beendete Uck sein Studium in Hamburg und nahm einen Job bei einer Unternehmensberatung an. Eine Bedingung des Einstellungsvertrages war ein dreiwöchiger Urlaub, um das „Sydney-Hobart-Regatta“ mitzumachen.

14 Tage vor Weihnachten flog er nach Australien, um sich an den Vorbereitungen zu beteiligen. „In Australien ist dieses Rennen sehr populär“, sagt Uck. Bereits lange vor dem Rennen kamen Fernsehteams an Bord, um über das einzige deutsche Teilnehmerteam zu berichten. Den Start sollen rund 100.000 Menschen am Ufer und auf dem Wasser verfolgt haben. Zu diesem Zeitpunkt waren auch elf Helikopter über dem Hafen in der Luft. „Das war wirklich beeindruckend“, erinnert sich Uck. Der Start und das Rennen selbst verliefen gut. „In der ersten Nacht hatten wir ruhigen Wind von Achtern“, erzählt Uck. Das bedeutete anspruchsvolles Segeln aber ruhige Bedingungen.

Zusammenstoß mit Mondfisch

Doch kurz vor Tasmanien erwischten sie in der „Storm Bay“ anspruchsvolles Wetter. Sie mussten gegen den Wind kreuzen, der ihnen mit etwa 90 Stundenkilometer entgegen blies.

Gefährlichster Moment der Reise war der Zusammenstoß mit einem Mondfisch. Diese bis zu 2,5 Tonnen schweren Tiere schlafen knapp unter der Wasseroberfläche und können im Extremfall das Ruder abreißen. Doch die „Lunatix“ erwische ihn nur mit dem Kiel und konnte ohne Probleme weiterfahren.

Erfreulicher waren die Begegnungen mit Delfinen, die das Boot Tag und Nacht begleiteten. Und ein 20 Meter langer Wal tauchte zehn Meter hinter ihrem Heck ab. Mehr als Routine betrachtete Uck das zweimalige Platzen des Spinnakers. „Da sind wir eingespielt genug, um so eine Situation zu meistern“, kommentiert er diese Schadensfälle.

Dreistündiger Wachrhythmus

Das Eintreffen in Hobart habe die stressigen Ereignisse, den dreistündigen Wachrhythmus und das spartanische Essen während der Renntage vergessen lassen. Das bestand überwiegend aus Trockennahrung, um Gewicht zu sparen und die notwendigen Kalorien zuzuführen.

Das Segelteam kam genau zur Primetime um 19.30 Uhr in Tasmanien an. Dort wurden sie mit Musik und dem Jubel vieler Menschen begrüßt. „Es war eine große Herausforderung, die wir bestanden haben“, zieht Uck Bilanz. Es sei das spannendste Rennen gewesen, das er je segeln durfte. „Darauf bin ich stolz“, sagt er. Die Eindrücke daraus nehme er mit. „Und daran wächst man auch als Segler“, so Uck.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen