„Kieler Keim-Krise“ : Helios nimmt weiter UKSH-Patienten auf

Allerdings verlangt das Klinikum ein Screening mit negativem Ergebnis.

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29. Januar 2015, 07:06 Uhr

Die Berichte über die tödlichen Keime im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) sorgen auch bei Patienten im Schleswiger Helios-Krankenhaus für Verunsicherung. „Aber deswegen bleiben uns die Patienten nicht weg“, versicherte Sonja-Maria Klauß, Leiterin der Unternehmenskommunikation für die Helios-Region Nord-West. Sie verwies gegenüber den SN auf die strengen Hygienevorschriften im Haus. „Im Helios-Klinikum Schleswig werden Patienten mit einem entsprechenden Risikoprofil auf multiresistente Erreger, nicht nur MRSA, sondern auch MRGN und VRE, untersucht.“ Der „Leitfaden der Krankenhaushygiene“, der für jede Klinik verbindlich ist, sei für jeden Mitarbeiter einsehbar und verpflichtend. Klauß: „Dieser Leitfaden gibt vor, welche Maßnahmen neben der bei allen Patienten durchzuführenden Basishygiene, insbesondere der Händedesinfektion, bei multiresistenten Erregern zusätzlich zu beachten sind.“

Helios betont, dass man in Sachen Hygiene auf Transparenz setze. So würden die Fälle von nachgewiesenen multiresistenten Erregern im Internet veröffentlicht. Demzufolge wurden in Schleswig zuletzt beispielsweise 0,29 „nosokomiale Fälle“ von MRSA (Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus) pro 1000 Patiententage registriert. Nosokomial bedeutet „im Krankenhaus erworben“.

Klauß wies zudem darauf hin, dass Helios, anders als berichtet, sehr wohl weiter Patienten aus dem UKSH aufnehme. Das gelte sowohl für die Reha- als auch für die Akutkrankenhäuser des Konzerns. Allerdings verlange man bei Patienten, die auf den von den tödlichen Keimen betroffenen UKSH-Stationen gelegen haben, zuvor ein Screening mit negativem Ergebnis.

Seit Dezember wurde bei 31 Patienten des UKSH der gegen fast alle Antibiotika resistente Keim Acinetobacter baumannii nachgewiesen. Zwölf Patienten starben.

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