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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 14:31 Uhr

Schleswig : Helios-Klinik verliert Betten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schlechte Belegungszahlen wirken sich auf Krankenhausplan des Landes aus – aber Geschäftsführer Näthke ist optimistisch: „Die Nachfrage steigt“.

von
erstellt am 15.Dez.2016 | 11:00 Uhr

Die Schleswiger Helios-Klinik gehört zu den großen Verlieren des neuen Krankenhausplanes. Nach dem Papier, das Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) in dieser Woche vorgelegt hat, sinkt die Zahl der Planbetten ab nächstem Jahr von derzeit 374 auf nur noch 322. Nur die Helios-Klinik in Damp (-190 Betten) und die Sana-Klinik in Wedel (-77) schneiden als einzelne Krankenhäuser noch schlechter ab als Schleswig. Immerhin kann sich die Helios-Fachklinik in der Schleistadt über einen Zuwachs von 20 auf dann 327 Planbetten freuen. Die Forensik ist bei diesen Zahlen nicht einberechnet.

Wesentliche Grundlage für die Berechnungen sind die Belegungszahlen des Jahres 2015. Und die waren im (alten) Schleswiger Akut-Krankenhaus alles andere als gut. „Die öffentliche Diskussion um das Haus und der bauliche Zustand haben die Bindung an die Klinik schwinden lassen“, sagt Helios-Geschäftsführer John Friedrich Näthke. Missstände vor allem im Bereich der Pflege hatten das Krankenhaus in ein schlechtes Licht gerückt. Hinzu kam, dass auffällig viele Ärzte die Klinik verließen.

Verbunden mit den Planbetten sind im Rahmen der Daseinsvorsorge Pauschalfördermittel des Landes, die etwa für die Anschaffung von medizinischem Gerät oder sonstiger Ausstattung verwendet werden. Dass damit jetzt etwa 100  000 bis 120  000 Euro pro Jahr weniger nach Schleswig fließen, sei „ärgerlich, aber nicht wirklich schlimm“, sagt Näthke. Auf die medizinische Versorgung der Patienten habe die Zahl der Planbetten keinen Einfluss. „Wir behandeln jeden Patienten, der zu uns kommt. Es wird niemand abgewiesen“, stellt er klar. So könne die tatsächliche Bettenzahl viel höher sein.

Wichtig sei vor allem, dass im Krankenhausplan alle Fachabteilungen weiter festgeschrieben seien. „Da hat sich nichts verändert. Das zeichnet uns als Schwerpunktversorger in der Region aus“, so Näthke. Die medizinischen Leistungen eines Krankenhauses werden über die Krankenkassen abgerechnet.

Das neue Krankenhaus an der St. Jürgener Straße ist auf bis zu 400 Betten ausgelegt. Das Land hatte den 80-Millionen-Euro-Bau mit 50 Millionen Euro gefördert.

Die Patienten fühlen sich nach Angaben von Näthke wohl in der neuen Klinik, die im Juli bezogen wurde. Es gelinge zunehmend, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Gestern waren nach Angaben des Geschäftsführers 276 Betten belegt – das entspreche einer Auslastung von 73 Prozent. „Ein ziemlich guter Wert“, wie Näthke befindet. Ein somatisches Krankenhaus sei von Natur aus nie zu 100 Prozent belegt. Gleichwohl räumt er ein, dass bei den Belegungszahlen noch Luft nach oben sei.

Über eine tolle Auslastung könne man sich indes in der Geburtshilfe-Abteilung freuen, so Näthke weiter. In diesem Jahr habe man schon fast die Zahl von 500 Geburten erreicht. Werdende Mütter seien ein guter Indikator für die Attraktivität eines Krankenhauses, denn sie überlegten sich vorher meistens sehr genau, in welcher Klinik sie ihr Kind zur Welt bringen wollen.

Der Krankenhausplan wird alle sechs Jahre komplett überarbeitet, wie Ministeriumssprecher Christian Kohl erklärt. Allerdings gebe es zwischendurch sogenannte Beteiligten-Runden, bei denen der Plan den Realitäten angepasst wird.

„Ich gehe davon aus, dass wir in zwei Jahren die nächste Planungsrunde haben werden“, sagt denn auch Helios-Chef Näthke. Mit dann vielleicht schon positiveren Zahlen für sein Haus? „Wir gehen davon aus, dass wir zukünftig eine höhere Nachfrage haben werden.“ Das sei ja in der Fachklinik bereits der Fall. Aber die verfüge ja auch schon etwas länger über einen Neubau, wie Näthke mit einem Lachen hinzufügt.

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