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Schleswiger Nachrichten

23. August 2017 | 00:58 Uhr

Helios: Chefärzte wehren sich gegen Kritik

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Chefärzte im Helios-Klinikum melden sich jetzt zu Wort. In einem gemeinsam verfassten Schreiben wenden sie sich gegen die Kritik an den Arbeitsbedingungen des medizinischen Personals im Krankenhaus, von der unsere Zeitung am Sonnabend berichtet hatte – auch vor dem Hintergrund, dass aktuell zwölf Ärzte die Klinik verlassen.

Auch in der Landespolitik schlägt das Thema hohe Wellen. Staatssekretärin Anette Langner aus dem Kieler Sozialministerium gab gestern bekannt, man werde den Helios-Geschäftsführer John Friedrich Näthke und den ärztlichen Direktor Andreas Hohmann (Foto) ins Ministerium einladen, um mit ihnen über „Personalsituation und Gefährdungsanalysen“ zu sprechen – obwohl man keine Fachaufsicht habe. „Dennoch wollen die Behörden prüfen, ob Arbeitszeitregelungen oder Arbeitsschutzbestimmungen verletzt wurden“, erklärt Langner.

Hohmann machte gestern seine Sicht der Dinge deutlich, und er teilt sie nach eigenen Worten mit seinen acht Chefarzt-Kollegen des Klinikums. „Wir möchten vehement dem Eindruck entgegentreten, dass die ärztlich-medizinische Versorgung durch eine Kündigungswelle der Ärzteschaft gefährdet sei“, betonen die Ärzte. Ihre Begründung: „Alle frei gewordenen Stellen konnten wieder mit qualifizierten Ärzten nachbesetzt werden.“ Somit sei „weiterhin eine qualitativ hochwertige ärztliche Behandlung gewährleistet“. Die Unterzeichner sind Professor Dr. Dietmar Krüger (Kardiologie), Dr. Henning Wittenburg (Gastroenterologie), Christian Brandis (Pädiatrie), Professor Karsten Schepelmann (Neurologie), Remko von Harlem (Gefäßchirurgie), Dr. Hodjat Shekarritz (Visceral- und Thoraxchirurgie), Dr. Volker Stein (Unfallchirurgie) und Dr. Sebastian Rudolf (Erwachsenenpsychiatrie).

Hintergrund für die Berichterstattung war ein anonymer Brief an die Redaktion, der offenkundig aus der Helios-Ärzteschaft stammt und dessen Aussagen ehemalige Helios-Ärzte bestätigten. Darin ist von „haltlosen Zuständen“ die Rede sowie von „Ausbeutung der Patienten und des Personals“. Beklagt wurde zudem, dass seitens der Helios-Geschäftsleitung medizinische Behandlungsvorgaben gemacht würden, die von Regeln der Marktwirtschaft bestimmt werden.

Die Chefärzte weisen diese Vorwürfe zurück. „Das Weggehen von Ärzten ist nicht auf ein Klima der Ausbeutung zurückzuführen.“ Die Personal-Fluktuation hat laut Hohmann „keinen negativen Einfluss auf die medizinische Qualität im Hause“. Vielmehr sei der Wechsel innerhalb der Ärzteschaft ein „alltäglicher Prozess“.

Auf die Frage, ob die Fluktuation in der Ärzteschaft im Helios-Klinikum besonders hoch sei, meinte Hohmann: „Nein, das stimmt nicht. Es hält sich bei uns im normalen Rahmen.“ Schleswig sei für Ärzte ein attraktiver Standort, und das Krankenhaus biete für sie attraktive Arbeitsplätze – so habe man bisher jede Stelle problemlos besetzen können. Das gelte auch für die Chefarztposition in der Gynäkologie, die zum 1. Mai neu besetzt werde, und auch für die Anästhesie und Schmerztherapie, wo das Gleiche ab 1. Juli gelte.

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erstellt am 06.Apr.2016 | 17:49 Uhr

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