Tierische Ausbildung : Helfer auf vier Pfoten

TV-Moderatorin Bettina Eistel (links)  trainiert mit ihrem Königspudel Churchill  seit dem vergangenen Jahr  bei Ilona Krause, die hier von   Beagle Snoopy und Collie Gina eingerahmt wird.
TV-Moderatorin Bettina Eistel (links) trainiert mit ihrem Königspudel Churchill seit dem vergangenen Jahr bei Ilona Krause, die hier von Beagle Snoopy und Collie Gina eingerahmt wird.

Ilona Krause bildet in Kropp Hunde zur Begleitung von Menschen mit Behinderung aus In Ausnahmefällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

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28. Juni 2014, 07:30 Uhr

Sechs Hunde sitzen im Gras und warten auf das Kommando von Hundetrainerin Ilona Krause. „Die Hunde sind unterschiedlich, jede Rasse hat ihre Eigenheiten, dazu kommt noch der individuelle Charakter des Hundes.“ Doch eines haben Snoopy, Gina, Wilma, Amy, Lilly und Luna gemeinsam. Sie folgen dem Befehl der Kropper Hundetrainerin, denn danach gibt es erst einmal Leckerlis, und die wollen sie sich nicht entgehen lassen.

Zurzeit bildet Krause in ihrer Akademie für Therapie- und Behindertenbegleithunde in Kropp das erste Mal einen Behindertenbegleithund aus. Der blinde Masseur Helge Wiggers (52) aus Lübeck und sein Bearded-Collie-Welpe Sam werden von Krause geschult. Für Sam startete das Training bereits im Welpenalter. Einmal pro Monat kommt Sam, der ein Glöckchen trägt, damit sein Besitzer ihn hören kann, für eine Woche zum Training nach Kropp. Der Bearded Collie ist inzwischen fast zwei Jahre alt und soweit, dass er im Blindengeschirr läuft, Sachen aufhebt, die Bordsteine anzeigt und leere Plätze und Bänke sucht, damit sein Herrchen sich hinsetzen kann. Im nächsten Schritt soll der Hund am Wohnort des Besitzers weiter ausgebildet werden. Er soll lernen, in den richtigen Supermarkt zu gehen, zum Metzger, zur Bank und so weiter. „Es ist wichtig, dass Halter und Hund zusammen die Ausbildung machen und der Hund noch im Welpenalter ist. Das stärkt die Bindung und das Verständnis zwischen ihnen“, sagt Krause.

Auch ZDF-Moderatorin, Dressurreiterin und Autorin Bettina Eistel (54) und ihr weißer Großpudel Churchill vertrauen auf Krauses Fähigkeiten. Seit 2013 gehen die beiden in die Ausbildung bei der Hundetrainerin. Eistel, die Contergan geschädigt ist und keine Arme besitzt, macht alles mit den Füßen: Guten-Tag-Sagen, Moderieren, Rauchen, Schreiben und Reiten. Deshalb ist es wichtig, dass sie einen Hund, hat, der ihre Defizite ausgleichen und sie im Alltag unterstützen kann.

Seit 2004 bildet Ilona Krause Therapiebegleit-, Besuchs- und Behindertenbegleithunde aus. 2005 kam dann die Hundeschule dazu. Einmal die Woche besucht die 49-Jährige zudem mit ihrem Collie Gina Wachkomapatienten in der Diakonie. Dann darf sich der Collie 15 Minuten lang auf das Bett des Patienten legen, damit wird die Körperwahrnehmung gefördert. „Die Bewohner können das Tier riechen und wenn ihre Hand geführt wird auch streicheln, dabei findet ein Energieaustausch statt und der Patient entspannt sich“, so Krause.

Die Ausbildung zum Therapiebegleithund dauert ein halbes Jahr. Die Behindertenbegleithunde werden einzeln nach Bedürfnissen des jeweiligen Halters ausgebildet. „In zwei Fällen hat die Krankenkasse die Kosten übernommen“, sagt Krause. Ihre Kunden, natürlich mit Hund, kommen inzwischen aus dem ganzen Bundesgebiet. „Heutzutage ist man nicht einfach nur auf den Hund gekommen, sondern der Trend geht zum gut erzogenen Gefährten, deshalb bekomme ich auch immer mehr Zulauf,“ sagt Krause.


> Akademie für Therapie- und Behindertenbegleithunde e.K., erreichbar über Tel. 04624/80 23 30 oder unter www.akademie-tb-hunde.de





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