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Schleswig : Heiße Tage auf dem Weihnachtsmarkt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die hohen Temperaturen lassen den Punsch-Umsatz nur leicht zurückgehen / Standbetreiber freuen sich über mehr auswärtige Besucher

Wer gestern Nachmittag durch die Ladenstraße schlenderte, konnte fast übersehen, dass die Geschäfte geschlossen waren. Am vierten Adventssonntag waren so vielen Menschen unterwegs wie an manchen Werktagen nicht. Einige der Besucher wollten bei den nicht gerade winterlichen Temperaturen von zwölf Grad und mehr einfach nur die Luft genießen, viele aber steuerten den Weihnachtsmarkt auf dem Capitolplatz und auf dem Kornmarkt an. Zum Beispiel Roland Fuge aus Gammelby. „Der Glühwein ist hier besser als in Eckernförde“, ist der 74-Jährige überzeugt, und er muss es wissen, denn in Gastronomie-Fragen kennt er sich aus. Der gelernte Koch war viele Jahre Pächter des Eckernförder Stadthallen-Restaurants.

Aber schmeckt der Glühwein überhaupt, wenn man gar nicht friert? „Klar“, meint Jan Bremer vom Bistro Marvil, der an der Punsch-Zapfanlage auf dem Kornmarkt steht. „In erster Linie geht es auf dem Weihnachtsmarkt doch um die Geselligkeit, das Wetter ist gar nicht so wichtig.“ Die Stammkunden kämen sowieso, und außerdem könne er auffällig viele Touristen – besonders aus Dänemark – begrüßen. Die zweistelligen Temperaturen der letzten Tage seien ihm allemal lieber als der Regen und der Sturm aus der ersten Dezemberhälfte.

Stephan Zander gibt offen zu, dass er weniger Punsch loswird als in kälteren Jahren. Aber die Heißgetränke sind für ihn ohnehin nur ein Nebengeschäft. An seine Bude auf dem Capitolplatz kommt man wegen der Currywurst und der Pommes. „Und die Wurst schmeckt bei jedem Wetter“, sagt Zander. Dasselbe gilt für Sascha Hagelsteins Crêpes am Stand gegenüber, für die Zuckerwaren und die gebrannten Mandeln. Am anderen Ende des Capitolplatzes – vor dem Kino, dreht sich das Kinderkarussell, und an jedem Werktag um 17.30 Uhr öffnet sich hier in einer Bude die Tür zum lebendigen Adventskalender – am heutigen Montag mit weihnachtlichen Geschichten von Alibris, dem Förderverein der Stadtbücherei.

Nur eine reiche Auswahl an Kunsthandwerk wie auf anderen Märkten vermissen manche Besucher. In Schleswigs weihnachtlichem Programm deckt diesen Bereich unter anderem der Schwahlmarkt im Dom ab, der vor einer Woche zu Ende gegangen ist. Das Zusammenspiel mit dem Weihnachtsmarkt in der Ladenstraße klappt gut, findet Jan Bremer. „Gerade am letzten Wochenende sind sehr viele Schwahlmarkt-Besucher anschließend zu uns gekommen“, sagt er.

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erstellt am 20.Dez.2015 | 18:44 Uhr

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