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Förster alarmiert : Heimtückischer Pilz setzt Eschen zu

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das „Falsche Kleine Weiße Stängelbecherchen“ schädigt die Bäume – allein in einem Wald in Mittelangeln sind 20 Hektar betroffen.

Ein roter Farbstrich ist das Todesurteil – allein in Mittelangeln für etwa 1000 Eschen, die Förster Udo Harriehausen im Landeswald Rehberg gekennzeichnet hat. 20 Hektar sind in diesem Forstgebiet betroffen. Die Esche hat hier einen feuchten und damit eigentlich idealen Nährboden gefunden. 70 bis 80 Jahre alte Bäume stehen hier. Am Stammfuß vieler Pflanzen jedoch wird das Baum-Drama deutlich.

Mit einem scharfen Messer zieht Harriehausen eine kleine Kerbe. Während die Seiten noch hell leuchten, hat sich in der Mitte das Holz bereits bräunlich gefärbt. Hier hat ein Pilz bereits ganze Arbeit geleistet. Das „falsche kleine weiße Stängelbecherchen“ dringe durch die Rinde in die Leitbündel, verstopfe diese, so dass die Assimilation absterbe und durch die geöffnete Rinde weitere Parasiten in den Baum eindringen und ihn bis zum Absterben schädigen, erläutert der Förster. Der Pilz trifft die Esche ins Mark.

Dass sich die Natur anpasst, zeige die in Japan wachsende Esche. Ihr könne der Pilz mit dem langen deutschen Namen nichts anhaben. Sie sei inzwischen resistent geworden, was auch eines Tages bei uns zu erwarten sei.

Die Gegenwart allerdings sieht anders aus. Es gibt ein massives Absterben der Bäume – nicht nur in Mittelangeln. Etwa 95 Prozent der Eschen sind landesweit, zunehmend auch bundesweit inzwischen vom „falschen kleinen weißen Stängelbecherchen“ befallen, lediglich fünf Prozent der Eschen zeigen nach Aussage Harriehausens keine Reaktion auf den Sporenangriff des heimtückischen Pilzes.

„In den nächsten Tagen werden die Forstarbeiter hier massiv die Säge ansetzen“, erläutert der Förster. Da im Rehberger Forst täglich viele Wanderer und Jogger anzutreffen sind, werde sehr schnell nachgefragt, warum so viele, offensichtlich noch gesunde Bäume umgelegt würden, weiß Harriehausen. Doch diese Bäume, das zeige der offensichtlich nachgewiesene Befall, seien eine Gefahr für die Wegenutzer.

Der Forstbetrieb will durch sein Einschreiten auch Wertverluste vermeiden. Da bei den meisten Bäumen bislang nur der Stammfuß betroffen ist, kann der obere Teil noch wirtschaftlich verwertet werden. Statt der geplanten 300 Festmeter werden es in diesem Jahr im Rehberger Forst durch die Eschenproblematik 600 Festmeter sein, die gefällt werden.

Trotz der Abholzung wird es keine Brachfläche geben. Die hier ebenfalls wachsenden Buchen werden sich stärker ausdehnen können, sagt Harriehausen, da sie mehr Licht bekommen. Teilweise werde man auch nachpflanzen, neben anderen Bäumen auch die Flatterulme, die sich nach einem Anpflanzversuch im Rehberger Forst gut entwickelt habe.

Morgen bietet die Försterei Satrup eine Waldbegehung zu den bevorstehenden Holzerntemaßnahmen und neu ausgewiesenen Naturwäldern an. Insbesondere sollen Schadbilder zur grassierenden Eschenkrankheit verdeutlicht und die damit verbundenen Fällmaßnahmen erläutert werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich um 14 Uhr auf dem Waldparkplatz Rehberger Wald an der L22 zu einem zirka zweistündigen Rundgang einzufinden. Bitte festes Schuhwerk mitbringen, da es auch abseits der Wege geht.

 

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