Bollingstedt : Heimkehr nach vier Jahren auf der Walz

Wiedervereint:              Die Eltern Uwe und Karen Burau sind glücklich, ihren Carsten nach vier Jahren auf der Walz an seinem 25. Geburtstag wieder in die Arme schließen zu können. Foto: Bil
Wiedervereint: Die Eltern Uwe und Karen Burau sind glücklich, ihren Carsten nach vier Jahren auf der Walz an seinem 25. Geburtstag wieder in die Arme schließen zu können. Foto: Bil

An seinem 25. Geburtstag kehrte Carsten Burau nach Bollingstedt zurück / Großer Empfang mit Familienangehörigen, Freunden und Wandergesellen

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29. Oktober 2011, 07:18 Uhr

Bollingstedt | Ein herzliches Willkommen wurde Carsten Burau aus Bollingstedt bei seiner Rückkehr von der Wanderschaft bereitet. Der Zimmerer-Geselle war am 18. November 2007 21-jährig am Ortsschild Bollingstedt von seiner Familie, Freunden und Arbeitskollegen verabschiedet worden und wusste, dass er drei Jahre und einen Tag auf sich selbst gestellt sein würde, ohne die Unterstützung seiner Eltern, Lehrherren und Berufsschullehrer, und dass er sich während dieser Zeit seinem Heimatort im Umkreis von 50 Kilometern nicht würde nähern dürfen.

Am Ende war er fast vier Jahre auf Wanderschaft. Ein Zeichen dafür, dass es ihm offenbar gefallen hat und ihm die "Freiheit" gut bekommen ist. Wie bei der Verabschiedung wurde er auch bei seiner Heimkehr von einer Reihe von Wandergesellen begleitet. Am Ortseingang warteten viele Bollingstedter mit "Kind und Kegel" auf den Heimkehrer. Ganz besonders freuten sich die Eltern, die Geschwister und die Großmutter, ihren Carsten endlich wieder in ihre Arme schließen zu können und ihm zum Geburtstag gratulieren zu können - er wurde am Tag seiner Rückkehr 25 Jahre alt.

Zunächst aber mussten sich die Wartenden noch gedulden, denn wie schon bei der Verabschiedung war wieder ein traditionelles Zeremoniell einzuhalten: Zu Burau und seinen vier Begleitern gesellten sich noch drei weitere Wandergesellen hinzu, die dann im sogenannten Spinnermarsch sich singend dem Ziel näherten. Diesmal musste Burau jedoch nicht - wie bei seinem Auszug - über das Ortsschild klettern.

Zu den Wartenden gehörten auch Dominik Sauser, genannt "Lizzi", und Familienangehörige von noch auf der Walz befindlichen Gesellen, die in Erfahrung bringen wollten, worauf sie sich bei der Heimkehr ihrer Gesellen einstellen müssen, und Hofhund Clare. "Lizzi" hatte eine Zeit mit Carsten in Schottland und auf Korsika gearbeitet, war eigens aus der Schweiz angereist und überraschte den Heimkehrer mit seiner Anwesenheit. Eine Überraschung war auch, dass Vetter Björn zum Willkommen ein Album mit Bildern von der Verabschiedung, Texten und Zeitungsabschnitten überreichte.

Blieben die Wandergesellen früher meist im Heimatland, arbeitete Carsten auch auf Korsika, in Schottland, in Neu Guinea, Australien und Neuseeland und lernte dabei viele Menschen, Sitten, andere Speisen und Arbeitsmethoden kennen. Das Geld für die Reisen verdiente er unterwegs. Seine Eltern sah er zwischendurch bei Treffen in Deutschland und Dänemark, dennoch war das Wiedersehen mit ihnen im Heimatort unvergleichlich viel schöner.

Nach fast dreiviertelstündigem Willkommen ging es dann, natürlich zu Fuß, mit allen auf den Burau-Hof, wo ein großes Zelt aufgestellt worden war. Dort wurde mit zahlreichen Gesellen, mit der Familie und vielen Gästen bis in den nächsten Tag hinein das Wiedersehen gefeiert. An Arbeit wird es Burau nicht mangeln, denn auf dem elterlichen Hof wird gerade ein großer Rinderstall gebaut, wo er und auch andere Wandergesellen reichlich Arbeit finden und die Gastlichkeit von Familie Burau genießen können.

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