Schleswiger Stadtteile : Heda Silbernagel steht auf Friedrichsberg

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Die Architektin und Hotel-Betreibern (F.Ritz) ist bewusst an die Friedrichstraße gezogen.

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04. Juni 2019, 08:50 Uhr

Friedrichsberg „hat so ein Image in Schleswig“, sagt Heda Silbernagel, die an der Friedrichstraße das Hotel „F.Ritz“ betreibt. „Was, Ihr geht in die Bronx?“, hätten Freunde entsetzt gefragt, als sie mit ihrem Mann hierher zog. Doch sie bricht gleich mehrere Lanzen für das Quartier, sie mag all die Geschichten, die man über den Ort erzählt, kennt viele Menschen, die sich engagieren, nennt den langjährigen Pastor Wilckens, der viel für die Integration muslimischer Bewohner getan habe, nennt den Künstler Stephan Breith (siehe oben). „Längst bin ich mit dem Stadtteil im Reinen“, sagt sie. Alle ihre Söhne gingen zur Bugenhagenschule, „da haben wir immer schöne Multikulti-Sommerfeste bei uns im Garten gefeiert.“

Doch auch sie stört sich an vielen Leerständen und daran, dass einige Gebäude verkommen. „Ich finde, Eigentum verpflichtet. Das nehmen sich viele nicht zu Herzen.“ Die studierte Architektin hat mit Kunstaktionen in leeren Schaufenstern auf das Problem reagiert – Stichwort „Stilberg“ in Anlehnung an das Hamburger „Stilwerk“.

Das Hotel werde hervorragend angenommen, schließlich habe es die kürzeste Entfernung zum neuen Welterbe – 20 Minuten zu Fuß nach Haithabu – und es bekomme gute Bewertungen in den entsprechenden Portalen. Und sie freue sich über die Wiederbelebung von „Gosch’s Gasthof“.

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