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Wiking-Yachthafen : Hausboote in Schleswig: Die gute Stube auf dem Wasser

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Fünf Hausboote haben in Schleswig bereits ihren Heimathafen gefunden – das neueste ist die „Tammy“.

von
erstellt am 16.Apr.2016 | 15:10 Uhr

Schleswig | Dieses Wasserfahrzeug ist ein echter Hingucker auf der Schlei: Die „Tammy“, die in den letzten Jahren über die Havel durch Brandenburg schipperte, hat jetzt im Wiking-Yachthafen festgemacht. Es ist schon das fünfte Hausboot unterm Wikingturm, aber das erste, das regelmäßig den Hafen verlässt und bis nach Kappeln überall in der Schlei vor Anker gehen kann.

Ambitionierte Pläne für große Hausbootsiedlungen in Schleswig gibt es schon seit Jahren immer wieder. Am Ufer der Freiheit sollten dazu Stege angelegt werden. Und schon 2009 änderte die Ratsversammlung auf Antrag von Frank Sörensen, dem Betreiber des Wiking-Yachthafens, den Bebauungsplan für das Gebiet rund um den Wikingturm. Denn Hausboote sind juristisch nicht dasselbe wie andere Schiffe. Für sie benötigt man eine Baugenehmigung wie für ein echtes Haus. Sörensens Pläne für eine große Hausboot-Kolonie samt schwimmendem Restaurant ließen sich bisher zwar nicht umsetzen. Aber der Yachthafen ist seither der einzige in der gesamten Schleiregion, in dem Hausboote erlaubt sind.

Und so legte nach und nach ein Boot nach dem anderen hier an. Die „Tammy“ ist bereits das fünfte. Ihre Eigner – das Ehepaar Claußen aus Fahrdorf – haben schon seit vielen Jahren ein Segelboot im Wiking-Yachthafen. Insbesondere Helmut Claußen war es, der davon träumte, die Schlei auf eine andere Art und Weise zu erkunden – auf einem Floß – oder eben auf einem Hausboot. Im vergangenen Jahr entdeckte das Ehepaar auf der Havel das Hausboot, das es jetzt auf den Namen „Tammy“ taufte – inspiriert von der amerikanischen Fernsehserie aus den 60er Jahren, „Tammy, das Mädchen vom Hausboot“.

 

Barbara Claußen an Bord der „Tammy“: Auf 21 Quadratmetern ist Platz für vier Personen.
Barbara Claußen an Bord der „Tammy“: Auf 21 Quadratmetern ist Platz für vier Personen. Foto: oje

Ein großes Abenteuer haben die Claußens schon hinter sich: Die Überführung der „Tammy“ bis nach Schleswig. „Mit einem Lastwagen wäre es viel zu teuer geworden“, sagt Barbara Claußen. Also wurde es der Seeweg. Die Fahrt dauerte mehrere Tage. Auf der Havel, dem Elbe-Havel-Kanal und der Elbe bis Hamburg war das kein Problem. In der Elbmündung zwischen den riesigen Containerschiffen wurde es etwas ungemütlicher. Richtig spannend aber war der Törn, nachdem Claußen zusammen mit einigen Freunden nach der Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal hinaus auf die Ostsee fahren wollte. Vor Strande kam ein Seenotretter und stoppte die Weiterfahrt. Zu Recht, wie Barbara Claußen im Nachhinein meint. Der Seegang auf dem Meer war an dem Tag zu stark für das kleine Hausboot. Erst am nächsten Morgen ging es wieder hinaus auf die nun etwas ruhigere Ostsee.

Es wird wohl erst einmal der letzte Ausflug der „Tammy“ aufs offene Meer gewesen sein. Vom Wasser- und Schifffahrtsamt hat sie eine Zulassung als Mietboot bekommen, aber nur für die Schlei und nur bis Windstärke 4. Die Claußens wollen das Boot nicht nur selbst nutzen, sondern auch wie eine ganz normale Ferienwohnung vermieten – unter anderem über das Gastgeberverzeichnis der Ostseefjord-Schlei GmbH. Wer einen Sportboot-Führerschein hat, kann den Hafen verlassen. Wer nicht, bleibt am Steg – so wie die anderen vier Hausboote, die das ganze Jahr über fest vertäut unterm Wikingturm liegen.

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