Kreissportverband schleswig-Flensburg : Handy und Internet spielen keine Rolle

Volle Konzentration: Auf Kommando von Svenja Steinmüller (r.) starten die Kinder zum Dauerlauf.
1 von 2
Volle Konzentration: Auf Kommando von Svenja Steinmüller (r.) starten die Kinder zum Dauerlauf.

130 Kinder wollen im Ferienkamp Weseby das Sportabzeichen machen.

shz.de von
24. Juli 2015, 07:33 Uhr

„3,49 Meter ist meine bisher beste Weite“, sagt der elfjährige Maik aus Boren – nimmt Anlauf und springt. Er ist einer von insgesamt 130 Teilnehmern des 17-tägigen Zeltlagers des Kreissportverbandes Schleswig-Flensburg und zum zweiten Mal in Weseby dabei. Das besondere diesmal ist, dass die Jungen und Mädchen, nachdem sie vom Zeltlager entlang der Schlei zwei Kilometer weit zum Sportplatz in Fleckeby marschiert sind, sich in Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Koordination ausprobieren können.
Angelehnt an den großen Sportabzeichentag des Kreissportverbandes können sie sich in den Disziplinen entsprechend dem jeweiligen Alter in Sprint, Werfen, Weitsprung und Dauerlauf beweisen – und sich das begehrte Sportabzeichen verdienen. Rund 40 Betreuer haben sich als Prüfer qualifiziert. Sie stoppen Zeiten, messen Weiten und rechnen die Ergebnisse in Punkte um. Spätestens am Ende des ersten Wesebyer Zeltlagers am 4. August gibt’s dann die begehrten Bescheinigungen. Das war dann des Zeltlagers erster Teil – nach einem Tag Pause rücken weitere 130 Kinder an.

Die Erfolgsgeschichte des Wesebyer Zeltlagers für Kinder aus allen Bevölkerungsschichten reicht bis in die 1950er Jahre zurück. Und darauf sind der Vorsitzende des Kreissportverbandes Rainer Detlefsen aus Kappeln und sein Stellvertreter Johannes Jessen aus Böklund stolz. Die Nachfrage ist ungebrochen groß. Hier geht es vor allem um Sport und Spaß, um Kontakte, soziales Verhalten und Gemeinschaftserlebnisse – und das weitestgehend ohne Internet und Handy. Gleiches gilt für die Zeltlager des Kreissportverbandes in Rantum auf der Insel Sylt für Zwölf- bis 15-Jährige. Sie finden parallel zu denen in Weseby statt und sind ebenfalls ausgebucht – mit zur Zeit 160 Jugendlichen.

Das Zeltlager in Weseby wird in diesem Jahr von der 20-jährigen Svenja Steinmüller aus Lürschau, die noch bis Ende dieses Monats bei der Sportjugend des Kreises ein freiwilliges soziales Jahr absolviert, und dem 24-jährigen Studenten Joschka Buhmann aus Brodersby geleitet. Das Gros der Lager-Kinder – LaKis genannt – ist im Kreis Schleswig-Flensburg beheimatet, aber auch der Kreis Rendsburg-Eckernförde ist mit einigen Jungen und Mädchen vertreten. Diesmal dabei sind auch zwei Kinder aus Israel.

Während sie alle das Laufen, Werfen und Springen trainieren, bereitet Gorden Schulz aus Satrup als Koch das Mittagessen zu. Der 27-Jährige, seines Zeichens Restaurantfachmann, weiß, was den Kindern schmeckt, schließlich war er zuvor Betreuer und ist außerdem einer der stellvertretenden Jugendwarte des Verbandes. Immer wieder nach Weseby zieht es Timo Gülck aus Kiel. Der 36-jährige Ingenieur für Elektrotechnik war viele Jahre Betreuer und weiß, dass Kinder, die an Zeltlagern teilnahmen, bereit sind, sich in ihren Gemeinden ehrenamtlich zu engagieren und in Sportvereinen Aufgaben zu übernehmen. Für die Betreuer, die in der Regel bereits im Berufsleben stehen, ist es nicht immer einfach, sich für Weseby oder Rantum freizumachen. Doch wird die Freistellung dadurch erleichtert, dass es ein entsprechendes Landesgesetz gibt, das dem Arbeitgeber die Fehlzeiten finanziell ersetzt. Und so sind die Betreuer immer zur Stelle, wenn Weseby oder Rantum rufen. Der Stellenwert der Zeltlager ist groß und so gab es sogar einen ehemaligen Betreuer, den es beruflich in die USA verschlagen hatte. Weil ihm die Zeltlager eine Herzensangelegenheit waren, nahm er seinen gesamten Jahresurlaub, um „rüber zu kommen“ und dabei zu sein.

„Das ist gut, das macht Spaß“, fasst die zehnjährige Lea aus Silberstedt ihre Eindrücke zusammen. Ihre Mutter Kathrin Schäfer ist stellvertretende Vorsitzende des Kreissportverbandes. Lea genießt es einfach, mit Gleichaltrigen zusammen zu sein und ganz viel Sport zu treiben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen