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Schleswiger Nachrichten

18. Dezember 2017 | 14:32 Uhr

Schleswig : Hallenbad und Sauna werden saniert

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Stadtwerke wollen bis Herbst 2015 rund 1,5 Millionen Euro investieren. Die Pläne für einen Schwimmhallen-Neubau sind damit vom Tisch.

von
erstellt am 10.Mai.2014 | 12:20 Uhr

Jetzt ist die Katze endlich auch offiziell aus dem Sack: Schleswig wird, wie in der Stadt schon seit Monaten hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wurde, keine neue Schwimmhalle bekommen. Stattdessen wird das Hallenbad an der Friedrich-Ebert-Straße bis Herbst kommenden Jahres saniert. Und: Parallel dazu soll auch die Sauna, deren Erhalt lange auf der Kippe stand, komplett entkernt und neu eingerichtet werden.

Bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins am Donnerstagabend in der „Strandhalle“ bestätigten sowohl Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs als auch deren Aufsichtsratsvorsitzender Sönke Büschenfeld, zugleich SPD-Ratsherr, entsprechende Pläne. „Wir haben das Bad in den letzten eineinhalb Jahren auf Herz und Nieren geprüft und sind dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass man es mit vertretbaren Mitteln sanieren kann, um es noch zehn bis 15 Jahre weiterzubetreiben“, erklärte Schoofs. In Zusammenarbeit mit einem Statiker sowie einem Hamburger Bäderarchitekten seien in den vergangenen Monaten sowohl die technischen Anlagen als auch der bauliche Zustand – vom Keller bis zum Dach – gründlich unter die Lupe genommen worden. Ergebnis: „Das Hallenbad ist noch zu gut, um es zu schließen – zumal Schleswig noch ganz andere Baustellen hat“, meinte Schoofs mit Blick auf die Theaterdebatte, das marode Parkhaus, die Innenstadtsanierung und den notwendigen Neubau einer Feuerwache.

Bei der Begutachtung des Hallenbades habe man dennoch zunächst drei mögliche Modelle durchgespielt – und entsprechend durchgerechnet: die Sanierung der alten Halle sowie einen Neubau an der Friedrich-Ebert-Straße oder aber auf der Freiheit. Letztere Variante war dabei offenbar schnell aus dem Rennen. Am Schleiufer hätte zwar kostenlos ein Grundstück zur Verfügung gestanden. Dort hätte man allerdings für die Erschließung, Gründungsarbeiten und die Einrichtung eines Parkplatzes sowie einer eigenen Wärmeversorgung einen hohen Preis zahlen müssen: Rund 12,7 Millionen Euro hätten laut Stadtwerke-Gutachten am Ende für einen Neubau auf der Freiheit zu Buche geschlagen. Für den alten Standort ist man, weil dort unter anderem schon ein Blockheizkraftwerk steht, von etwa 10,8 Millionen Euro ausgegangen.

Die Sanierungskosten für die alte Halle, die im April 1970 eingeweiht wurde, sollen sich hingegen auf rund eine Million Euro belaufen (finanziert aus dem Gewinn der Stadtwerke; die Stadt erhält in den Jahren der Sanierung keine Ausschüttung). Davon sollen unter anderem die Beckenwand abgedichtet und Betonschäden ausgebessert werden. Die Schwimm- und Badegäste werden aber auch direkt von den Investitionen profitieren: So soll der Eingangs- und Wartebereich deutlich aufgewertet, statt an eines Automaten nimmt künftig wieder ein Mitarbeiter das Eintrittsgeld entgegen. Zudem werden die Sanitäranlagen (Dusche, WCs) erneuert, ebenso das Kleinkinderbecken.

Damit aber nicht genug. Schoofs will – nach anfänglicher Skepsis, wie er zugab – durch die Erneuerung der Sauna neues Publikum nach Schleswig locken. Etwa 600 000 Euro kostet laut Gutachten die komplette Umgestaltung der Anlage, die 1993 an das Schwimmbad angedockt wurde. „Es kam aus der Politik, aber auch aus der Bevölkerung der Wunsch, die Sauna zu erhalten. Dem wollen wir nun – mit einem guten Konzept, das sich von der Masse absetzt – nachkommen“, meinte Schoofs. Eine zusätzliche Außensauna, Infrarotkabinen sowie Licht- und Lufteffekte sollen demnach für „eine außergewöhnliche Wohlfühl-Atmosphäre“ sorgen.

Sönke Büschenfeld lobte das „finanzpolitische Augenmaß dieses Konzeptes“ und betonte, dass der Aufsichtsrat es deshalb „parteiübergreifend abgesegnet“ habe. Auch die Rats-Fraktionsvorsitzenden sind offenbar, bis auf Kleinigkeiten, von den Plänen überzeugt, so dass eine Annahme des Konzeptes in der Ratsversammlung am 16. Juni nur noch Formsache zu sein scheint. Danach könnte laut Schoofs noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden. Im Herbst 2015 sollen Halle und Sauna schließlich in neuem Glanz erscheinen.

Damit wären dann sieben Jahre des Stillstandes beendet. 2006 hatte die Stadt erstmals eine Machbarkeitsstudie zur Therme in Auftrag gegeben, 2012 hat die Ratsversammlung diese Idee endgültig begraben. So begrüßte nun auch Prof. Dr. Rainer Winkler von der „Zukunftswerkstatt Schleswig“, lange ein Kämpfer für die Therme, die Pläne der Stadtwerke: „Es wäre schön, wenn dann in zehn oder 15 Jahren ein neues Schwimmbad auf die Freiheit käme. So langsam, wie es dort voran geht, wäre es vorher ohnehin nicht zu realisieren.“

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