Schleswig : Haithabu-Modell am Stadthafen?

Fotomontage: Andrea Simons (Ostseefjord Schlei GmbH), Martin Felske (Wirtschaftsjunionren) sowie Arne Kähler und Jürgen Augustin von den Stadtwerken mit dem Bronzerelief von Haithabu, wie es einmal aussehen soll.
Fotomontage: Andrea Simons (Ostseefjord Schlei GmbH), Martin Felske (Wirtschaftsjunionren) sowie Arne Kähler und Jürgen Augustin von den Stadtwerken mit dem Bronzerelief von Haithabu, wie es einmal aussehen soll.

Wirtschaftsjunioren regen Bronze-Relief als Touristen-Attraktion an – doch die Finanzierung ist noch nicht gesichert.

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03. Februar 2018, 12:00 Uhr

Haithabu von oben – gegossen in ein Bronzemodell mit einem Meter Durchmesser. Ein solches Kunstwerk könnte schon bald am Schleswiger Stadthafen zu sehen sein. An einem Ort, von dem aus Urlauber und Einheimische den Blick über die Schlei in Richtung Haithabu schweifen lassen können. Diese Idee haben jetzt die Schleswiger Wirtschaftsjunioren im städtischen Kulturausschuss vorgestellt – inspiriert von ähnlichen Bronzereliefs, die bereits in vielen anderen deutschen Städten stehen.

Auch die Tourismus-Vermarkter von der Ostseefjord Schlei GmbH unterstützen den Vorschlag als Maßnahme, den Begriff Wikingerstadt stärker erlebbar zu machen.

Der Haken: Irgendjemand muss das Kunstwerk bezahlen. Ein ähnliches Relief in Westerland kostete rund 35 000 Euro. In Schleswig soll es eine Nummer kleiner ausfallen. Nach einer ersten Berechnung wäre es für 25 858 Euro zu haben. Die Wirtschaftsjunioren selbst – ein Zusammenschluss von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren – wollen gut 2000 Euro beisteuern, auch von der Nospa sollen 2000 Euro kommen. 11 825 Euro könnten über die Aktivregion aus einem EU-Fördertopf kommen. Blieben knapp 10 000 Euro für die Stadt Schleswig, die auch für eventuelle Mehrkosten und für die Unterhaltung aufkommen müsste.

Das war der Grund, warum viele Mitglieder des Kulturausschusses auf die Idee zwar positiv reagierten, aber auch eine gewisse Vorsicht durchblicken ließen. Die Ausschussvorsitzende Babette Tewes sprach von einer „Stange Geld“, die Investition sei aber „auf jeden Fall bedenkenswert“. Rainer Haulsen (CDU) möchte die Sache zunächst innerhalb der Fraktion „in Ruhe besprechen“. Er verwies darauf, dass die Stadt Zuschüsse in vergleichbarer Höhe für soziale Einrichtungen – zuletzt zum Beispiel für das Frauenzentrum – auch nicht immer durchwinke. Der CDU-Stadtvorsitzende Helge Lehmkuhl signalisierte zwar sofort Unterstützung für das Bronzerelief, mahnte aber ein Gespräch mit der Gemeinde Busdorf an, auf deren Gebiet sich Haithabu befindet. „Die Busdorfer müssten dann den Weg gehen, dass sie auf ihrer Seite des Schleiufers auch Werbung für uns machen.“ Das würde bedeuten, dass in Haddeby ein Bronzerelief mit den Konturen der Schleswiger Altstadt aufgestellt würde.

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