Wikingermuseum ab heute wieder geöffnet : Haithabu erstrahlt in neuem Glanz

Museumsleiterin Ute Drews vor der neuen Vitrine mit Fundstücken der jüngsten Ausgrabungen.
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Museumsleiterin Ute Drews vor der neuen Vitrine mit Fundstücken der jüngsten Ausgrabungen.

Die 18-monatige Sanierung hat 3,6 Millionen Euro gekostet.

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03. Mai 2018, 07:00 Uhr

180 Holzstützen wurden instand gesetzt, rund 2500 Bleiplatten auf den Dächern montiert und mehr als 1000 Quadratmeter Wandfläche zusätzlich abgedichtet: Nach 18-monatiger Sanierung ist das Wikingermuseum Haithabu ab heute wieder geöffnet. Die umfangreichen Arbeiten waren nötig geworden, weil über Jahre Feuchtigkeit in die Holzkonstruktion eingedrungen war und am Ende die Statik gefährdet hatte. „Das war schon ein Schock für uns“, erinnert sich Guido Wendt, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, an den Befund aus dem Jahr 2014. Umso erleichterter zeigte er sich gestern bei einem Presserundgang, dass sich alle Exponate nun wieder an ihrem Platz befinden und von den Besuchern bewundert werden können.

Eigentlich hätte das Museum schon zu Ostern öffnen sollen, doch der harte Winter sowie die erst spät entdeckte Feuchtigkeit in der Kellerdecke hätten zu einer vierwöchigen Verzögerung geführt, erklärte Wendt. Dafür habe man mit 3,6 Millionen Euro den vorgegebenen Kostenrahmen eingehalten, freute sich der Geschäftsführer. Finanziert wurde das Projekt von der EU, dem Land sowie mit Eigenmitteln der Stiftung.

Haithabu zählt nach Angaben von Stiftungsdirektor Professor Claus von Carnap-Bornheim mit jährlich fast 130 000 Besuchern zu den meistfrequentierten Museen in Schleswig-Holstein. Seit der Eröffnung im Jahr 1985 hätten sich 5,3 Millionen Gäste über das Leben der Wikinger informiert. Umso schmerzhafter sei es gewesen, das Haus für anderthalb Jahre schließen zu müssen. Mit einem attraktiven Programm auf dem Freigelände sei es im vergangenen Jahr dennoch gelungen, viele Menschen nach Haithabu zu locken, sagte Carnap-Bornheim. So hätten sich rund 100 000 Besucher die archäologischen Ausgrabungen im Gräberfeld innerhalb des Halbkreiswalls angeschaut. Eine Auswahl der dabei zahlreich zu Tage geförderten Schmuckstücke wird in einer neuen Vitrine im Museum gezeigt. Ansonsten präsentiert sich die Ausstellung in ihrer bekannten Form. Sie war erst 2010 neu konzipiert worden, und das Medienkonzept von damals entspreche nach wie vor den Anforderungen, machte Museumsleiterin Ute Drews deutlich. Es werde den Besuchern allerdings ein neuer Film gezeigt.

Für die Baufirmen bestand die große Herausforderung darin, die besondere Architektur des hölzernen Gebäudekomplexes – die Baukörper sehen aus wie auf den Kopf gestellte Wikingerboote – zu erhalten. „Die gesamte Hülle ist praktisch neu“, erläuterte der Kieler Architekt Götz Lammers. Bei den Arbeiten, die unter einer riesigen Plane stattfanden, habe man immer wieder neue Schäden in der Holzkonstruktion entdeckt. „Das hat uns hin und wieder zur Verzweiflung gebracht.“ Doch die beteiligten Firmen, darunter viele aus der Region, hätten großartige Arbeit geleistet, betonte Lammers. Durch die gleichzeitige energetische Sanierung könne das Museum künftig 30 Prozent an Energiekosten einsparen.

Auch Kulturministerin Karin Prien (CDU) zeigte sich gestern bei einem Festakt mit geladenen Gästen erfreut über den Abschluss der Arbeiten. „Wie kaum ein Ort in Europa präsentiert Haithabu die Wikingerkultur modern und vielseitig“, sagte sie. „Es zeigt eine archäologische Ausstellung, die höchste Ansprüche an Wissenschaftlichkeit und an die Museumspädagogik erfüllt und die Menschen faszinieren wird.“

> Das Wikingermuseum Haithabu ist täglich von 9 bis 17 Uhr (von November bis März dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr) geöffnet. Der Eintritt kostet unverändert 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Familien zahlen 15 Euro.

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